Was Jugendliche in Meckenbeuren alles vermissen

 Felix Meschenmoser (rechts) moderiert bei der Jugendkonferenz die Fragestunde mit Bürgermeister Georg Schellinger.
Felix Meschenmoser (rechts) moderiert bei der Jugendkonferenz die Fragestunde mit Bürgermeister Georg Schellinger. (Foto: Karin Schütrumpf)

„Was würden Sie für Jugendliche tun, wenn Sie unbegrenzt Geld dafür hätten?“ – Das war nur eine der Fragen, die Bürgermeister Georg Schellinger auf dem heißen Stuhl bei der Meckenbeurer Jugendkonferenz beantworten musste. Die Jugendlichen formulierten außerdem ihre Wünsche für Meckenbeuren und wählten einen neuen Jugendrat, der versuchen soll, diese Wünsche umzusetzen.

Einen Parcours für Mountainbiker würde Bürgermeister Schellinger gern für die Jugendlichen bauen, wenn unbegrenzte Mittel zur Verfügung stünden. Den würde Schellinger „auch selbst mal ausprobieren.“ Die Jugendlichen wollten aber auch von dem Schultes wissen, warum Jugendbeteiligung überhaupt wichtig sei.

Alle sollten mit ihren Bedürfnissen angehört werden,

antwortete Schellinger darauf. Wie es sich für einen Kandidaten auf dem heißen Stuhl gehört, wollten die Jugendlichen aber auch ganz genau wissen, was ein Bürgermeister so tagtäglich tut, welche Sorte Eistee er lieber mag, wie viel Tage Urlaub er hat und was er jeden Monat verdient. Schellinger erzählte von Besprechungen und Sitzungen. Bürgermeister sei in Meckenbeuren kein Nebenjob, erklärte Schellinger. Im Nebenjob könne er sich um die Wasserversorgung kümmern.

Eistee-Vorlieben und das Gehalt vom Bürgermeister

Der Bürgermeister verriet, dass er Pfirsich-Eistee lieber mag als Zitronen-Eistee, erklärte, dass er 30 Tage Urlaub habe und den nicht nehmen müsse, falls er mal krank sei. Die Bezahlung richte sich nach der Größe der Gemeinde. Weil die Jugendlichen beharrlich weiter fragten, erfuhren sie, dass der Bürgermeister in Meckenbeuren ein Budget von 35 Millionen Euro zu verantworten habe und Chef von 290 Mitarbeitern sei.

Dafür bekomme er ein Gehalt von 8000 Euro. „Ich bin privilegiert, weil ich von meinem Geld gut leben kann“, schätzte sich Schellinger glücklich. Die Jugendlichen lud er ein, doch mal ein Praktikum im Rathaus zu machen und die Arbeit dort näher kennen zu lernen.

Paul Ratzmann aus dem alten Jugendrat zeigte anhand der Fortschritte beim neuen Jugendplatz in Kehlen, was Jugendliche in der Gemeinde mit Hilfe des Jugendrates umsetzen können. Das ursprünglich aus dem Jahr 1905 stammende Gebäude am Bahndamm in Kehlen hat schon einen überdachten Vorplatz bekommen und wird auch eine Grillstelle haben.

Diese Wünsche haben die Jugendlichen

Während sich alle mit belegten Brötchen und kühlen Getränken stärkten, stand Nils Kaeding, Mitarbeiter des Jugendreferates, Rede und Antwort zur Arbeit des Jugendrates. Anschließend erläuterten die Jugendlichen auf dem Podium, welche Wünsche sie für Meckenbeuren haben. Ein Schwimmbad im Ort oder ein offizieller Badeplatz an der Schussen war für viele Jugendliche wichtig.

Sie wünschen sich außerdem einen Fußballkäfig, weitere Jugendplätze in den anderen Teilorten, einen „Späti“, damit sie sich auch abends noch etwas zu trinken kaufen können, einen größeren Skaterpark, einen Mountainbike-Treff mit Parcours am Riedspielplatz sowie einen Tausch-Bücherschrank und ebenfalls immer wieder genannt: „freies Wlan“.

Das sind die neuen Jugendräte

Leon Ummenhofer, der ebenfalls für den neuen Jugendrat kandidierte, schlug ein Konzert mit Jugendbands im Kulturschuppen am Gleis 1 vor. „Dann wäre hier mal richtig was los“, warb Leon für die Idee. Weil sich tatsächlich mehr als neun Kandidaten für den neuen Jugendrat aufstellen ließen, war es bei der Wahl nochmal richtig spannend. Stephanie Blank, Mitarbeiterin des Jugendreferates, verlas die abgegebenen Stimmen.

In den neuen Jugendrat wurden gewählt: Jasmin Herbst, Rai Thiele, Kaan Gökce, Sam Meschenmoser, Maya Ratmann, Malcom Thiele, Leon Ummenhofer, Felix Meschenmoser und Berhat Öztürk.

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