Stiftung-Liebenau-Mitarbeiter und Mitarbeitervertreter demonstrieren in Stuttgart

Lesedauer: 3 Min
 Etwa hundert Demonstranten sind am Samstag in Stuttgart auf die Straße gegangen.
Etwa hundert Demonstranten sind am Samstag in Stuttgart auf die Straße gegangen. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung
Katholische Nachrichten-Agentur

Zu einer Demonstration in Stuttgart hatten die Mitarbeiterseite der Caritas und die Gewerkschaft Verdi am Samstag geladen. Hintergrund ist ein seit rund eineinhalb Jahrzehnten schwelender Konflikt um die Bezahlung der Angestellten der Stiftung Liebenau. Das hatte die Nachrichtenagentur kna vermeldet. An dem Protest nahmen am Wochenende etwa hundert Demonstranten teil.

Betriebsrätin Manuela Engelhardt kritisierte Gebhard Fürst, den Bischof von Rottenburg-Stuttgart, vor seiner Domkirche St. Eberhard in Stuttgart, teilt ein Sprecher der Mitarbeiterseite der Caritas mit. Fürst habe satzungsrechtlich genehmigt, dass ihr Arbeitgeber, die Liebenau Leben im Alter gGmbH, sie und ihre Kolleginnen dauerhaft unterhalb des kirchlichen Tarifs bezahle, sagte Engelhardt. Alle Hoffnungen, endlich nach den Arbeitsvertragsrichtlinien des Deutschen Caritasverbandes vergütet zu werden, seien vergeblich gewesen. Auf der Kundgebung protestierten Mitarbeiter und Mitarbeitervertreter gegen das Ausscheren dieser und zweier weiterer Tochtergesellschaften der katholischen Stiftung Liebenau aus dem Kirchlichen Arbeitsrecht.

Irene Gölz, Landesfachbereichsleiterin von Verdi, sagte, dass dies für Altenpflegehelferinnen im Monat einen Verlust von bis zu 550 Euro ausmache – dies auf dem Rücken der 700 Beschäftigten, so der Sprecher der Mitarbeiterseite der Caritas. Thomas Schwendele, Mitarbeitervertreter in der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes, in der für die 650 000 Beschäftigten der Caritas die Tarife beschlossen werden, sagte, dass Bischof Fürst mit seiner Genehmigung, dass die Liebenau Kernbereiche der Caritasarbeit außerhalb des kirchlichen Arbeitsrechts führen dürfe, die Legitimation für das kirchliche Arbeitsrecht zerstöre. Er warnte vor Wildwuchs und weiterer Tarifflucht. Bernd Wiggenhauser, Vorsitzender der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertreter der Caritas, kündigte weitere Proteste an.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen