Zuhörer genießen die „Kunst der Hörner“

Lesedauer: 4 Min
Karin Schütrumpf

Seit einem Jahr musizieren sie zusammen, nun standen sie erstmals gemeinsam auf der Bühne. Das Bläserquartett ars bucinarum (Kunst der Hörner) präsentierte in der Pauluskirche ein abwechslungsreiches Neujahrskonzert.

Die vier Musiker Jörg Scheide, Fabian Koch und Torsten Steppe (Posaune) und Bernhard Klein (Tuba) zeigten, wie vielseitig Blasmusik sein kann. Nach einer kräftigen Begrüßungsfanfare versprach Musikschulleiter Jörg Scheide: „Unsere Posaunen können mehr als laut und dramatisch ein Orchester oder einen Chorgesang unterstützen. Die Posaune ist eines der wenigen Blasinstrumente das alle Töne spielen kann.“ Scheide hatte nicht zu viel versprochen.

Zuerst entführten die Musiker mit Tänzen von Praetorius in die Zeit der Renaissance, wo Tuba und Posaunen den huldvollen Schreittanz eines Königs begleiteten. In der „Suite Basiliensis“ präsentierten die Bläser temperamentvolle Rhythmen aus Brasilien ebenso wie Melodien mit schwermütigem, südamerikanischen Charme. „Nun ist Ihre Fantasie gefragt“, leitete Jörg Scheide den nächsten Block ein. Mit Bernie’s Pancake Walk“ brachte Tubaspieler Bernhard Klein eine eigene Komposition aus nur vier Tönen ins Programm ein. „Stellen Sie sich vor, Sie würden Eier in die Schüssel schlagen und Marmelade als Beilage für den Pfannkuchen kochen“, regte Scheide die Zuhörer an. In „Choral 108“ verarbeitete der Komponist seine Militärzeit. Nachempfinden konnte das Publikum die vom Quartett hörbar gemachten Schmerzen durch ein Überbein im Stück „Hallux Valgus“ und würdigte die Eigenkompositionen von Bernhard Klein mit Applaus.

Bei den „Seven Impressions“ des Komponisten George Cole ließen die Musiker akustisch einen „Brummkreisel“ rotieren, einen „Gaukler“ auftreten, vermittelten Abendzeitstimmung und intonierten die Atmosphäre beim „Sonntagsspaziergang“. Eine frische Melodie erinnerte an einen „lustigen Kavalier“. Sogar „Vesperglocken“ konnten die Bläser erklingen lassen.

Publikumsliebling waren das Medleys mit bekannten Melodien von George Gershwin, das mit donnerndem Applaus belohnt wurde. Auch beim anschließenden Christmas Medley zeigten sich die Zuhörer begeistert. Abschluss des Neujahrskonzerts sollte eigentlich der beliebte Song „What a wonderful world“ von den Komponisten Weiss und Douglas sein.

Anhaltender Applaus forderte aberenergisch eine Zugabe von den vier Musikern. Das Quartett war vorbereitet und verabschiedete das Publikum mit „Mister Sandman“ musikalisch in den ersten Abend des Jahres 2019.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen