Wo Musik erklingt, verstummen Hassnachrichten

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 Sie lieben ihre Blasmusik, die Musikanten aus Kehlen, und haben es wieder einmal bewiesen – mit jedem Ton und Dirigent Wolfgang
Sie lieben ihre Blasmusik, die Musikanten aus Kehlen, und haben es wieder einmal bewiesen – mit jedem Ton und Dirigent Wolfgang Schuler. (Foto: Helga Wiechert)
Helga Wiechert

„Chapeau“ und „Hut ab – Es war mal wieder richtig schön“: Viel Lob haben sich die Musikanten aus Kehlen bei ihrem Herbstkonzert am Samstagabend erspielt und dabei hervorragendes musikalisches Können und ein großes Herz für ihre treuen Gäste bewiesen. „Mehr als zufrieden“ war Dirigent Wolfgang Schuler und voll des Lobes für „seine Musikanten“.

Und nicht nur für sie. Denn schon beim Auftakt bewiesen die jungen Musikanten vom Jugendblasorchester Brochenzell/Ettenkich/Kehlen/Meckenbeuren/Musikschule großes Können: Mit der „Fanfare For A Friend“, „Robin Hood Price Of Thieves und „Omens Of Love“. 53 junge Musikanten hatte Dirigentin Carina Wielath auf Kehlens Konzertbühne gebracht, die temperamentvoll und gekonnt die Werke meisterten. „Eine tolle Leistung“, lobten erfahrene Musiker im Saal, „der Anspruch war sehr hoch“.

Viel Applaus gab’s von den Gästen, Ehrenmitgliedern, dem Ehrenvorsitzenden und den Vertretern von Gemeinde, Schulen und Vereinen, die der Vorsitzende Daniel Schneider begrüßte. Sein Dank galt den jungen Musikern für ihr „gekonntes Spiel“ und den benachbarten Musikvereinen mit ihren Jugendleitern sowie der Musikschule für die gute Zusammenarbeit in der Ausbildung: „Wie hervorragend das funktioniert, haben die jungen Musikanten in bestechender Weise demonstriert“.

Bestens ausgebildet bereichern sie ihre Musikvereine, wie Simon Benz, Elena Rauch, Giulia Jäkel und Sophie Eberhardt. Stolz präsentierte Fabienne Bucher die Nachwuchsmusikanten in Kehlens Reihen und rief charmant den Dirigenten auf die Bühne. Die „Jubiläumsfahne“ von Kees Vlak schwangen die Kehlener dann und zogen fulminant, mit mächtigen Klängen, ins Herbstkonzert ein. Sie lockten musikalisch „Beauty And The Beast“ auf die Bühne und bildlich auf die Großbildleinwand und meisterten die „Schmelzenden Riesen“ mit Bravour. „Die Intonation hat gestimmt, das Tempo war perfekt“, freute sich Dirigent Wolfgang Schuler. Sein letztes Herbstkonzert gab er für sie alle, nach 33 Jahren Dirigentenzeit in Kehlen. „Jedes Herbstkonzert war ein Highlight“, erinnerte er sich stolz, „mit Top-Programmen, super Mischungen und einer steigenden Gästezahl. Das sagt doch alles.“

Anna Kühnle überzeugt am Saxophon

Recht hatte er. Die Gäste waren begeistert, sparten nicht an Lob und schon gar nicht an Applaus. Den gab’s auch für verdiente Musikanten (die SZ wird hierzu noch gesondert berichten). Für den Dirigenten und seine Arbeit und Wolfgang Hanser, den Daniel Schneider zum Ehrenmitglied ernannte. Mit dem Konzertmarsch „Feuer und Eis“, starteten die Kehlener noch einmal durch und präsentierten mit Anna Kühnle am Saxophon, beim „I Need To Be In Love“ eine brillante junge Solistin. Ganz andere Töne waren in der Rock-Sinfonie zu hören und beim „The Jungle Book“, liefen die Kehlener noch einmal zur Höchstform auf, zur großen Freude ihres Dirigenten und den Gästen, die immer weiter Zugaben forderten.

„Was bedeutet Musik für Dich?“, fragte sich Daniel Schneider zum Schluss und wusste es ganz sicher: „Wo Menschen Musik erleben und erfahren, gibt es keine Hassnachrichten. Mit unserer Musik wollen wir Freude, Trost und Liebe schenken. Die Liebe zum Verein ist, was uns verbindet, und heute waren Sie alle ein Teil davon“.

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