Kunstschule erwartet den 600. Studenten des Vorstudiums Gestaltung

Lesedauer: 4 Min
xxx
xxx (Foto: kunstschule bodenseekreis)
Schwäbische Zeitung

Die Kunstschule Bodenseekreis wird demnächst den 600. Studenten des Vorstudiums Gestaltung begrüßen dürfen. Das teilt die Schule in einem Schreiben mit.

Wer wird es wohl sein, eine Studentin, ein Student? Und was wird der Studienwunsch oder der bevorzugte Fachbereich sein? Design, Kunsterziehung, Architektur oder wird er oder sie sich gar an die freie Malerei wagen? Kommt er oder sie aus Baden-Württemberg, aus einem anderen Bundesland oder gar aus dem Ausland – der bisher entfernteste Herkunftsort einer Studentin war immerhin Mexiko-City, schreibt die Schule in dem Schreiben weiter. Dies und ähnliche Fragen beschäftigen zur Zeit das Leitungs- und Dozententeam des Vorstudiums Gestaltung der Kunstschule Bodenseekreis, das bereits eine kleine Begrüßungsfeier vorbereitet.

„Die zündende Idee zur Gründung des Vorstudiums Gestaltung kam 1994 von Professor Peter Andermatt, dem damaligen Leiter des Instituts für Kommunikationsdesign der Fachhochschule Konstanz“, so Christa Bartsch Leiterin der Kunstschule. „Sein Problem war, dass Jahr für Jahr um die 100 Studienbewerber an der FH abgewiesen werden mussten, oft begeistere Studienwillige, denen nur noch etwas Rüstzeug zum Studium fehlte.“ Dieses zu liefern passte hervorragend in das Programm der Jugendkunstschule des Bodenseekreises und so entwickelte Bartsch 1994 das Unterrichtskonzept zum Vorstudium Gestaltung angelehnt an das Schweizer-Vorkurs-Modell der Kunsthochschulen.

Der damalige Bürgermeister der Stadt Meersburg Rudolf Landwehr war sofort begeistert von dieser Idee und stellte der Jugendkunstschule weitere 175 Quadratmeter Unterrichtsfläche im Grethaus zur Verfügung, die der Bodenseekreis renovierte, damit eine Nutzung für schulische Zwecke möglich wurde. Nachdem auch der Kreistag seine Zustimmung gegeben hatte, konnte schließlich 1995 der erste Jahrgang des Vorstudiums Gestaltung die Arbeit aufnehmen.

Seither umfasst der wöchentlich 40-stündige Unterricht Kunst- und Designgeschichte, Fotografie, Aktzeichnen, Design, Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Aktionskunst, Installation und Trickfilm. Das erste Semester, das mit einer einwöchigen Prüfung endet, dient der Erarbeitung der gestalterischen Grundlagen. Das zweite Semester führt die Studierenden zur selbständigen individuellen Arbeit, wobei die im Hochschulunterricht erfahrenen Dozenten von der Aufgabe des Lehrens in die des Beratens wechseln. Wie auch im späteren Studium erwartet, wird die Motivation der Studenten, selbständig zu arbeiten und ihre individuelle künstlerische Sprache ständig weiter zu entwickeln auch beim Vorstudium vorausgesetzt. Und nicht nur den 600. Studenten erwarten anregende Ausstellungs- und Atelierbesuche und natürlich auch eine fünftägige Studienreise nach Venedig.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen