B 31-neu: Meersburger stellen Trasse vor

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Schwäbische Zeitung

Der Meersburger Initiativ-Kreis B 31-neu (MIK) hat am Mittwochabend im Wein- und Kulturzentrum eine neue Idee für eine Trasse zwischen Meersburg und Immenstaad vorgestellt. „Uns ist wichtig, dass soviel Naherholungsfläche wie nur möglich erhalten bleibt. Das gilt für Meersburg und Hagnau gleichermaßen“, sagte Rudolf Landwehr, der die Trasse gemeinsam mit Hans-Heinrich Gerth im vollbesetzten Saal präsentierte.

Die vorgestellte Trasse soll von Meersburg Richtung Hagnau südlich von Stetten bei Harlachen vorbei führen, in der Nähe der alten Kläranlage. Dann soll die Strecke das Tal ein stückweit hoch wandern bis auf Höhe der Wilhelmshöhe in Hagnau und dem Sportplatz und dort einen Anschluss zur Ittendorfer Straße haben. Von dort aus soll die Straße in einem Bogen wieder herunter auf die B31 geführt werden. „Uns ist es wichtig, die vorhandene Straße auszubauen“, sagte Landwehr.

Die Mitglieder der Initiative schlagen zudem vor, dass dieser Teil der Trasse in einem fünf Meter tiefen Trog verläuft, der auch überdeckelt werden kann. Vor allem im Bereich der Reben, damit eben die gewünschte Naherholungsfläche erhalten bleibt. Außerdem soll durch den Tunnel der Verkehrslärm von den Wohngebieten ferngehalten werden.

Die Initiative ist davon überzeugt, dass dafür eine dreispurige Straße ausreicht. „Wenn man 120 Kilometer pro Stunde fährt, was auf einer Bundesstraße durchaus normal ist, reichen auch drei Spuren aus“, sagte Landwehr. Sie würden schließlich keine Kurzautobahn wollen. „Man sollte nicht größer bauen als unbedingt notwendig“, sagte Gerth.

Ihnen sei wichtig, dass Riedetsweiler nicht durchschnitten wird, wie es bei anderen Trassenvorschlägen der Fall ist. Bei den Ideen der Nachbargemeinden spielt auch immer wieder die Fährenzufahrt in Meersburg eine wichtige Rolle. „Für uns ist das aber ein neuralgischer Punkt“, sagte Landwehr. Erst 2030 werde die Fährenzufahrt in Meersburg im Verkehrsbauplan eine Rolle spielen. Der Plan von Stetten, der einen Tunnel zur Fähre vorsieht, sei unrealistisch.

Kritik am Dialogforum

Vertreter der betroffenen Gemeinden des B 31-neu Ausbaus, darunter Bürger, Bürgerinitiativen aber auch der Bürgermeister, Verbände sowie Gutachter des Regierungspräsidiums Tübingen (RPT) suchen in einem Dialogforum gemeinsam nach einer passenden Trasse. Derzeit werden Verkehrs- und Umweltgutachten erstellt, die im Frühjahr 2018 vorgestellt werden sollen. Zudem konnten die Teilnehmer ihre Vorschläge für eine passenden Trasse vorlegen.

Auch dazu gaben Gerth und Landwehr einen Überblick in ihrer Präsentation. Sie ärgern sich darüber, dass der politische Begleitkreis Meersburg nicht erlaubt, sich durch einen externen Verkehrsfachmann beraten zu lassen. „Wir finden das nicht zugänglich für eine fachgerechte Diskussion“, sagte Gerth. Außerdem bezweifeln die Meersburger das vom RPT aufgegebene Verkehrsgutachten in seiner Methodik dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Ihrer Meinung nach wird der ÖPNV und seine Entwicklungen darin zu wenig beachtet.

In der Vergangenheit waren sich Meersburger und Hagnauer nicht einig, was eine sinnige Trassenführung betrifft. „Wir wollen den Hagnauern nichts vorschreiben“, sagte Landwehr. Meersburg sei, wie die anderen Gemeinden auch, dazu aufgefordert, Vorschläge zu machen. Gerth und Landwehr sind sich im Klaren darüber, dass die Diskussion weitergehen wird. „Wir sind uns bewusst, dass eine Trasse aus all den Vorschlägen herauszufiltern, die für alle passt, sehr schwierig wird“, sagte Gerth.

Weitere Informationen zum MIK gibt es im Internet unter

www.mik-b31neu.de

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