Einmal knuddeln mit dem Maskenmeister: Diese junge Humpishexe hat ihre Taufe erfolgreich überstanden.
Einmal knuddeln mit dem Maskenmeister: Diese junge Humpishexe hat ihre Taufe erfolgreich überstanden. (Foto: kerstin schwier)

Dass Narren wetterfest sein müssen, ist hinlänglich bekannt. Am Sonntagabend war eben diese Tugend wieder einmal gefordert. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und Dauerregen fand die traditionelle Maskentaufe der Narrenzunft Brochenzell am Dreikönigstag statt.

Trotz der widrigen äußeren Umstände hatten sich neben den Narren auch zahlreiche Zuschauer vor dem Brochenzeller Schloss eingefunden. Keiner wollte sich das schaurig-schöne Spektakel entgehen lassen, bei dem die neuen Maskenträger in die Zunft aufgenommen werden. Nach einem Jahr auf Probe beginnt für sie nun der Ernst des Narrenlebens. 13 Humpishexen, drei Schlossnarren und fünf Humpisnarren werden in der diesjährigen Fasnet voller Stolz den Frischlingsbutton der Narrenzunft Brochenzell tragen und bei diversen Umzügen dabei sein. Das legendäre „Humpis – Ahoi“ geht ihnen längst locker von den Lippen. Angeführt vom Fanfarenzug Brochenzell marschierten die 21 Neuzugänge, eingehüllt in weiße Laken unter denen das Häs hervorlugte, zusammen mit ihren Paten vor das Podium im Innenhof des Schlosses. Hier wurden sie bereits von den vier rot gewandeten Maskenräten und Zunftmeister Ralf Müller erwartet. Dieser hielt sich angesichts des feucht kalten Wetters gar nicht lange mit der Begrüßung der Anwesenden auf und die Taufe konnte beginnen. „Seid still, ihr kleinen Erdengeister, verbeugt euch vor mir, dem Maskenmeister. Habt das Trommeln wohl vernommen und seid zur Taufe hierhergekommen,“ empfing der Maskenmeister (Thorsten Fahr), dem Manfred Jäger wieder einmal seine donnernd durchdringende Stimme lieh, die Täuflinge. Von jeder Narrengruppe trat nun ein Pate vor den Maskenmeister, um die Aufnahme in die Zunft für die Frischlinge zu erbitten. Das Trinken eines schauerlichen Zaubertrankes entpuppte sich dabei als erste Hürde. Mit angewidertem Gesicht würgten die tapferen Täuflinge das undefinierbare Gebräu hinunter. Dagegen nahm sich das anschließende Übergossen werden mit Hochprozentigem und das Bemalen mit den „Farben der Nacht“ relativ harmlos aus. Nach der Taufe erhielt jeder von seinem Paten die jeweilige Maske und das dazu passende Narrenutensil. Nun fiebern alle dem Eröffnungsball am 18. Januar entgegen.

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