Holzbau Schmäh denkt an die Zukunft

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Joris Neyrinck (links) und Sebastian Schmäh sind beide stolz auf den Zukunftspreis.
Joris Neyrinck (links) und Sebastian Schmäh sind beide stolz auf den Zukunftspreis. (Foto: sapotnik)
Schwäbische Zeitung

Die Handwerkskammer Ulm hat Holzbau Schmäh mit dem ersten Platz des Zukunftspreis ausgezeichnet. Der Preis geht an Handwerksbetriebe, die in den Bereichen Innovationsfähigkeit, Digitalisierung und Nachfolge- und Unternehmenssicherung und Fachkräftesicherung besonders engagiert sind. „Wir nutzen modernste Geräte, wie Drohnen, bei der Projektplanung“, sagt Sebastian Schmäh. Diese werden nicht nur im Denkmalbereich genutzt, für den Schmäh besonders bekannt ist, sondern auch bei modernen Holzhäusern.

Schmäh hat bei der Jury die meisten Punkte gesammelt. In der Pressemitteilung der Handwerkskammer Ulm heißt es: „Bei Holzbau Schmäh stehen Innovationen, starke Mitarbeiterbindung und Engagement im Bereich Nachfolgesicherung im Zentrum der Betriebsführung. Im Denkmalbereich verbindet Schmäh modernste Technik mit traditionellem Handwerk. Das nachhaltige Wirtschaften wird dadurch deutlich, dass der Holzbaubetrieb seine gesamte Heizenergie über Restholz und Solarthermie gewinnt.“

Sebastian Schmäh selbst war nicht bei der Verleihung dabei. Er hatte an dem Abend mehrere Kunden zu Gast, denen er unter anderem den neuen Image-Film des Betriebs zeigte. Für ihn fuhren die beiden Zimmerermeister Joris Neyrinck und Urs Müller nach Ulm, um den Preis entgegenzunehmen. „Es war eine sehr gute Stimmung“, sagt Neyrinck. „Wir sind von vielen anderen Betrieben gefragt worden, wie wir das machen.“ Ein Bereich, der viele Kollegen aus anderen Betrieben interessiert, ist die Digitalisierung. Schon seit fast zehn Jahren wird die Arbeitszeit der Mitarbeiter digital erfasst. „Viele Betriebe spüren den Druck, die Zeiterfassung digital zu machen“, sagt Neyrinck. Jeder Mitarbeiter verfügt über ein Endgerät, das aussieht wie ein Mobiltelefon, über das er sich einloggt und auch abmeldet. So können die gearbeiteten Stunden bis auf die Minute genau bezahlt werden. Schmäh sei dabei auch wichtig, wie diese Methoden bei seinen Mitarbeitern ankommen. „Wir wollen auf keinen Fall, dass es so wirkt, als hätten wir kein Vertrauen“, sagt er. Aber das sei bisher kein Problem.

Geringe Mitarbeiterfluktuation

Auch die Mitarbeiterbindung sei kein Problem bei Schmäh. „Wir haben wenig Fluktuation“, sagt Schmäh. Seine Mitarbeiter blieben ihn über viele Jahre erhalten. Auch Nachwuchssorgen habe er im Vergleich zu vielen anderen Handwerksbetrieben keine. „Das liegt aber sicherlich auch an Preisen, wie den Zukunftspreis“, sagt Schmäh. Das alles sei Bestätigung für Schmäh. „Wir sind auf dem richtigen Kurs. Das motiviert ungemein“, sagt er.

Auch wenn Sebastian Schmäh erst Anfang 40 ist, denkt er langsam darüber nach, wie es mit dem Betrieb weitergehen soll, wenn er sich zur Ruhe setzt. „Wir haben ein neues Grundstück, dass sich auch dafür eigenen würde, dass dort einmal mein Nachfolger einzieht“, sagt Schmäh. Auch diese Gedanken hat die Jury mit dem Preis ausgezeichnet.

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