Schafkopf: Traditionsturnier lockt 51 Teilnehmer an drei Tagen

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Die ganze (Spiel-)Welt auf zwei Tischen: Während die einen noch die letzten Spiele für den Wertungszettel spielen, sind die ande
Die ganze (Spiel-)Welt auf zwei Tischen: Während die einen noch die letzten Spiele für den Wertungszettel spielen, sind die anderen schon am Auszählen in der gemischten Runde. (Foto: Olaf. E. Jahnke)
Olaf E. Jahnke

Eine liebgewonnene Tradition ist das Schafkopf-Weihnachtsturnier der Schafkopfgruppe Liebenau-Brochenzell in Meckenbeuren. 51 Teilnehmer im Alter von 19 bis über 80 Jahren sind diesmal zwischen den Jahren am Freitag (im Lehlehof), Samstag und Montag (jeweils in der SV-Kehlen Gaststätte Alte Schussen) dabei gewesen. Wer an allen drei Tagen im Einsatz war, kam so auf 96 Partien.

Gerade die Jüngste, Annika Hornstein, sorgte mit einer Gesamtpunktzahl von 102 Punkten und sechs Solospielen für eine Sensation: Sie schaffte es auf den zweiten Platz in der Gesamtwertung.

Ganz oben landete Erwin Bergmann mit einer Gesamtpunktzahl von 125 Punkten und neun Solospielen. Er war mit 45 Punkten auch Tagessieger am Samstag. Hubertus Buchholz kam mit neun Solospielen und 99 Punkten auf den dritten Platz. Tagessieger am Freitag war Heinz Eckmann mit 46 Punkten. Er trat am Montag nicht an und landete auf dem 35. Gesamtplatz. Roland Frisch, Tagessieger vom Montag (mit 49 Punkten) erkämpfte den vierten Platz.

Die Spieler waren so begeistert bei der Sache, dass sowohl vor als auch nach dem „Wertungszettel“, auf dem die Turnierspiele notiert werden, durchaus mal bis nach Mitternacht weitergespielt wird. An elf Tischen mit jeweils vier Spielern kann das zwischen einer und anderthalb Stunden dauern.

Die Zweite, Annika Hornstein, beschrieb die Herausforderung so: „Es ist spannend, es fordert das Gedächtnis und benötigt Taktik, Strategie und Konzentration – aber natürlich auch Glück.“ Mit 15 habe sie schon mitgespielt, sagt sie, und bilanziert stellvertretend für die gesamte Schafkopfjugend: „Bei uns steht der Spaß im Vordergrund – sonst würden wir nicht mitmachen.“

Davon, dass gerade auch Glück eine Rolle spielt, kann Mitorganisator und Vorjahressieger Ivo Locher ein Liedchen singen, der diesmal auf Platz 38 landete. Er nahm es gelassen und moderierte fröhlich weiter.

Die Mitorganisatoren und früheren Turniergewinner Irene und Joachim Locher sind überzeugt: „Das Traditionskartenspiel Schafkopf ist eine echte Alternative zu Computerspielen – mit lebendigen Menschen und viel Spaß.“ Neben Binokel, Gaigel, Doppelkopf oder Skat ist Schafkopf besonders im süddeutschen Raum beliebt. Gespielt wird mit altdeutschem beziehungsweise altbayrischem Blatt, das die Farben Eichel, Blatt, Herz und Schellen zeigt. Ein Spieleinsatz von zehn Cent führt weder zu Reichtum noch zu Armut. Und auch das Startgeld bleibt wie beim Schafkopfweihnachtsturnier mit sieben Euro pro Spielabend ebenfalls im Rahmen.

Preisgeld und Sachpreise, die meist von unterschiedlichen Sponsoren kommen, gab es beim Weihnachtsturnier für die ersten 15 Plätze, wobei der Sieger mit 80 Euro nach Hause ging. Die Geldgewinne für die nächsten Plätze staffelten sich schrittweise nach unten. Für den letztplatzierten Spieler des Turniers gab es ein „Schlusslicht“ und ein Kartenspiel zum Üben. In der Ausschreibung wurde das Regelwerk vorher festgelegt, damit es nicht wegen zahlreicher Varianten oder Spielmöglichkeiten zu Unstimmigkeiten kommt.

Auch wurden an jedem Turniertag die Tischzusammensetzungen gewechselt, so dass Abspracheeffekte ausblieben. Spielarten und -modalitäten waren ebenfalls festgelegt. Das ging bis hin zu ausführlichen Regeln bei Punktegleichheit. Trotz familiärer Atmosphäre galt: Falschspieler und Falschschreiber werden mit sofortigem Ausschluss bestraft.

Interessenten am Schafkopf-Spiel können sich, wie Mitorganisatorin Petra Heim berichtet, regelmäßig donnerstags in der Tettnanger „Traube“ treffen.

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