Otto Zehrer steht 21 Jahre an der Spitze der Kehlener Musiker

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 Otto Zehrer gibt das Amt als Vorsitzender ab.
Otto Zehrer gibt das Amt als Vorsitzender ab. (Foto: Karin Schütrumpf)
Karin Schütrumpf

„Das habe ich gern gemacht. Da braucht es keine Geschenke und großen Dankesworte“, wiegelte Otto Zehrer ab. Doch natürlich wollte der Musikverein Kehlen den Mann, der 21 Jahre die Geschicke des Vereins lenkte, auch mit einem besonderen Präsent bedenken. So schenken sie das, für das Zehrer lange Jahre einstand – die Musik vom Verein, ein Platzkonzert. Es soll in Gerbertshaus auf dem Gelände der Firma Zehrer stattfinden. „Und wenn du willst, kannst du die Einnahmen aus dem Getränkeverkauf ja wieder dem Musikverein schenken“, witzelt der zweite Vorstand Florian Assfalg bei der Übergabe dieses ganz besonderen Präsentes.

Assfalg bedankte sich in seiner Laudatio für Zehrers jahrelanges Engagement und lobte das unternehmerische Geschick, mit dem Zehrer die Vereinsführung in die Hand nahm. „Er sorgte für neue Uniformen und revolutionierte das Musikfest“, erinnerte Assfalg an zwei wichtige Etappen in der Vereinsgeschichte.

Dirigent Wolfgang Schuler bedankte sich im Namen der aktiven Musiker bei Otto Zehrer und betonte: „In der heutigen kurzlebigen Zeit sind diese 21 Jahre fast schon eine Ewigkeit. Es gab unzählige Sitzungen, viele Diskussionen in diesen Jahren. Aber am Ende gab es auch immer ein für den Verein entsprechend optimales Ergebnis. Du hast den Verein geprägt und gelenkt.“

Wenn Otto Zehrer selbst auf seine langjährige Tätigkeit als Vorsitzender zurückblickt, ist für ihn „eigentlich nichts Negatives haften geblieben“. Besonders schöne Erinnerungen verbindet er mit dem Jubiläumsjahr 2008 und mit dem Benefizkonzert für die Drachenkinder.

Zehrer ist, wie er erzählt, „ein Eigengewächs“ des Musikvereins. Schon als Jugendlicher ist er vom Verein gefördert worden, ist langsam ins Orchester hineingewachsen. Bis zum 23. Lebensjahr war Zehrer mit der Klarinette bei den Auftritten der Musikkapelle Kehlen dabei. 39 Jahre zählte er, als im Verein damals ein neuer Vorsitzender gesucht wurde. Zehrer kandidierte, wurde gewählt und blieb 21 Jahre im Amt. Das sei für ihn die Möglichkeit gewesen, einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. „Und auf jeden Fall hat es auch Spaß gemacht“, lacht Zehrer. Der Umgang mit den Menschen war für ihn immer der schönste Teil seiner Aufgabe. „So lange kann man dieses Amt nur machen, wenn man mit guten und netten Leuten zusammenarbeitet“, lobte Zehrer.

Einer davon war Hermann Stocker, der wie Zehrer 21 Jahre im Vorstand saß. Er war für die Durchführung des Musikfestes mitverantwortlich und organisierte zahlreiche Schrottsammlungen. Außerdem war er jahrelang Leiter des Quartetts. „Das wird er auch bleiben“, würdigte Florian Assfalg die Arbeit von Stocker.

Besonders wichtig sei Zehrer immer die Nachwuchsförderung gewesen, und wenn er jetzt viele junge Menschen bei der Jahreshauptversammlung sieht, da freut ihn das. „Da haben wir etwas richtig gemacht.“ Gefördert hat er auch seinen Nachfolger im Amt. „So einen großen Verein kann man nicht jedem übergeben“, findet er. „Ich habe mir immer vorgenommen aufzuhören, wenn ich einen geeigneten Nachfolger habe. Und jetzt habe ich ein absolut gutes Gefühl dabei.“

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