Mit Turban, Seidenschan und Krummsäbel verwandelt sich Tino in den „Maharadscha von Meckenbeuren“.
Mit Turban, Seidenschan und Krummsäbel verwandelt sich Tino in den „Maharadscha von Meckenbeuren“. (Foto: ce)
Christine Ehmann

Zur Auftaktveranstaltung des diesjährigen Frederick-Lese-Feste ist am Donnerstag der Kinderbuchautor und Illustrator Tino zu Gast in der Gemeindebücherei Meckenbeuren gewesen. „Herzlich willkommen“, begrüßte Büchereileiterin Judith Tinnacher den bekannten Autor und ebenso die Schüler der fünften Klasse des Bildungszentrums mit ihren Lehrerinnen.

Gleich zu Beginn durfen die Kinder ihre Fragen stellen und erfuhren, dass Tino als Grundschüler eigentlich Clown werden wollte und später Rockmusiker. Bei seinem Zivildienst im Kindergarten erzählte er den Buben und Mädchen Geschichten, die er irgendwann auch aufschrieb. So entstand sein erstes Buch, das sofort ein Erfolg wurde.

Nach dem Studium war er als Moderator beim Hörfunkprogramm des SWR und beim Hessischen Rundfunk tätig. Seit 1990 arbeitet Tino als freier Kinderbuchautor und Illustrator. Seine insgesamt 30 Bücher wurden in zehn Sprachen übersetzt, sogar in koreanisch und chinesisch. Mehr als 200 Lesereisen im Jahr führen ihn durch ganz Deutschland.

„Kommt mit in den Dschungel“, lud Tino seine interessierten Zuhörer ein. Eine „Lesung“ im klassischen Sinn war es aber nicht, denn frei erzählend und gestikulierend stellte der Autor kurzweilig und interessant ein Kapitel aus seinem Buch „Der Elefant im Klassenzimmer“ vor. Dabei holte er aus seinem großen alten Koffer einen Turban, einen Seidenschal und einen indischen Säbel heraus. Die Kinder durften den Kopfschmuck auch gleich anprobieren. „Der Maharadscha von Meckenbeuren“, bemerkte Tino lachend. „Das Besondere am vorgestellten Buch ist, dass die Geschichte nicht, wie sonst üblich in meinen Kinderbüchern, erfunden ist, sondern auf wahren Begebenheiten beruht“, erklärte der 56-Jährige. Den Erfahrungen, die er auf seinen acht Reisen nach Indien gemacht hat. Er zeigte, während er redete, selbst aufgenommene Fotos von Elefanten, Krokodilen, Affen und Tigern. Anschaulich und spannend präsentierte Tino seine Geschichte. Wie er auf einem Elefanten reitend wilde Tiere beobachtete und eine Schule im indischen Dschungel besuchte. Und wie er mit den Schülern dort den Tag verbrachte und einen hinduistischen Tempel besichtigte. Am Ende des Tages sangen die indischen Schulkinder ihm ein Lied in ihrer Sprache, woraufhin er als Gegenleistung „Bunt sind schon die Wälder“ durch den Dschungel trällerte.

In Tinos Geschichte kommt aber auch eine Botschaft bei den Lesern an. Zum Beispiel erzählt er, dass viele indische Familien zu arm sind, um ihre Kinder in die Schule zu schicken. Oder auch, dass viele Kinder im Steinbruch arbeiten müssen, zum Teil bis zu zwölf Stunden täglich für gerade mal 50 Cent. Tino zeigte auch ein Bild eines Schlangenflüsterers, dessen Kobra in einem winzigen Korb gehalten und deren Gift „gemolken“ wird – zur Herstellung eines Gegengiftes.

Nach der Veranstaltung bekam jedes Kind von Tino in Sekundenschnelle ein Bild gezeichnet, ganz nach Wunsch, egal ob Tier, Auto oder Mensch.

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