Oberschwabengipfel trifft ins Schwarze

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Ein trefflicher Mix - wenn das „MaulArt-Kabarett“ mit Wolfgang Engelberger und Siege Schock (im Bild) zusammen mit Ingrid Koch
Ein trefflicher Mix - wenn das „MaulArt-Kabarett“ mit Wolfgang Engelberger und Siege Schock (im Bild) zusammen mit Ingrid Koch und Günther Bretzel den Abend bestreiten. (Foto: Karl Gälle)

Ist Meckenbeuren nun „Gipfelstadt?“. Allenfalls am Samstagabend war dies der Fall, als bei Kultur am Gleis 1 der Oberschwabengipfel „zur schwäbischen Artenschutzkonferenz“ über die Bühne ging. Und dies vor voll besetztem Haus und mit nachhaltigem oberschwäbischen Witz und Humor. Über zwei Stunden begeisterten das „MaulArt-Kabarett“ mit Wolfgang Engelberger und Siege Schock sowie Ingrid Koch und Günther Bretzel mit urschwäbischen und humorvollen Gedichten, Sketchen und Liedern.

Im einleitenden Sketch übers „bewusst gsunde Lebe“ gab das MaulArt-Kabarett die Zielsetzung des Abends vor: „Mir machet des it wegem Abnehme, sondern wege dr Gsundheit. Und wisset se, Lache isch sehr gsund.“ Dann Ingrid Koch, die mit ihren beiden Gedichten „s’Wochenendfährtle“ und dem „Liebesmonat Mai“ begeisterte. Gipfelgast Edwin Lanz drückte es in der Pause so aus: „Hoscht du nix zum Lache die ganz Woch, muscht du ins Gleis 1 zur Ingrid Koch.“ Auch Günther Bretzel traf mit seinem Lied „S’isch wieder Sommer am Bodensee“ voll ins Schwarze. „I mag de Winter lieber wie dr Sommer, denn do ghört de See uns“, so der Langenarger Lehrer und Kabarettist. Zugleich hatte er für die mit dem schwindenden Fischbestand im See kämpfenden Fischer ein zukunftsweisendes Rezept parat: „Die Fischer sollet sich me mit de Touriste abgebe. Die ka me nämlich ausnehme, bevor se tot sind.“ Als Wolfgang Engelberger und Siege Schock ein Klagelied über das „Leben eines verheirateten Rentners“ anstimmten, ernteten sie erneut brausenden Applaus. Ihre Kernaussage: Das Leben eines verheirateten Rentners findet mit „Me sot, me muesst, me kennt, dätsch mr it“ im Konjunktiv statt. Einem der begeisterten Zuhörer entfuhr es dabei spontan: „Des ischt em Volk aufs Maul guckt.“

Schönheiten aus Brochenzell

Auch nach der Pause servierten die vier Künstler „schwäbische Highlights“ in Serie. So die MaulArt-Kabarettisten mit dem Sketch „Champions League“, als die Ehefrau ob der Fußballübertragung auf ihren geliebten Pilcherfilm verzichten musste. Ingrid Koch begeisterte mit Gedichten über die „Festlesflut“ sowie den „besten schwäbischen Kartoffelsalat“. Noch eines drauf setzte Bretzel mit seinem eigens für den Auftritt im Kultur am Gleis 1 kreierten Lied „Auf dr Landstroß nach Friedrichshafen“. Hatte doch hier ein Autofahrer eine Anhalterin aus Meckenbeuren mitgenommen und tags darauf die Schöne dort wieder zu finden gehofft. „Wenn’s e wirklich Schöne war, sagt am Bahnhof oiner unbenommen, die gibt´s in Meckebeure it, die muss aus Brochezell komme.“ Dass die Zuhörer zum Schluss des Oberschwabengipfels vehement eine Zugabe forderten, versteht sich bei einem solchen Programm von selbst.

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