Trio Cajon macht mit Sting sein eigenes Ding

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Das Trio Cajon (von links): Andy Schoy (Percussion), Sigrun Schuhmacher (Gesang und Violine), Gerhard Wurst alias Beefy (Gitarre
Das Trio Cajon (von links): Andy Schoy (Percussion), Sigrun Schuhmacher (Gesang und Violine), Gerhard Wurst alias Beefy (Gitarre(n) und Gesang). (Foto: Karin Schütrumpf)
Karin Schütrumpf

„Hallo Mecka, das ist ja eine familiäre Veranstaltung. Sollen wir uns kurz vorstellen? Ich fange auch an“, begrüßt Sängerin Sigrun Schumacher das überschaubare Publikum am Gleis 1. Souverän baut sie den Soundcheck für den Gitarristen in die Begrüßung ein. Es sind Profis am Werk, die ihre Instrumente meisterhaft beherrschen, und die weder der leider nur halbvolle Saal noch eine anfangs zu laut ausgesteuerte Gitarre aus dem Konzept bringen.

Mit toll gecoverten Hits wie „Englishman in New York“ oder „Isn´t She Lovely“ bringt die variantenreiche Stimme der Sängerin das Publikum sofort in Schwung. Denn wenn Sigrun Schumacher „Happy“ singt, dann kommt ihre Freude an der Musik sofort rüber. Mit dunkler, samtiger Stimme interpretiert sie „Fifty Ways to Leave Your Lover“ von Paul Simon und ihre ausdrucksvolle Mimik erzählt dabei die Geschichte des Songs.

Was sie stimmlich draufhat, beweist die Sängerin mit „Ironic“ von Alanis Morissette. Und auch aus dem Sting-Song „Every Breath You Take“ macht das Trio Cajon sein ganz eigenes Ding. Doch nicht nur Frontfrau Schumacher singt perfekt. Für einen mitreißenden musikalischen Eindruck sorgen auch ihre beiden Partner Andy Schoy und Gerhard Wurst, genannt „Beefy“. Schlagzeuger Andy Schoy, der schon beim percussion-dominierten Musical „Blue Man Group“ oder beim Rockmusical „We Will Rock You“ den Takt angegeben hat, überzeugte im Kulturschuppen in Meckenbeuren als schwungvoller Drummer des Trios. Gitarrist „Beefy“ spielte gleich zwei Gitarren auf einem Instrument. Virtuos flogen seine Finger zwischen Bass- und Gitarrengriffen hin und her. Schumacher spielte Violine, pfiff und bewies, dass sie gleichzeitig singen und Melodica spielen kann. Ihren stimmgewaltigen Improvisationen war deutlich anzumerken, dass sie ursprünglich Jazzmusik in Mainz studiert hat.

In Meckenbeuren begeisterte das Trio nicht nur mit bekannten Hits, sondern auch mit einem Hauch von Jazzmusik in eigenen Stücken. Dort erzählt die Sängerin mit einem Augenzwinkern auch von sich selbst. Da ist von der „Sonntagszeit“ die Rede. „Wenn du schläfst“ ist eine nachdenkliche Ode an ihre schlafende Familie. Der Song „Bitte mach die Augen auf“ erzählt von einer weniger glücklichen Beziehung aus früheren Jahren. Schumacher führt als Entertainerin durch ein abwechslungsreiches Programm, bringt die Menschen zum Klatschen, Tanzen und lässt eine La-Ola-Welle durch den Kulturschuppen rollen.

Die Zuschauer, die an diesem Abend den Weg ans Gleis 1 fanden, kamen auf ihre Kosten. Sie sahen und hörten mitreißende Musik, präsentiert von professionellen Musikern.

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