Kandidaten stellen sich den Bürgern vor

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Schwäbische Zeitung

15 Minuten Redezeit und keine Fragen vonseiten des Publikums – das ist das Prinzip der Kandidatenvorstellung für die Meersburger Bürgermeisterwahl am Freitagabend in der Sommertalhalle gewesen. Die drei Bewerber für das Amt, der amtierende Bürgermeister Martin Brütsch, Robert Scherer und Alexander Schmidt, stellten sich offiziell der Bürgerschaft vor.

Jeder der Kandidaten hatte im Vorfeld seinen Vortrag vorbereitet, in dem er seine Motivation und seine Ziele für die Gemeinde vorstellte. Brütsch trug eine metaphorische Rede vor, in der er als Kapitän der MS Meersburg fungierte und die die Jahre seiner Amtszeit Revue passieren ließ. Robert Scherer hatte während seiner Präsentation vorrangig mit technischen Problemen zu kämpfen und Alexander Schmidt ließ ein wenig auf sich Warten, stürmte dann aber doch auf die Bühne.

In Meersburg sind 4800 Bürger wahlberechtigt, von ihnen dürfen rund 130 junge Wähler das erste Mal zur Wahlurne schreiten. In insgesamt fünf Wahllokalen in Meersburg können die Bürger ihre Stimme abgeben: in der Jugendmusikschule, Vorburggasse 17-19, im Wein- und Kulturzentrum, Kronenstraße 19, im Feuerwehrgerätehaus, Allmendweg 24, in der Festhalle Sommertal im Foyer und in Baitenhausen im Dorfgemeinschaftshaus. Alle Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet und allesamt rollstuhlgerecht.

Einige Meersburger haben ihre Stimme schon im Vorfeld per Briefwahl abgegeben. Rund eine Woche vor der Wahl haben 550 Bürger Briefwahl beantragt. Wer per Briefwahl wählen möchte, der muss dazu einen Wahlschein beantragen. Das ist im Bürgerbüro möglich oder im Internet auf der Seite der Gemeinde. Die fertig ausgefüllten Wahlscheine müssen bis Sonntag, 22. Januar, um 18 Uhr im Briefkasten der Stadt Meersburg liegen.

Ergebnisse ab 18 Uhr

Die Stadt Meersburg präsentiert das Ergebnis der Bürgermeisterwahl sowie alle eingehenden Zwischenergebnisse ab 18 Uhr in Echtzeit im Ratssaal an der Vorburggasse. Auf der städtischen Internetseite unter www.meersburg.de sind die Ergebnisse ebenfalls abrufbar. Besitzer von Tablets und Smartphones haben zudem die Möglichkeit, sich über die Wahl-Info App über den Stand der Bürgermeisterwahl zu informieren. Die App gibt es online unter www.wahlinfo.de/app.

Kommt es bei der Wahl am 22. zu keinem Ergebnis, wird am Sonntag, 5. Februar, noch einmal neu gewählt. Für die Neuwahlen gelten die gleichen Regeln wie beim ersten Wahlgang. Allerdings braucht der Kandidat mit den meisten Stimmen kein Wahlergebnis über 50 Prozent, eine einfache Mehrheit genügt, damit er zum Bürgermeister gewählt ist. In vielen deutschen Bundesländern würde in diesem Fall eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen stattfinden. In Baden-Württemberg ist das nicht der Fall. Jedoch können alle Kandidaten frei entscheiden, ob sie bei einer Neuwahl weiterhin für das Amt kandidieren möchten.

Martin Brütsch

Seit acht Jahren ist Martin Brütsch Bürgermeister in Meersburg – und möchte es auch weiterhin bleiben. „Wie auch immer unser Verhältnis sein mag, wir sind gemeinsam unterwegs“, sagte Brütsch bei seiner Rede in der Sommertalhalle. Während seiner Amtszeit habe sich in Meersburg einiges entwickelt, auf das er stolz ist: die Eröffnung des Vineums und des Augustinums oder der Beginn des Breitbandausbaus. Auch die JuFa mache Meersburg attraktiv. Brütsch räumte aber auch Fehler ein, die er in seiner Zeit als Bürgermeister gemacht hat: „Auch ein Kapitän braucht seine Lehrzeit.“ Konkretes sprach er aber nicht an. Als positiv hob er hervor, dass es finanziell gut um Meersburg stehe. Brütsch sagte, dass er das kulturelle Angebot weiter ausbauen wolle. Wichtig sei ihm dabei, dass alles zukunftsorientiert ablaufe – in diesem Zuge sprach er auch einen freien WLAN-Zugang an. Er sei stolz, glücklich und dankbar, dass er in den vergangenen acht Jahren Bürgermeister von Meersburg sein durfte.

Robert Scherer

Robert Scherer sieht in Meersburg viel Potenzial. Er möchte die Stadtentwicklung vorantreiben, Wohnraum für junge Familien schaffen und Räumlichkeiten für Familien und Jugendliche in der Stadt finden. Auch der Tourismus liegt ihm am Herzen. Er betont, dass es ein Konzept sein soll, das auch den Einheimischen Vorteile bringt. Denkbar sei es, einen Wasserspielplatz beim Minigolfplatz zu errichten oder die Stadt für mobil eingeschränkte Personen zugänglicher zu machen. Das würde sowohl für die Einheimischen als auch für die Touristen die Lebensqualität steigern. Bei seinen Plänen möchte er auch die Bürger integrieren. Ihm liegt am Herzen, die Verwaltung neu zu organisieren. Er möchte sich für ein respektvolles und vertrauensvolles gemeinsames Arbeiten einsetzen. Der 49-Jährige ist studierter Bauingenieur und leitet seit vier Jahren das Bauamt in Uhldingen, wo er mit seiner Familie lebt. Die Kandidatur ist für Scherer eine Herzensangelegenheit: „Ich werde mich mit ganzer Kraft für Meersburg einsetzen.“

Alexander Schmidt

Alexander Schmidt lebt in Stockach, ist aber gebürtiger Meersburger. So könne er Entscheidungen mit einer nötigen Distanz treffen. Wenn er gewählt wird, steht für ihn fest, dass er in die Gemeinde zieht. Als gelernter Maschinenbautechniker sei er einer, der auch anpacken könne. Gleichzeitig habe er Erfahrungen auf der Führungsebene gesammelt. Das sieht Schmidt als Vorteil. Der 48-Jährige habe seit 2004 mit vielen Weiterbildungen auf das Amt hingearbeitet. Die Liste mit seinen Plänen für Meersburg ist lang: Er möchte einen Lärmaktionsplan erstellen – wenn die Bürger es wünschen, soll nachts nur Tempo 30 erlaubt sein. Er möchte eine höhere Bürgerbeteiligung schaffen, ein neues Parkleitsystem entwickeln und Räume für Jugendliche finden. „Ich will ein Bürgermeister zum Anfassen sein“, sagte er. Auch den Ortsteilen, die nicht zum Stadtkern gehören, möchte er mehr Beachtung schenken. Er betonte, dass er genau das umsetzen wolle, was viele schon vor ihm versprochen haben.

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