Julica Renn steigt in Familienunternehmen ein

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Die vielseitigen Aufgaben
Die vielseitigen Aufgaben (Foto: Julia Hanauer)
Schwäbische Zeitung
Julia Christiane Hanauer

Der Burgunderhof in Hagnau hat seit Mitte März eine neue Geschäftsführerin: Julica Renn steht nun gemeinsam mit ihren Eltern Andrea und Heiner an der Führungsspitze. Die 28-Jährige setzt bereits erste eigene Ideen um – und will auch ansonsten hoch hinaus.

„Nicht still stehen, sondern immer etwas Neues machen, das mache ich im Leben gerne“, sagt Julica Renn. Und so hat sie das Ziel, welche Richtung der Burgunderhof in Zukunft einschlagen soll, bereits vor Augen: Sie möchte die drei Standbeine des Burgunderhofs – Hotel, Weingut und Distillerie – noch enger miteinander verknüpfen. Auch ein eigenes Projekt reift aktuell im wahrsten Sinne des Wortes: Gin. „Ich habe schon immer experimentiert“, sagt die neue Geschäftsführerin, die sich das nötige Wissen für die Herstellung 2008 in der Destillateursschule am Berliner Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie aneignete. Zu viel möchte sie noch nicht preisgeben, nur: Die Zutaten kommen aus biologischem Anbau, Rezeptur und Name stehen schon und der Gin soll im kommenden Jahr auf den Markt kommen.

Zahlreiche Praktika im In- und Ausland

Ernsthaft auseinandergesetzt mit dem Gedanken, einmal in das Familienunternehmen einzusteigen, hat sich Julica Renn bereits mit 18 Jahren. Doch zunächst sammelte sie bei zahlreichen Praktika im In- und Ausland in verschiedenen Bereichen Erfahrungen. Zudem absolvierte sie an der Zeppelin Universität ein Bachelorstudium in Corporate Management and Economics und machte den Master in dem Fach Family Entrepreneurship. Gerade dieses Studium hat es ihr besonders angetan. Viele ihrer Kommilitonen kamen aus Familienbetrieben. „Jeder hat für sein Unternehmen gebrannt“, sagt Julica Renn. Nach dem Abschluss war ihr klar: Wenn sie im Burgunderhof mit einsteigt, „bleiben mir die größte kreative Freiheit und die Chance, mich selbst zu verwirklichen.“ Derzeit kreiert sie neue Etiketten. „Ich möchte nicht das machen, was alle machen“, sagt sie. Ihr Entwurf geht in Richtung Pop-Art. Ihre Eltern tragen die Ideen ihrer Tochter mit. „Sie sind offen dafür. Ich kann vieles ausprobieren“, sagt sie.

An ihrer neuen Aufgabe als Geschäftsführerin reizt sie vor allem die Vielseitigkeit: „Man muss alles können: von den Lebensmitteln bis hin zu den nackten Zahlen.“ Als Landwirtin ist sie in den Reben zu finden, auf Veranstaltungen trägt sie Abendkleid. Und bald geht es auch hoch hinaus für die 28-Jährige. Derzeit macht sie ihre Helikopter-Lizenz. Denn Stillstehen, das ist nichts für sie.

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