Der Klimawandel stellt auch Winzer am Bodensee vor Herausforderungen

Lesedauer: 8 Min
Bauer neben einer Weinrebe
Trotz Klimawandel setzt der Winzerverein Hagnau auf traditionelle Rebsorten wie den Weißburgunder, den Karl Megerle hier liest. (Foto: Barbara Baur)

Genossenschaft setzt auf Handarbeit

Der Winzerverein Hagnau ist die älteste Winzergenossenschaft Badens. Sie wurde 1881 von Pfarrer und Schriftsteller Heinrich Hansjakob gegründet, zu einer Zeit, in der sich die Winzer in einer wirtschaftlichen Notlage befanden. Der Zusammenschluss sollte bewirken, dass sie sich gegen die Weinhändler behaupten und bessere Preise für ihre Ware erzielen konnten.

Das Konzept hat sich bewährt. Heute bewirtschaften 52 Winzerfamilien 170 Hektar Rebflächen, die zum Großteil auf der Hagnauer Gemarkung, teils aber auch in Immenstaad und Markdorf liegen. Hauptsächlich bauen sie Müller-Thurgau und Blauen Spätburgunder an, aber auch Grauburgunder, Weißburgunder, Bacchus, Kerner, Regent, Auxerrois, Sauvignon Blanc und Souvignier gris.

Die Familienbetriebe im Winzerverein halten an der Handarbeit fest. Alle Trauben werden von Hand gelesen. Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass schlechte Trauben bereits während der Lese aussortiert werden können, was sich positiv auf die Qualität des Weins auswirkt. „Die akkurate Bewirtschaftung ist nur mit den vielen kleinen Betrieben möglich“, sagt Vorstandsvorsitzender Karl Megerle. „Wir können bei der Handlese viel selektiver vorgehen als mit einem Vollernter.“

Dieses Jahr erwarten die Hagnauer eine gute Ernte. „Die Menge ist durchschnittlich, aber die Qualität ist überdurchschnittlich“, sagt Megerle. Pro Jahr produziert der Winzerverein 1,2 bis 1,3 Millionen Liter. Seine Produkte vermarktet der Winzerverein direkt. Viele Hagnauer Winzer haben sich im touristischen Bereich ein zweites Standbein geschaffen und vermieten Ferienwohnungen.

Karl Megerle (62) stammt aus einer Winzerfamilie und kennt – wie die meisten Winzer – den Weinbau von klein auf. Mit seiner Familie bewirtschaftet er einen Wein- und Obstbaubetrieb. Seit 2001 ist er der Vorstandsvorsitzende des Winzervereins. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Damit die Reben trotz der Wetterextreme gut wachsen, müssen sie noch mehr gehätschelt werden. Die Hagnauer setzen dabei vor allem auf die optimale Bewirtschaftung der Böden.

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Genossenschaft setzt auf Handarbeit

Der Winzerverein Hagnau ist die älteste Winzergenossenschaft Badens. Sie wurde 1881 von Pfarrer und Schriftsteller Heinrich Hansjakob gegründet, zu einer Zeit, in der sich die Winzer in einer wirtschaftlichen Notlage befanden. Der Zusammenschluss sollte bewirken, dass sie sich gegen die Weinhändler behaupten und bessere Preise für ihre Ware erzielen konnten.

Das Konzept hat sich bewährt. Heute bewirtschaften 52 Winzerfamilien 170 Hektar Rebflächen, die zum Großteil auf der Hagnauer Gemarkung, teils aber auch in Immenstaad und Markdorf liegen. Hauptsächlich bauen sie Müller-Thurgau und Blauen Spätburgunder an, aber auch Grauburgunder, Weißburgunder, Bacchus, Kerner, Regent, Auxerrois, Sauvignon Blanc und Souvignier gris.

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Dieses Jahr erwarten die Hagnauer eine gute Ernte. „Die Menge ist durchschnittlich, aber die Qualität ist überdurchschnittlich“, sagt Megerle. Pro Jahr produziert der Winzerverein 1,2 bis 1,3 Millionen Liter. Seine Produkte vermarktet der Winzerverein direkt. Viele Hagnauer Winzer haben sich im touristischen Bereich ein zweites Standbein geschaffen und vermieten Ferienwohnungen.

Karl Megerle (62) stammt aus einer Winzerfamilie und kennt – wie die meisten Winzer – den Weinbau von klein auf. Mit seiner Familie bewirtschaftet er einen Wein- und Obstbaubetrieb. Seit 2001 ist er der Vorstandsvorsitzende des Winzervereins. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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