Tosender Applaus für den Hochzeitsverhinderer

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Schauspieler auf einer Bühne
Die beiden Trauzeugen (rechts, Tiana Bucher und Johann Keller) als Liebespaar, das passt Nina (Mitte, Lisa Auer) aber gar nicht. Links Kathi (Andrea Leiter), Bräutigam Lothar (Arthur Günther) und hinten Onkel Bodo (Dominik Pichner). (Foto: kerstin schwier)
Kerstin Schwier

Zu ihrem traditionellen Bunten Abend, der diese Bezeichnung auch wahrlich verdient, hatte die Landjugend Meckenbeuren- Kehlen am Sonntagabend eingeladen. Knapp 300 Gäste, darunter Freunde, Verwandte sowie Mitglieder der umliegenden Landjugenden, waren in die Humpishalle nach Brochenzell gekommen und erfreuten sich an dem überaus kurzweiligen, vergnüglichen Programm aus Theater, Sketch, Musik- und Tanzvorführungen.

„Die Halle ist wieder voll. Das ist ein Zeichen, dass es letztes Jahr gut war,“ begrüßte ein bestens aufgelegter Moderator Benedikt Wicker die Gäste. Mit seiner lockeren, kumpelhaften Art gelang es ihm sofort, eine Verbindung zum Publikum herzustellen. Im weiteren Verlauf des Abends erwies er sich zudem noch als begnadeter Witzeerzähler. Mit den Worten: „Viele von euch werden sich das vielleicht auch gewünscht haben,“ kündigte er das Lustspiel „Die Hochzeitsverhinderer“ an und hatte gleich wieder die Lacher auf seiner Seite.

Im Dreiakter von Walter G. Pfaus dreht sich alles um die bevorstehende Hochzeit von Nina Bodmann (Lisa Auer) mit Lebemann Lothar Sager, von Arthur Günther perfekt in Szene gesetzt. Doch nicht alle Mitglieder der Familie Bodmann sind mit Ninas vermeintlichem Traumprinzen einverstanden, sondern hätten sich stattdessen eine Hochzeit mit Ninas Sandkastenliebe Niklas (Johann Keller) gewünscht. Allen voran Opa Rudi Bodmann (souverän André Burkhart). Wenn es um das Liebesglück seiner Enkeltochter geht, greift Opa Rudi schon mal zu unkonventionellen Maßnahmen. Da mutiert der rüstige Rentner zum senilen Schussel, der nicht mehr weiß, ob er die Jacke an die Garderobe gehängt hat, weil er gerade nach Hause gekommen ist oder weil er weggehen wollte.

Geschickt zieht Rudi, ausstaffiert mit Stricksocken, Pantoffeln und obligatorischen Hosenträgern, im Hintergrund die Fäden, um seine geliebte Enkelin vor dem Unglück zu bewahren. „Wenn ich nicht seit Wochen den Vergesslichen spielen würde, müsste ich doch glatt diese saublöde Hochzeit organisieren,“ gesteht er seinem Sohn Bodo (Dominik Pichner), der seinen alten Herrn gleich durchschaut und nicht an dessen plötzlichen Gedächtnisverlust glaubt.

„Warum hast du meine Hochzeit nicht auch verhindert?“ fragt Bodo, der von Ehefrau Kathi (Andrea Leiter) aus dem gemeinsamen Schlafzimmer geworfen wurde, weil er sie als „bleede Kuh“ bezeichnet hatte. Während Kathi und Brautmutter Rose (Doris Leiter) an der Gästeliste feilen, findet Opa Rudi weitere Unterstützung für seinen Hochzeitsverhinderungsplan bei Jugendfreund Niklas, dem schwant, dass dies die letzte Gelegenheit ist, Nina doch noch zu erobern, und bei Anja (Tiana Bucher), Ninas bester Freundin. Die beiden sind als Trauzeugen vorgesehen und sollen, so Opas Plan, darüber hinaus ein Liebespaar spielen, um Nina eifersüchtig zu machen. Bei allem Chaos und Verwicklungen behält Rudi stets den Überblick. „Nicht verzagen, Opa fragen,“ lautet seine Parole, die letztlich zu einem glücklichen Ende führt.

Mit tosendem Applaus honorierten die Gäste die gelungene Aufführung. Während der Pause waren sie von der „Brochenzeller Klarinettenmusik“ (Heinrich Haas, Erich Brielmaier, Christian Freisleben, Anja Huchler) unterhalten worden. Mit einem fetzigen Auftritt der „Danceaholics“ aus Friedrichshafen und einem lustigen Sketch endete das offizielle Programm und die Gäste stürmten zu der Musik von DJ Night Chiefs auf die Tanzfläche.

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