Volle Straßen beim Bahnhofsfest in Meckenbeuren

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Karin Schütrumpf

Am Gleis 1 in Meckenbeuren steigen dicke Rauchwolken aus zwei Dampflokomotiven. Viele Kinder stehen beim Bahnhofsfest Schlange für eine Fahrt mit der Minidampfeisenbahn. Frühschoppen in mehreren Zelten, eine Theaterbühne, ein Flohmarkt und die Hobbykünstlerausstellung zusammen mit den Partnergemeinden: Beim 38. Bahnhofsfest ist volles Programm und volles Haus in den Festzelten, am Gleis 1 und in der Bahnhofsstraße.

„Wussten Sie, dass zwischen Meckenbeuren und Tettnang die erste elektrische Eisenbahn fuhr?“ Gemeinsam mit der Geißbockfamilie eröffnet Bürgermeisterin Elisabeth Kugel das 38. Bahnhofsfest. Sie erinnert an die Tradition des beliebten Heimatfestes, das jedes Jahr viele Besucher anzieht. Besonders begrüßt sie die Vertreter der Partnergemeinden. Die Städtepartnerschaft mit Kehlen in Luxemburg gibt es schon seit mehr als 25 Jahren. Nächstes Jahr feiert die Partnerschaft mit Langburkersdorf-Neustadt in Sachsen ihr 30-jähriges Bestehen. „Wir sind eine starke Gemeinde mit einer sozialen Ader“, findet die Bürgermeisterin. In ihrer Ansprache gedenkt sie auch des kürzlich verstorbenen Manfred Kleinfelder, der zusammen mit seiner Frau die Geißbockfamilie gegründet hatte. Die Darsteller in den historischen Kostümen spielen das Lied von der Schwäbischen Eisenbahn, das seit 38 Jahren einer der Höhepunkte des Bahnhofsfestes ist.

Besonders schön findet Kugel, dass dieses Jahr auch eine Hobbykünstlerausstellung im Kulturschuppen ins Bahnhofsfest integriert ist. „Lasst es Euch einfach gut gehen.“ Mit diesen Worten eröffnet Harald Aßfalg vom Kulturkreis diese Ausstellung. Schönes aus Wurzelholz, textile Kunst in jeder Form, Bilder für jeden Geschmack, Schmuck oder Buddelschiffe – es gibt an diesem Tag viel zu bestaunen. Der Kul-turkreis verwöhnt alle Besucher mit leckeren Häppchen.

An den vielen Ständen im und um die Bahnhofsstraße mischt sich der Geruch von Röstziebeln mit dem Duft von Dinnete, Fleischküchle und schwäbischen Spätzle. Wer eher Süßes bevorzugt, findet Crepes, Kuchen und Eis in allen Variationen. Besonders belagert ist der Spießbratenverkauf der Feuerwehr. Schon um 12.45 Uhr ist alles ausverkauft.

Zwölf Gemeinderatsmitglieder schieben Dennenmosers Mostfass durch die Straßen und schenken den Meckenbeurern tüchtig den goldgelben Most in die Festgläser ein. In drei Zelten spielen die Musikkapellen aus Meckenbeuren, Brochenzell und Kehlen auf. Da bleibt kaum ein Platz auf den Bierbänken leer.

Beim 38. Bahnhofssfest kommen auch die Kinder voll auf ihre Kosten. „Ich will nochmal zum Ponyreiten“ verkündet eine kleine Festbesucherin. Die Plätze im Sattel von „Merlin“, „Speedy“, „Nelke“ und „Zwerg“ sind begehrt. Lange Schlangen gibt es bei der Dampfeisenbahn. „Ich will nochmal“, fordern viele Danpfeisenbahn-Fahrgäste. Auch Kinderschminken, Kinderquiz und die Tombola sind belagert.

Besonders gut besucht war schon morgens der Kinderflohmarkt, wo Spielzeug, Kleidung, Reisebetten, Hängematten, Schaukeln und Bücher in buntem Durcheinander zum Verkauf angeboten wurden. Ein Vater suchte gezielt nach Barbiepuppen. „Schau mal, hier gibt es noch 1000 andere Sachen“, zog eine Mutter ihren Sprössling weiter, der an einem Stand lieber die Spielfiguren ausprobieren wollte.

Nicht einmal mehr Stehplätze gibt es ab mittags an der Bühne der Laienspielgruppe. Auf dem Programm stehen drei Einakter. Beim „Planet der Frauen“ sollen „Herr Schädlich“ und „Herr Unnütz“ verschwinden. Doch die Rechnung geht nicht auf. Im Stück „Landratsamt“ sorgen allerlei Verwicklungen um eine resolute Bäuerin und einen total überforderten Beamten für viel Gelächter. Besonders viel Beifall bekommen die Kinder, die für das Bahnhofsfest das Stück „Die nächste Fütterung“ einstudiert haben.

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