Radler bestreiten kleine „Tour de France“

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Schwäbische Zeitung

Die einmalige Landschaft der provençalischen Alpen und der Vaucluse war wieder einmal das Ziel der Radsportgruppe (RSG) Meckenbeuren. Dabei hatten die 14 teils älteren Radfahrer hohe Ziele, wie die Gruppe mitteilt.

Schon am ersten Tag wurde die Kondition nach der Anreise mit dem Auto bis Guillestre auf den steilen Anstiegen des Col de Vars (2111 Meter) getestet. Die darauf folgende Abfahrt bis Barcelonette war der vergnügliche Ausklang des ersten Tages.

Der zweite Tag führte auf den Col d’Allos ( 2247 Meter). Nach einem 20 Kilometer langen Anstieg auf einer verkehrsarmen und schmalen Straße folgte eine begeisternde Abfahrt.

Willkommen im „Club der Verrückten“

Am Folgetag konnte aufgrund der unsicheren Wetterlage die ursprünglich geplante Fahrt auf den höchsten Alpenpass, den Col de la Bonette (2802 Meter), sicherheitshalber nicht absolviert werden. Stattdessen zogen die Teilnehmer eine Runde über den Col de Vars und den riesigen Stausee Lac de Serre-Ponçon vor. Diese Tour mit über 2000 Höhenmetern erwies sich allerdings als sehr anstrengend. Für die ursprünglich mit dem Rad geplante Weiterfahrt nach Malaucene wurden daher die Kräfte geschont, die Radler stiegen aufs Auto um. Schließlich wartete noch die Königsetappe der Frankreichfahrt. Nach einer Tagesfahrt über die fast menschenleere Hochebene der Vaucluse waren Wetter, Wind und Temperaturen für den Mont Ventoux günstig. Jetzt konnte endlich der Berg in Angriff genommen werden, auf den alle Teilnehmer hingefiebert hatten.Drei Wege führen auf den 1912 Meter hohen Mont Ventoux. Wer alle drei Auffahrten an einem Tag bewältigt, erhält laut RSG Einlass in den „Club der Verrückten“. Und dies war das Ziel von Jürgen Schimmels und Thomas Schneider. Bereits um 5.30 Uhr verließen sie das Hotel in Malaucene für die erste Fahrt. Als die weiteren RSG-Teilnehmer das Hotel verließen, waren sie bereits wieder zurück und verpflegten sich für die weiteren Strapazen. Mehr als 4400 Höhenmeter und über 130 Kilometer auf bis zu 14 Prozent steilen Rampen sollten am Abend geschafft sein. Während die Hauptgruppe es etwas behutsamer ab Bedoin anging, zogen Ralf Paul und Charlie Wolf schnell davon. Sie wollten zwei Auffahrten schaffen. Ralf Paul fühlte sich in der zweiten Auffahrt so gut, dass er ebenfalls das Triple erfolgreich anging.

Dem großen Teil der Gruppe wurde bei über 120 Kilometern und mehr als 2000 Höhenmeter ebenfalls viel abverlangt. Auf der Runde über den Mont Ventoux wurde es plötzlich bedeckt und kalt. Nach einem kurzen Aufenthalt an der Spitze ging es wieder schnell nach unten durch blühende Lavendelfelder weiter bis Sault.

Tourguide Karl Obermüller führte das Team dann auf einer 20 Kilometer langen Abfahrt durch die wilde Schlucht de la Nesque wieder zurück nach Malaucene. Die letzte Tagesfahrt in das beeindruckend schöne kleine Gebirge Suzette diente der Erholung.

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