Gastronomen kochen für den guten Zweck

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Im Rahmen eines von Silvano Comiotto (von links) organisierten Charity-Dinners informieren die Professorinnen Charlotte Niemeye
Im Rahmen eines von Silvano Comiotto (von links) organisierten Charity-Dinners informieren die Professorinnen Charlotte Niemeyer und Tanja Vollmer über das geplante „Ren-Cluster“-Projekt an der Freiburger Uniklinik. (Foto: martina wolters)
Schwäbische Zeitung
Martina Wolters

Einen symbolischen Scheck über 10000 Euro hat Stiftungsgründer Silvano Comiotti am Samstagabend im Winzerverein an Prof. Dr. Charlotte Niemeyer als Leiterin der Freiburger Kinderonkologie überreicht. Im Rahmen eines von fünf namhaften Köchen aus Meersburg und Owingen gespendeten Charity-Dinners informierte die Kinderärztin rund 45 Gäste über die Situation ihrer jungen Patienten und die Freiburger Initiative, um ihnen und ihren Angehörigen einen lebenswerteren Klinikalltag zu schaffen.

Die Patientenschicksale über die Charlotte Niemeyer berichtete, sind sehr persönlich. Die Rede ist beispielsweise vom einem an Leukämie erkrankten Zweieinhalbjährigen, dessen Mama während seiner Chemotherapie ein Geschwisterkind entbindet, während sein Papa das neue Familienheim fertig baut. Die Onkologin erzählte auch von der hochbegabten Johanna, die nach einem Hirntumor und entsprechender Operation an Sprachlosigkeit leidet und nur ganz allmählich wieder in den Lebensalltag zurückfindet.

Wie individuell die Schicksale der jungen Krebspatienten auch sind, eins haben sie gemeinsam: Den jungen Erkrankten fehlt eine Umgebung im Klinikbereich, wo sie einmal ungestört sein können, spielen oder chillen oder gemeinsam mit ihren Eltern eine Art Familienleben haben können.

Das alles und noch viel mehr soll ein „REN-Cluster“ künftig bieten, das in Zusammenarbeit mit der Professorin für Architekturpsychologie Tanja Vollmer und der Architektin Gemma Koppen aus Rotterdam entwickelt wurde. „REN-Cluster“ bedeutet „Raum für Entwicklung und Normalität“ und soll auf rund 4000 Quadratmetern sowohl den Patientenbedürfnissen als auch den Bedürfnissen der Eltern gerecht werden.

Wie dringend nötig es ist, psychologisch betreut zu werden und Platz zu haben zum Beispiel für Ängste, Sorgen und Fragen hat der Stiftungsleiter selbst erlebt, als seine Frau 1990 mit nur 36 Jahren an Krebs erkrankte und schließlich daran verstarb. Seit ihrem Tod setzt er sich nun per gemeinwohlorientierter Stiftung dafür ein, dass Schwerkranke rundum besser betreut werden. Er freute sich offenkundig, der Freiburger Initiative unter die Arme greifen zu können. Die Freude der Klinikleiterin war ebenfalls groß beim Anblick der überreichten Schecksumme.

Das kredenzte Menü von Austern bis Exotik- Kokosnuss kam von den fünf Meersburger Restaurants „Duetto“, „Armeemuseum“, „Drei Stuben“, „Residenz am See“ und „Schiff“ sowie vom Owinger Lugenhof. Die Räumlichkeiten stellte der Meersburger Winzerverein zur Verfügung.

Infos zur Stiftung und zur Freiburger Initiative gibt es unter:

www.comiotto-stiftung.dewww.initiative-kinderklinik.de

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