Leuchtende Farbenpracht im Atelier an der Burg

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Freuen sich über einen gelungenen Ausstellungsauftakt im Atelier an der Burg: Von links Skulpteur und Atelierbetreiber Georg Fre (Foto: Martina Wolters)
Schwäbische Zeitung
Martina Wolters

Wer das Atelier an der Burg betritt, sieht sich sogleich einem farbenreichen weiblichen Akt mitten im Raum gegenüber. Von der Wandseite aus wird der Blick derweil angezogen von einer schillernd grüngelben Baumwiese, umrahmt von den geschmeidigen Holzfiguren des Skulpteurs Georg Freundorfner.

Der zurzeit in Freundorfners Räumen in der Höllgasse 6 ausstellende Künstler Konrad Niemeier erinnert sich noch genau an seine ersten Skizzen für den jetzt fertigen Siebruck an der Atelierwand. In Frankreich, während eines Sonnenuntergangs auf einer baumreichen Wiese entstanden, sei es ihm vor allem darum gegangen, „eine starke Perspektive“ zu erreichen, erklärt er seinen Vernissagebesuchern. Drei bis viermal habe er das Ganze umgemalt und auf die wesentliche Struktur reduziert, bis schließlich daheim in seinem Stuttgarter Atelier der abgebildete Feldweg so in die Weite gezeigt habe, dass der für ihn genauso stimmig war wie der leuchtende Gelbton im Hintergrund der Wiese.

Doch nicht nur seine neusten Arbeiten zeugen davon, wie sehr dem 79-Jährigen „Farben und die Malerei von klein an am Herzen liegen“. Niemeiers frühere Gemälde auf der hinteren Empore bergen ebenfalls großflächig -kräftige Farbigkeit. Weil für ihn „Farbtöne wie Klangtöne“ sind, hat seine Ausstellung in der Höllgasse 6 auch den klangvollen Namen „Farben hören“. „Wenn Farben nicht zusammen passen, klingen sie nicht“, weiß der gelernte Malermeister, der 41 Jahre einen gleichnamigen Malerbetrieb leitete und seit 20 Jahren bei Kunstprofessor Hans Schlegel Unterricht nimmt.

Seine Bilder sollen munter und fröhlich machen, wie etwa die abstrakte Darstellung der Bergpredigt, in deren Mittelpunkt eine leuchtende gesichtslose Jesusfigur in hoffnungsträchtigem Gelb leuchtet. Diese farbenprächtige Munterkeit ist es, die Regine Volk, eine langjährige Wegbegleiterin Niemeiers, dazu veranlasste, den im Stuttgarter Raum wohlbekannten Künstler auch in der Bodenseeregion einem breiten Publikum bekannt zu machen und die Ausstellung zu organisieren: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit“, betonte die Kunstbegeisterte aus Illmensee bei der Vernissage.

Freude bereitete ihr auch das offensichtlich harmonische Zusammenspiel von Konrad Niemeiers Bildern mit dem entspannenden Rund der Figuren des Meersburger Atelierbetreibers.

Wer sich für die ausgestellten Werke interessiert, kann sie bis zum 1. August von Mittwoch bis Samstag von 14 bis 18 Uhr sowie an Sonn und Feiertagen von 11- 16 Uhr besichtigen. Nähere Informationen plus Flyer gibt es auch im Internet unter www.artsalem.com

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