Festakt für Monika Taubitz in Sommertalhalle verlegt

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Monika Taubitz wird zur Ehrenbürgerin der Stadt Meersburg ernannt.
Monika Taubitz wird zur Ehrenbürgerin der Stadt Meersburg ernannt. (Foto: Archiv/CHV)
Schwäbische Zeitung

Der Festakt für Monika Taubitz wird in die Sommertalhalle verlegt. Am heutigen Donnerstag, 22. Februar, ab 19 Uhr, wird die Meersburgerin in einem feierlichen Festakt die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen.

Bereits im Vorfeld sei eine so überwältigende Zahl an Anmeldungen eingegangen, dass der Festakt nun nicht wie geplant im Spiegelsaal des Neuen Schlosses, sondern in der Meersburger Sommertalhalle stattfinden werde, teilt die Stadtverwaltung mit. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Robert Sherer und ein Grußwort von Landrat Lothar Wölfle hält Siegmund Kopitzki die Laudatio. Die Knabenmusik Meersburg umrahmt den Festakt musikalisch.

Mit Taubitz zeichne die Stadt Meersburg eine Persönlichkeit aus, die sich durch ihr jahrzehntelanges Engagement in Meersburg als Künstlerin, Kulturvermittlerin und als Mensch in außerordentlichem Maße nicht nur für Kunst und Kultur sondern auch für Völkerverständigung und Integration einsetze, begründet die Stadtverwaltung die Ernennung zur Ehrenbürgerschaft. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges aus ihrer schlesischen Heimat vertrieben, fand Monika Taubitz seit 1965 in Meersburg die „zweite Hälfte ihrer Heimat“, wie sie selbst in Anlehnung an ein Droste-Zitat sagt. Die westfälische Dichterin war 1962 auch der erste Berührungspunkt mit der Stadt Meersburg für die junge Monika Taubitz. Sie besuchte als Schülerin das Fürstenhäusle und ließ sich 1965 auf eigenen Wunsch als Lehrerin nach Meersburg versetzen. Bis zu ihrer Pensionierung 1997 war sie an der Sommertalschule tätig. Ihre freie Zeit hat sie immer dem kulturellen Erbe der Stadt und dem Werk der Annette von Droste-Hülshoff gewidmet. Eine enge Freundschaft und Zusammenarbeit verband sie mit der Baronin von Bothmer, der sie, wie auch der Stadt, 2016 mit der Biografie „Asche und Rubin“ ein Denkmal setzte.

Ihrer zweiten Heimat Meersburg und dem Bodensee hat Monika Taubitz in Gedichten sowie mit dem Meersburger Lesebuch „Schön wie der Mond“ ein literarisches Gedenken gegeben. Einige ihrer Gedichte wurden in polnischen Schulbüchern abgedruckt. Damit gehört eine Meersburger Dichterin deutscher Sprache in Polen zum offiziellen literarischen Kanon. Als „Vertriebene“ nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Flüchtlings- und Integrationsproblematik ein weiteres zentrales Thema in Taubitz‘ literarischem Werk. Für ihren Einsatz zur deutsch-polnischen Versöhnung wurde sie mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Zuletzt 2014 mit dem Bundesverdienstkreuz.

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