Meersburger Open-Air fällt nächstes Jahr aus

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 Die schottische Band Simple Minds spielte dieses Jahr beim Open Air auf dem Schlossplatz in Meersburg.
Die schottische Band Simple Minds spielte dieses Jahr beim Open Air auf dem Schlossplatz in Meersburg. (Foto: Christian Lewang)
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In Meersburg wird es kommendes Jahr keine Open-Air-Konzerte geben. Die Stadt hat angekündigt, 2019 einmal auszusetzen. Seit Jahren gibt es verschiedene Großveranstaltungen im LAndkreis. Zuletzt kamen Markdorf und Friedrichshafen hinzu.

Meersburg will sich Zeit nehmen

„Wir wollen uns einfach mehr Zeit für die Planung unserer Veranstaltungen nehmen“, begründet Iris Müller von der Tourist-Information in Meersburg diese Entscheidung. Konkreter wird Marc Oßwald, Geschäftsführer der Tübinger Konzertagentur Vaddi Concerts, die die Open Airs in Meersburg, Tettnang und Friedrichshafen organisiert und gemeinsam mit der Stadt entschieden hat, dass Meersburg kommendes Jahr aussetzen soll.

„Wir machen eine Pause, um uns zu überlegen, wie wir das Open Air anders als bisher aufstellen können“, sagt Oßwald. Bislang habe es die Konzerte in Meersburg überwiegend werktags gegeben, künftig sollen die Künstler vermehrt am Wochenende auftreten. Zudem wollen Vaddi Concerts und die Stadt Meersburg in Zukunft Hoteliers und Gastronomen intensiver als bislang in die Planung der Freiluftkonzerte einbeziehen. „Wir befinden uns derzeit in einem intensiven Such- und Planungsprozess“, sagt Oßwald und schiebt hinterher: „Es ist nicht das Aus für das Open Air in Meersburg.“ 2020 könnte es die Veranstaltung wieder geben.

Friedrichshafen, Tettnang, Markdorf und Salem machen weiter

In Friedrichshafen und Tettnang sollen die Open Airs kommenden Sommer stattfinden. Bei den Häflern gab es das Festival dieses Jahr zum ersten Mal. „2018 war ein Testballon“, sagt Oßwald. „Wir müssen von Jahr zu Jahr sehen, ob sich die Veranstaltung fortsetzen lässt.“ Er sei froh, dass das Open Air 2019 wieder vor dem Graf-Zeppelin-Haus ausgerichtet werden wird.

Auch in Tettnang werden 2019 Konzerte organisiert werden. Gleiches gilt für Salem und Markdorf. „Schloss Salem ist ein seit 13 Jahren von uns etablierter Veranstaltungsort und beim Publikum sehr beliebt“, sagt Michaela Schneider, Geschäftsführerin bei der Agentur Allgäu Concerts, die für das Open Air in Salem verantwortlich ist.

 Zaz – Frankreichs „neue Edith Piaf“ – wird beim kommenden Open Air in Tettnang auftreten.
Zaz – Frankreichs „neue Edith Piaf“ – wird beim kommenden Open Air in Tettnang auftreten. (Foto: Michael Scheyer)

Jens Neumann, der neben Dieter Bös, dem ehemaligen Geschäftsführer des Konzertveranstalters Koko, einer der Hauptorganisatoren der Veranstaltung in Markdorf ist, hat ebenfalls bestätigt, dass es in der Stadt wieder ein Freiluftfestival geben wird. „Wir befinden uns in der finalen Planungsphase“, sagt er. Ein Datum für das Open Air und Teile des Programms stehen bereits fest, der Rest wird von den Organisatoren nach und nach bekannt gegeben werden.

„Explosionsartige Entwicklung“ bei Open Airs

Zu Meersburgs Aussetzer möchte Neumann sich nicht äußern. Allerdings habe er wahrgenommen, dass sich die Konzert-Dichte im Bodenseekreis in diesem Jahr gehäuft habe. Das sagen auch Marc Oßwald und Michaela Schneider.

Oßwald zufolge hat sich die Zahl der Open Airs in der Region „explosionsartig entwickelt“. Als Nachteil sehe er das jedoch nicht unbedingt. „Für das Publikum ist das eine gute Nachricht“, sagt der Vaddi-Geschäftsführer. Auch für die Veranstalter sei die zunehmende Dichte an Konzerten unter freiem Himmel im Grunde „kein Problem“.

Weniger optimistisch äußert sich Schneider von Allgäu Concerts. Sie spricht von einem „Überangebot an Veranstaltungen im Bodenseekreis in den letzten Jahren“ und betont, dass die Konkurrenz unter den Organisatoren „sehr groß“ geworden sei. In der Vergangenheit haben sich die Termine der Veranstaltungen teilweise überschnitten.

Oßwald steuert dem entgegen. Er sagt, dass die Veranstalter sich teilweise untereinander absprechen, um sich „nicht in die Quere zu kommen.“ Das betreffe auch den Inhalt der Programme. „Wenn wir alle das Gleiche anbieten würden, wäre das zu viel für die Region“, räumt der Geschäftsführer von Vaddi allerdings ein.

Viele Stars kommen 2019 in den Bodenseekreis

Derzeit sieht es jedoch so aus, als ob auch im kommenden Jahr Vielfalt anstatt Gleichheit beim Open-Air-Angebot im Bodenseekreis ansteht.

In Tettnang werden am 25., 26. und 28. Juli Pur, Dieter Thomas Kuhn und Zaz spielen. Nach Salem kommen am 16. Juni die Fantastischen Vier, am 18. Juli folgt Toto und am 10. August Rea Garvey. In Friedrichshafen geben sich am 16. August Nena und am 17. August Michael Patrick Kelly die Ehre. Status Quo wird am 7. Juli in Markdorf auftreten.

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