Sänger begeben sich auf die Spuren von historischen Instrumenten

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 Die Sänger des Kirchenchors St. Verena Kehlen machen einen Ausflug zum Museum Eglofs.
Die Sänger des Kirchenchors St. Verena Kehlen machen einen Ausflug zum Museum Eglofs. (Foto: Kirchenchor St. Verena)
Schwäbische Zeitung

„Warum denn in die Ferne schweifen, wenn doch das Gute liegt so nah?“ Nach diesem Motto machten sich Chormitglieder des Kirchenchors Kehlen und einige Gäste laut einer Pressemitteilung auf ins West-Allgäu, wo als erster Programmpunkt das Museum Eglofs anstand.

„Zwei von ihrer Arbeit begeisterte, sachkundige Führer begleiteten0 die Gruppe durch das frühere Bauernhaus am Dorfplatz“, schreibt Roswitha Kessner, die Schriftführerin des Chors in ihrem Bericht. Musik, die Geschichte von Eglofs und Geologie seien Schwerpunkte dieses Heimatmuseums. Es liege auf der Hand, dass die Sänger dem musikalischen Bereich das größte Interesse entgegen brachten. Gezeigt werden Schalmei, Scheitholz, Dudelsack, Drehleier und andere Instrumente aus dem 16. Jahrhundert, aber auch die Weiterentwicklungen von Streich- und Zupfinstrumenten, Holz- und Blechblasinstrumenten bis zur Jazztrompete. „Ob Okarina, Maultrommel, Alphorn oder Zither – der Führer, ein musikalisches Allroundtalent – brachte aus allen Instrumenten nicht nicht nur Töne hervor, sondern erkennbare Melodien“, schreibt der Kirchenchor weiter, „hoch interessant auch Phonograph und Grammophon, an denen die Entwicklung von Tonspeicherung und -wiedergabe von historischen Musikbeispielen gezeigt wurde.“

Nach dem Mittagessen ging es weiter durchs West-Allgäu nach Isny zum Schloss. Wieder machte laut Kirchenchor eine souveräne Museumsführerin mit der Geschichte des Schlosses vertraut. Bis zur Säkularisation war dieses Gebäude demnach ein Benediktinerkloster, das bis auf das Jahr 1096 zurückgeht. Nach dem großen Stadtbrand wurde es im 17. Jahrhundert im barocken Stil wieder aufgebaut. „Sehenswert sind das Refektorium, die Schlosskapelle und das Abtshaus. 1996 wurde die Schlossanlage von einer gemeinnützigen Stiftung erworben. Heute beherbergt die Kunsthalle im Schloss die Werke des Isnyer Künstlers Friedrich Hechelmann“, heißt es im Bericht weiter.

Bekannt wurde er mit mit seinen Bildern, die dem phantastischen Realismus zuzuordnen sind, aber auch mit zahlreichen Illustrationen von Märchenbüchern: zur Zeit in der Ausstellung „Zwerg Nase“, „Nils Holgersson“, „Momo“ , außerdem Bilder für das Alte und Neue Testament, einer umfangreichen Auftragsarbeit. In den letzten Jahren widmete sich Hechelmann erstmals der Plastik.

Es entstanden Engel und geheimnisvolle Wesen aus der Mythen- und Fabelwelt, die jetzt im Schlossinnenhof ihren Platz gefunden haben. Sein literarisches Debüt gab er vor zwei Jahren mit „Manolito“, einem modernen Märchen, dessen Illustrationen ebenso wie die des Folgeromans „Livia“ bestaunt werden konnten.

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