Weihnachtsspendenaktion hilft Menschen in Guinea

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Die Kinder und Erwachsenen im Dorf Kassery können die Spendengelder aus Deutschland gut gebrauchen. Damit wurden in den letzten
Die Kinder und Erwachsenen im Dorf Kassery können die Spendengelder aus Deutschland gut gebrauchen. Damit wurden in den letzten Jahrzehnten verschiedene Projekte finanziert. (Foto: Djarama)

Mit der Weihnachtsspendenaktion 2019 „Helfen macht Freude" wird die „Schwäbische Zeitung“ erneut den Verein „Djarama" und somit die Menschen in Kassery in Guinea unterstützen. Über die willkommene Hilfe freuen sich neben der Vereinsvorsitzenden Yacine Bah und den zahlreichen Mitstreitern auch Anke und Solomon Bah, die vor gut zwanzig Jahren die Grundlage für den späteren Hilfsverein legten.

Der Verein „Djarama": 1997 besuchte Anke Bah erstmals zusammen mit ihrem Mann Solomon dessen Heimatdorf Kassery im westafrikanischen Guinea. Mit der dortigen Armut und Not konfrontiert, beschlossen die beiden, sich zunächst privat zu engagieren und zu helfen. Daraus entstand 2015 schließlich der Verein „Djarama e. V." mit Sitz in Meckenbeuren. „Djarama" steht für „Danke und Willkommen" – genau das hatten die Bahs bei ihren Besuchen in Kassery immer wieder erlebt.

Das Dorf Kassery liegt in einer entlegenen Küstenregion Guineas in der Präfektur Telimele und gut 250 Kilometer südlich der Haupt- und Millionenstadt Conakry. Die Infrastruktur des 1000 Einwohner Dorfes ist mehr als dürftig. So brechen beispielsweise die Straßen aus Richtung der Hauptstadt Conakry gut 75 Kilometer vor Kassery abrupt ab. Insgesamt lebt ein Großteil der Bürger Guineas in bitterer Armut und dies, obwohl das Land über reichlich Bodenschätze verfügt. Aufgrund fehlender Bildung liegt die Quote der Analphabeten landesweit bei fast 70 Prozent. Diese Gesamtsituation tritt in dem äußerst abgelegen und nur mühsam zu erreichenden Dorf Kassery verschärft auf; nahezu alle Erwachsenen sind hier Analphabeten.

Wassermangel und fehlende Bildungsmöglichkeiten sind zwei Problembereiche, in denen „Djarama" Verbesserungen zu schaffen versucht. So ist das Brunnennetz trotz vieler Bemühungen und auch Fortschritte der letzten Jahre immer noch unzureichend engmaschig. Es gilt jedoch nicht nur neue Brunnen zu graben und auszubauen, sondern auch die vorhandenen intakt und gebrauchsfähig zu halten. So werden die von „Djarama" finanzierten und zusammen mit den Einheimischen gegrabenen Brunnen immer öfter durch Starkregen unterspült und zerstört. Doch nur durch Instandhalten der Schöpfbrunnen kann das Grundbedürfnis der Einwohner auf Wasser und Nahrung einigermaßen sichergestellt werden.

Beim konsequenten Ausbau des Brunnennetzes sehen Anke und Solomon Bah einen weiteren positiven Ansatz nachhaltiger Hilfe: Denn werden die Wege zur Wasserbeschaffung kürzer, so bleibt den Kindern und Jugendlichen, die oft als Wasserträger herhalten müssen, mehr Zeit für Bildung. Ansätze also zur Existenzsicherung, die auch den Hilfsverein „Djarama" immer mehr fordern.

Spenden aus Deutschland und das gemeinsame Anpacken von Vereinsmitgliedern und Einheimischen haben schon vieles bewegt und die Lebenssituation der Menschen in Kassery nachhaltig verbessert. Neben dem Bau von 17 Brunnen hat sich auch auf dem Bildungssektor Wesentliches getan: 100 Mädchen und Jungen können seit 2014 in einer Schule unterrichtet werden. Da das Dorf für die dringend gebrauchten Lehrer, die aus der Region um Conakry angeworben werden müssen, wenig attraktiv ist, wurde 2017 in gemeinsamer Arbeit ein Lehrerhaus gebaut. Um die geschaffene Infrastruktur instand zu halten und weiter ausbauen zu können, bedarf es jedoch großer Anstrengungen. In der Schule mussten neben Fenstern, Türen und dem Dach vor allem die von Holzschädlingen befallenen Schulbänke durch Metallgestelle ersetzt werden.

Die Aufgaben in Kassery sind weiterhin enorm. Sieben der durch Starkregen zerstörten Brunnen müssen 2020 saniert oder neu gebaut werden. „Helfen macht Freude" wird für Anke und Solomon Bah mit der Weihnachtsspendenaktion der „Schwäbischen Zeitung“ einmal mehr Wirklichkeit und Ansporn zugleich. „Wir sind sehr dankbar für die große Hilfe im vergangenen Jahr und freuen uns natürlich sehr, dass die 'Schwäbische Zeitung’ uns erneut berücksichtigt", so die beiden über die bevorstehende Weihnachtsaktion „Helfen macht Freude". Dies mache Mut und Freude, auch weiterhin die Menschen in Kassery so gut es geht zu unterstützen und ihnen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

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