Zusammenleben im Quartier als Wohnform der Zukunft

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Katja Fleschhut (BUS-Gemeinderätin) überreicht Manne Lucha Apfelsaft und Kaffee als Dankeschön für den Vortrag und die Wahlkampf
Katja Fleschhut (BUS-Gemeinderätin) überreicht Manne Lucha Apfelsaft und Kaffee als Dankeschön für den Vortrag und die Wahlkampfunterstützung. (Foto: kesc)
Kerstin Schwier

Auf Manne Lucha ist Verlass. Seit vielen Jahren begleitet und unterstützt der Grünen- Politiker die BUS (Bürgerliste für Umwelt und Soziales) in Meckenbeuren bei ihren Wahlkämpfen. So auch bei der anstehenden Gemeinderatswahl. Allerdings tut er dies nicht in seiner Funktion als Sozial- und Integrationsminister, sondern als zuständiger Wahlkreisabgeordneter der Grünen im Stuttgarter Landtag. Am Freitagabend kam er auf Einladung der BUS in die Lebensräume für Jung und Alt am Meckenbeurer Bahnhof.

Dabei war der Veranstaltungsort nicht ohne Hintergedanken gewählt, ging es bei Luchas Vortrag doch um die Frage: „Wie wollen wir künftig zusammenleben?“. Für Lucha ist die eindeutige Antwort darauf ein Zusammenleben im Quartier, ein gemeinsames Miteinander von Jung und Alt, mit und ohne Unterstützungsbedarf.

Doch bevor er näher auf dieses Thema einging, wurden er und die rund 30 interessierten Zuhörer, darunter viele BUS-Kandidaten für den Gemeinderat, von Ursula Herold-Schmidt und Katja Fleschhut (beide BUS) willkommen geheißen. In ihrer Begrüßungsrede erinnerte Fleschhut an die vielen politischen Wegstationen des „grünen Urgesteins“. „Toll, dass Du trotz deines vollen Terminkalenders den Weg nach Meckenbeuren gefunden hast und uns wieder im Wahlkampf unterstützt,“ bedankte sich die Gemeinderätin bei Lucha. Dieser ergänzte ihren Rückblick auf seine politische Vita mit der Information, dass er gerade sein 40-jähriges Grünen Jubiläum feiere. „1979 habe ich meinen ersten grünen Wahlkampf bestritten. Ich durfte damals im Europa-Wahlkampf Petra Kelly mehrere Tage das Tascherl hinterhertragen“, erzählte Lucha und ließ die Errungenschaften seiner Partei in den vergangenen Jahrzehnten Revue passieren. Er sei stolz, dass die Grünen sozialpolitisch ein gutes Profil entwickelt haben und im Unterschied zur klassischen Sozialdemokratie, die sich mehr auf den Staat verlasse, eher partizipative und mitgestaltende Politik machen. Der „Selbstbestimmungscharakter im Rahmen einer kollektiven Verantwortung“ stehe im Vordergrund, „nicht dieses strenge: es wird für dich gesorgt,“ so der Minister. Ein Grund, warum die Grünen heute so gut dastünden, sei ihre kommunale Verankerung. „Die haben wir stabil gehalten. Unsere Wurzeln waren immer schon vor Ort,“ erklärte er das grüne Erfolgsmodell. Niemanden ausgrenzen, Förderung der Bildung, auch der frühkindlichen, und Schaffung neuen Wohnraumes nannte er als wichtige Eckpunkte für das künftige Zusammenleben. Dabei solle nicht einfach „ein Wohnheim hingestellt werden“, sondern Wohnraum mit Hilfsangebot gefördert werden. Mit Blick auf die immer älter werdende Gesellschaft und deren Wunsch, möglichst lange selbständig zu leben, sei das Leben im Quartier die ideale Lösung, befand Lucha. Als Beispiel für ein gelungenes Quartiersprojekt nannte der Sozialminister das St.-Anna-Quartier in Tettnang. „Die Förderausschreibung läuft noch“, verkündete er und empfahl, dass sich Meckenbeuren darum bewerben solle. Ein Gedanke, der auch Annette Mayer schon länger umtreibt. „Wir wollen, dass in Sachen Quartier Buch endlich etwas weitergeht. Wir wollen weg vom klassischen Neubaugebiet mit ein bis zwei Familienhäusern“, erklärte die BUS-Rätin.

Mit heimischem Apfelsaft und Meckenbeurer Kaffee wurde Manne Lucha verabschiedet.

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