Bodensee-Weinprinzessin Pia Dreher vertritt ihre Heimat

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 Als Bodensee-Weinprinzessin eröffnet Pia Dreher (links) Weinfeste, wie hier auf dem Foto zusammen mit der badischen Weinkönigi
Als Bodensee-Weinprinzessin eröffnet Pia Dreher (links) Weinfeste, wie hier auf dem Foto zusammen mit der badischen Weinkönigin Miriam Kaltenbach das in ihrer Heimatstadt Meersburg. (Foto: ANDY HEINRICH)

Als Bodensee-Weinprinzessin ist Pia Dreher ein Jahr lang das Gesicht der Weinregion am deutschen Bodenseeufer. In ihrer Funktion wird sie vor allem bei offiziellen Anlässen wie der Eröffnung von Weinfesten präsent sein. Hinter dem Amt steckt aber viel mehr, als ein Krönchen und ein hübsches Dirndl zur Schau zu tragen. Denn die Weinprinzessin hat Termine und Pflichten, vertritt die Winzer und ihre Produkte – und muss jede Menge über die edlen Tropfen wissen.

Eigentlich steckt die 18-Jährige mitten in ihrer Ausbildung zur Schreinerin, später möchte sie noch Innenarchitektur studieren. Feine Kleider und Krönchen gehören also zumindest derzeit nicht unbedingt zu ihrem Alltag. Trotzdem reizte es sie, sich für das Amt zu bewerben. Denn als Meersburgerin ist sie mitten in einer Weinregion aufgewachsen. Die Weinhoheiten hat sie schon als Kind gesehen und bewundert. Als Schülerin – sie besuchte das Droste-Hülshoff-Gymnasium in ihrer Heimatstadt – hatte sie die Weinberge direkt vor der Tür und konnte die Winzer das ganze Jahr über bei ihrer Arbeit in den Reben beobachten. Vor allem im Herbst, wenn sie ihre Trauben beim Staatsweingut nebenan ablieferten, war sie beeindruckt von deren Arbeit. „Das Interesse für den Wein ist bei mir dadurch gewachsen“, sagt sie. So sei sie auf den Gedanken gekommen, sich als Bodensee-Weinprinzessin zu bewerben.

Eine wichtige Rolle spielt für sie auch ihre Heimatverbundenheit. „Ich finde es spannend, jemand zu sein, der die Region vertritt“, sagt Pia Dreher. Meersburg, wo sie aufgewachsen ist und ihre Familie lebt, sei ihr wichtig. Außerdem sei der Wein, der die Region prägt, an sich schon ein spannendes Produkt mit einem faszinierenden Entstehungsprozess. „Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, umso interessanter wird es“, sagt sie. Übrigens gebe es einige Parallelen zwischen ihrem Beruf als Schreinerin und dem Beruf der Winzer. „Die Winzerkunst ist auch ein Handwerk, bei dem man etwas entwirft, was für den Kunden eine Freude ist“, sagt sie. Ähnlich wie Winzer die Entstehung des Weins begleiten, sei auch ein Schreiner bei der Entstehung seiner Produkte von Anfang bis Ende dabei.

Dass sie als Weinprinzessin viele repräsentative Termine wie die Eröffnung von Weinfesten wahrnehmen und dabei vor vielen Menschen sprechen muss, schreckt sie nicht ab. Im Gegenteil: „Ich freue mich schon darauf, bei Festlichkeiten ein paar nette kleine Worte zu sagen, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und für mich etwas dazuzulernen“, sagt sie. In solchen Dingen hat sie ohnehin schon Erfahrungen gesammelt: Bei Konzerten der Stadtkapelle Meersburg, in der sie Saxophon spielt, sagt sie die Stücke an.

Dass sie sich mit dem Thema Wein intensiv befasst hat, konnte sie vor der Jury am Tag ihrer Wahl unter Beweis stellen. Neben vielen Fragen zum Wein und seinem Anbau musste sie einen Wein beschreiben: das Aussehen, den Duft, den Geschmack. Dass die Kandidatin dann noch die richtige Sorte errät, ist aber kein Kriterium für die Jury. Doch Pia Dreher hat es geschafft. Sie hat den Wein, der ihr gereicht wurde, als Grauburgunder identifiziert. „Da war ich selbst überrascht“, sagt sie und freut sich. Denn der Unterschied zwischen Weiß- und Grauburgunder sei auch mit etwas Übung gar nicht so leicht herauszuschmecken.

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