Droste-Gymnasium verabschiedet Schulleiterin

Lesedauer: 7 Min
Yvonne Durawa

Mit einem großen Festakt ist am Montag der Führungswechsel am Meersburger Droste-Hülshoff-Gymnasium begangen worden. Schulleiterin Annette Brunke-Kullik zieht es an die Deutsche Schule Athen, für sie übernimmt Philipp Strack. Der Studiendirektor war bis zuletzt stellvertretender Schulleiter am Häfler Graf-Zeppelin-Gymnasium.

Allein die Vielzahl der Gäste ließ erahnen, wie bedeutend der Tag und die Verabschiedung Brunke-Kulliks für die Schule, die idyllisch oberhalb der Bodenseeufers liegt, war: Susanne Pacher, Abteilungspräsidentin im Regierungspräsidium Tübingen, Christian Auers, Vertreter des Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Bürgermeister Martin Brütsch, Joachim Rohrer, Vertreter der Aufbaugymnasien, Schülersprecher, Elternbeiratsvorsitzende und Vertreter des örtlichen Personalrats am Droste-Hülshoff-Gymnasium (DHG) sowie viele Weggefährten waren gekommen, um sich mit warmen Worten und musikalischen Beiträgen von der Schulleiterin zu verabschieden – wenn auch einige nicht verstünden, „wie man das Dienstzimmer mit dem schönsten Ausblick Deutschlands einfach so aufgeben kann“, wie Pacher mit einem Augenzwinkern sagte.

Mit dem Abschied Brunke-Kulliks ende in Meersburg eine Ära. „Mit ihrem Wirken hat sie ein Stück DHG-Geschichte geschrieben“, sagte Pacher. Sie ging nicht nur auf die große architektonische Umgestaltung im Schulgebäude ein, die Brunke-Kullik in ihrer zwölfjährigen Dienstzeit maßgeblich gestaltete. Pacher hob Brunke-Kulliks Mut zur Veränderung sowie ihr Engagement im Schulalltag hervor, lobte die Fähigkeit quer zu denken und stets das Große im Blick gehabt zu haben. „Klein-Klein ist nicht ihre Sache“, so Pacher. Dass dies stimmt, lässt sich an der Wahl der neuen Wirkungsstätte in Athen erkennen. In der griechischen Hauptstadt wird Brunke-Kullik Leiterin der Deutschen Schule, die neben den Sekundarstufen 1 und 2 auch einen Kindergarten beheimatet.

Der Weggang von Meersburg sei keine Entscheidung „weg von“, sondern eine „hin zu“ gewesen, sagte die scheidende Schulleiterin. Nach mehr als einem Jahrzehnt wolle sie „Idylle und Kleinstadt“ gegen die „Großstadt am Meer“ tauschen. Dass der Abschied trotz spannender Perspektiven im Ausland nicht leicht falle, war der sympathischen Schulleiterin anzumerken. Das DHG sei eine tolle und ganz besondere Schule, „an der es keinen Tag langweilig war“, was ihrem Wesen als ungeduldiger und umtriebigen Menschen sehr entgegenkam, wie sie sagte.

Ihrem Nachfolger Philipp Strack übergab sie gestern nicht nur einen USB-Stick mit den Inhalten des neuen Lehrplans, sondern auch eine Schule mit „wirklich tollen Schülern, Eltern, Lehrern und Mitarbeitern“. Den Leitgedanken des DHG, „Schüler stark zu machen, damit sie die Zukunft meistern können“, sehe er als zentralen Teil seines Alltags als Schulleiter, sagte Struck in seiner Vorstellung. Er freue sich auf die vielen Begegnungen im Gymnasium und darauf, die kleine, aber feine Schule von der Pike auf kennenzulernen. Dass die Schule mit Strack eine gute Entscheidung getroffen habe, hob Susanne Pacher hervor. Der geborene Lübecker sei sehr strukturiert, beharrlich und ein guter Zuhörer, „auch für Zwischentöne“.

Apropos Töne: Tief beeindruckt zeigte sich Christian Auers als Vertreter der Aufbaugymnasien im Ministerium für Kultur, Jugend und Sport von den musikalischen Beiträgen, die die Blechbläser des Unterstufenorchesters, Julian Burdenko (Klavier), das Saxofonquartett der Jahrgangsstufe 1, die Sängerinnen Noabelle Chegaing, Caroline Miez und Franziska v. Stryk sowie der gesamte Schulchor zum Besten gaben. In seinen Grußworten hob Auers den hervorragenden Ruf der Schule im Allgemeinen und die tatkräftige Leitung im Besonderen hervor. „Ich danke Ihnen im Namen des Landes für die hervorragende Arbeit.“

Picknick in Athen

„Mit ungeheurer Energie“ habe sie diese Schule gestaltet, lobte Sigrid Brodbeck die Leitung Brunke-Kulliks. Sie habe neue Strukturen und Verbindlichkeiten geschaffen, Abläufe geregelt und das soziale Lernen vorangebracht. Außerdem aus der Schulleitung ein Leitungsteam gemacht, wenn auch es im Alltag in manch’ Angelegenheit zu Misstönen kam, sagte Brodbeck, die die Konstruktivität und Verlässlichkeit der Schulleiterin besonders schätzte.

Kim Schmitz und Felix Penert, Schülersprecher am DGH, gaben in ihrem kurzweiligen und amüsanten Grußwort den Schülern in Athen den Ratschlag, bei einem eigentlich deutlichen „Nein“ der Schulleiterin, „einfach zwei Wochen später nochmal bei ihr vorbeizuschauen“. Denn eine Sache habe Brunke-Kullik stets ausgezeichnet: ihre offene Art und ihr offenes Ohr für ihre Schüler.

Nicht nur für die Schule, auch für die kommunale Politik ist der Weggang Annette Brunke-Kulliks ein Verlust. Auch als Gemeinderätin, die sie bis vor Kurzem war, habe sie sie in der Stadt stark eingebracht, sagte Bürgermeister Martin Brütsch in seiner Ansprache. Mit einem „grand Merci“ in Anspielung auf Brunke-Kulliks Frankophilie übergab der Schultes einen Picknickkorb mit Köstlichkeiten „für einen lauen Sommerabend in Athen“.

Ein akustisches Abschiedsgeschenk machte Joachim Rohrer als Vertreter der Aufbaugymnasien der scheidenden Schulleiterin: Er spielte und sang ihr ein kleines Abschiedslied. „Athene hat sich auf dem Transfermarkt der Schulleiter für Annette entscheiden. Eine gute Wahl.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen