Burgenstadt verwandelt sich über 1000 Jahre zurück

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Die „Cavalierie di Santa Fina“ aus der Partnerstadt San Gimignano gaben nicht eher Ruh bis einer von ihnen als Sieger aus den Sc (Foto: mw)

Eindrucksvoll wie immer hat sich der Mittelaltermarkt am Wochenende präsentiert, organisiert von Inge und Harald Welker. Das Flair der damaligen Zeit war überall in den Gassen Meersburgs zu spüren. Kein Wunder, bei 250 mittelalterlich gekleideten Akteuren nebst vielen ebenso prächtig gewandeten Festbesuchern. Gäste aus nah und fern erfreuten sich an den Späßen der Gaukler, Jongleure und Tänzer und nächtens am Feuerspektakel mit Zauberei und Fackelschein. Der Bregenzer Feuerschlucker Taranis hat dabei den Weltrekord im Feuerschlucken aufgestellt. Egon Rusch, wie der Gott des Feuers mit bürgerlichem Namen heißt, schaffte es am Samstagabend, statt der bisherigen 87 Feuerbälle pro Minute  sich tatsächlich 118 einzuverleiben. Taranis nächtlicher Auftritt krönte damit das mittelalterliche Spektakel.

Fahrendes Händlervolk bot Ohrgehänge, allerlei Kräuter oder bereiteten besondere Leckereien wie frisch gebrannte Nüsse. Das Programm war bunt und bediente wie immer Groß und Klein mit Märchenerzählern, Komödianten, Musikern und Tänzern. Das Freiluftschauspiel „Mord auf dem See“ um den ehemaligen Meersburger Schultes Simon Weinzürn brachte Bewegung in das mittelalterliche Gesamtspektakel und entpuppte sich auch diesmal wieder als Publikumsmagnet. Mittendrin im historischen Kampf mit dem Bischof um Stadtherrschaft und Bürgerrecht fieberten die Zuschauer mit. Gespannt verfolgten sie das Schauspiel, gekonnt dargeboten von der Gruppe „Autumnus Medievalis“, bis zu seinem dramatischen Ende. Imposant angeführt von den Trommlern der Meersburger Partnerstadt San Gimignano, den toskanischen „Cavalieri di Santa Fine“, geleitete ein Besucherstrom das rebellische Stadtoberhaupt auf seinem letzten Gang hinunter zum See.

Dass der Schrecken schnell in Vergessenheit geriet, dafür sorgten die 60 toskanischen Kostümträger aus der Partnerstadt. Mit eindrucksvollen Trommelschlägen geleiteten sie das zuschauende Volk über die Burgweganlagen zurück zum historischen Marktgeschehen, nicht ohne das ein oder andere Tänzchen aufzuführen. Schwungvoll wirbelten ihre Trachtenfrauen über das Meersburger Kopfsteinpflaster. Ihre anmutige Darstellung der mittelalterlichen Tanzkunst erntete ebenso großen Beifall wie die Auftritte ihrer männlichen Kollegen. Wild stürzten sich die toskanischen Rittersleute im Schwertkampf aufeinander und gaben erst Ruhe, wenn einer von ihnen sich als Sieger herausstellte.

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