Ein Doppelzentner Soja bringt rund 42 Euro ein

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In Kooperation mit dem Soja-Netzwerk (LTZ Augustenberg) hat der Meersburger Landwirt Jürgen Otterbach (rechts) Interessierten a
In Kooperation mit dem Soja-Netzwerk (LTZ Augustenberg) hat der Meersburger Landwirt Jürgen Otterbach (rechts) Interessierten a (Foto: MArtina Wolters)
Schwäbische Zeitung
Martina Wolters

Seit dem Jahr 2011 baut Junglandwirt Jürgen Otterbach Sojabohnen an. Mit seinem 75 Hektar umfassenden Hof in Schiggendorf ist er als Demonstrationsbetrieb Teil eines bundesweiten „Soja-Netzwerkes" des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg (LTZ) in Karlsruhe, das Erfahrungen bündeln und die Sojabohnenkultur verbreiten möchte. In Kooperation mit der LTZ hat Otterbach am Dienstagvormittag rund 40 Interessierten aus der regionalen Landwirtschaft seine Sojaschläge und Schauparzellen gezeigt und über seine Anbaupraxis berichtet.

Sein Bericht fällt recht positiv aus. Hatte er die eiweißreiche Nutzpflanze vor drei Jahren zwischen Mais und Weizeneinsaat nur auf zweieinhalb Hektar angepflanzt, brachten ihm im Jahr 2013 schon sechseinhalb Hektar rund 40 Doppelzentner Ertrag ein. Der Doppelzentner bringt im Schnitt 42 Euro ein.

Ein Großteil seiner Ernte vermarktet er über die Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft (ZG Raiffeisen), den Rest mischt er direkt und ungetoastet unter das Kraftfutter seines Milchviehs. Mit dem ebenfalls geladenen Dr. Uwe Kaminski von dem Raiffeisen Kraftfutterwerk Kehl ist er sich einig, dass gut ein Kilogramm Soja pro Kuh und Tag als Kraftnahrung ausreicht. Kälber sind ausgeschlossen.

Mehr Vollsoja sei aufgrund des hohen Fettanteils und enzymhemmender Faktoren für das Vieh nicht verdaubar. Durch Erhitzen oder Toasten kann laut des Experten eine bessere Verdaulichkeit erreicht und das enthaltene Protein besser verwertet werden, so dass das wärmebehandelte Endprodukt schließlich auch an Geflügel und Schweine verfüttert werden könne.

Beim Anbau selbst wird nach Angaben des Landwirtes mit einer Spezialmischung aus der ZG ohne den Einsatz von Stickstoff mit Phosphat, Kali und Magnesium gedüngt. 60 Körner pro Quadratmeter sät er von April bis Mai aus. Bis zur Ernte von Mitte September bis Oktober fallen alle Blätter ab. „Wenn die Pflanze raschelt ist sie dresch-reif", verrät Otterbach.

Damit die Sojapflanze vor dem Dreschen nicht mehr als den in Deutschland gängigen Standardwassergehalt von neun bis 14 Prozent enthält, muss er in neblig-feuchten Wetterlagen rechtzeitig ernten. Und noch einen Tipp gibt der Jungbauer seinen Besuchern mit auf den Weg: „Soja ist in der Keimphase empfindlich“, sagt er. Bei Temperaturen unter Null Grad kann es nach seinem Wissen zu einem Totalausfall kommen.

Wer sich für das „Soja- Netzwerk interessiert, kann sich beim Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg in Karlsruhe unter der Telefon 0721 / 9518-224, E-Mail sojanetzwerk@ltz.bwl.de, informieren. Informationen gibt es auch im Internet unter

www.sojafoerderring.de/aktuell/demonstrationsnetzwerk

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