So ein Löschangriff ist ganz schön knifflig

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Kinder und Erwachsene vor einem Feuerwehrauto
Das neunköpfige Feuerwehrteam aus Kai Amrein, Katherine Bingaman, Markus Gröner, Markus Hirscher, Marcel Kees, Stephan Schneider, Celine und Frank Sauter sorgt für einen unvergesslichen Nachmittag im Feuerwehrhaus. (Foto: scht)
Karin Schütrumpf

„Wasser marsch“ hat es am Freitag geheißen, als fast 40 Sechs- bis Zehnjährige bei der Feuerwehr Meckenbeuren einmal Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau sein durften. Da wurden Schläuche gerollt, Wände eingerissen und Dosen weggespritzt. In kleinen Gruppen durften die Kinder mit dem Feuerwehrauto fahren und den Feuerteufel aus seinem Versteck locken. Außerdem stand Brandschutzerziehung auf dem Programm.

Unter der Eisenbahnbrücke hinter dem Feuerwehrhaus sind armdicke Schläuche an einen Hydranten angeschlossen. Hier wird ein Löschangriff geprobt. Die Einsatzjacken, die die Kinder dazu anziehen, reichen bei vielen kleinen Teilnehmern noch bis zum Boden, und mächtig schwer sind sie auch. Auf den Kopf kommt der gelbe Helm, die „Murmel“. Dann geht es an die schweren Schläuche. Das Feuer brennt, aufgemalt auf einem kleinen, umklappbaren Holzbrettchen. Das gilt es, mit dem Wasserstrahl zu treffen. Doch so leicht ist es gar nicht, mit einer echten Feuerspritze ein kleines Brett zu treffen. Die Büsche darum herum kriegen auch eine kalte Dusche.

Dann heißt es vor dem Feuerwehrhaus: „Aufsitzen ins Löschgruppenfahrzeug“. Aufgeregt klettern die Kinder ins rote Auto und schnallen sich an. In flotter Fahrt, geht es Richtung Liebenau. „Die Feuerwehrleute ziehen ihre Atemschutzausrüstung während der Fahrt an“, erklärt ein Feuerwehrmann.

Plötzlich knackt es im Lautsprecher. Über Funk teilen Einsatzkräfte aus dem Deggenhausertal mit, dass sie wegen eines Verkehrsunfalles ausrücken und die Erstversorgung eines Verletzten übernehmen. Die Kinder im Wagen lauschen gespannt. „Das ist ein echter Einsatz. Wir sind über die Leitstelle immer informiert, was die anderen Feuerwehrleute tun, damit alle Helfer gut zusammenarbeiten“, erfahren die Kinder.

Im Feuerwehrauto sind viele spannende Sachen verstaut. „Bei dem Auto kann man ja alles aufklappen und wegschieben“, staunt ein Mädchen über die übersichtlich verstauten Hilfsmittel. Atemschutzmasken und Flammschutzhauben, Sprungtuch und Blinklichter kommen zum Vorschein. Die Kinder lernen, wozu die Feuerwehr ein Notstromaggregat und eine Wärmebildkamera braucht. Anschließend gibt es noch für alle ein Erinnerungsfoto im Feuerwehrauto – in voller Montur natürlich.

Plastik brennt richtig fies

Feuerwehrmann Frank Sauter, der bei den Ferienspielen an diesem Tag die Verantwortung trägt, holt schon die nächste Kindergruppe zur Brandschutzerziehung ab. Auf dem Tisch liegen eine Tasse, Streichhölzer, Schrauben, ein Stück Folie und ein Stück von einem Plastikspielzeug. „Jetzt sortiert mal. Was brennt davon und was nicht?“, fordert Sauter die Kinder auf. Beim Plastik sind sich die Kinder nicht sicher. Es wandert häufig auf den Haufen „brennt nicht“. „Plastik brennt sogar ganz fies und erzeugt giftige Dämpfe“, warnt Sauter. Und er schärft den Kindern ein: „Streichhölzer und Kerzen immer nur anzünden, wenn Erwachsene dabei sind.“ Und wenn ein Kind die Feuerwehr anrufen müsse, solle es einfach alle Fragen beantworten. „Ihr werdet alles gefragt, was die Feuerwehr wissen muss. Die Helfer am Telefon sagen euch auch, wie ihr euch verhalten sollt“, erklärt Sauter.

Hinter dem Feuerwehrhaus wird es dann nochmal richtig nass. Mit einer Handpumpe und einer Spritze darf ein Kinderteam Dosen von einem Brettchen schießen. Das Wasser dazu wird vorher mit einem riesigen Schöpflöffel aus einem Becken geholt. Ein anderes Team geht auf die Suche nach dem Feuerteufel. An einem kleinen Holzhaus müssen mit der Handspritze erst einmal alle Flammensymbole getroffen werden. Dann muss das Wasser zielgenau in ein Loch im Giebel gespritzt werden. Wenn genügend Löschwasser ins Ziel kommt, erscheint der Feuerteufel.

Im Feuerwehrhaus übt eine weitere Gruppe Schläuche auszurollen. Doch nur wenige Schläuche treffen das mit Kegeln markierte Ziel. Das nächste Spiel heißt „Sieben Schwaben“. Drei Kinder müssen mit verbundenen Augen einen Einreißhaken ins Ziel bringen. Das geht nur im Team mit dem vierten Mitspieler, der sieht, wo es lang geht und die anderen dirigiert.

Zum Schluss gibt’s für die kleinen Feuerwehrfrauen und -männer noch ein Eis. Drei Stunden Ferienspiel im Feuerwehrhaus sind im Nu vergangen.

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