Musikverein Meckenbeuren feiert den Frühling

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Schwäbische Zeitung

Die Stühle in der Humpishalle Brochenzell hätten fast nicht ausgereicht für den Besucherandrang beim diesjährigen Frühjahrkonzert des Musikvereins Meckenbeuren. Die Vorsitzende Andrea Smigoc freute sich in ihrer Begrüßungsrede natürlich über ein solch eindeutiges Zeichen von Interesse und Wertschätzung für den Musikverein. Davon berichtet der Musikverein in einem Schreiben.

Neben dem Musikverein Meckenbeuren gestaltete das Jugendblasorchester Brochenzell-Ettenkirch-Kehlen-Meckenbeuren-Musikschule den Abend. Nachdem der bisherige Dirigent Michael Jung im vergangenen Jahr die Leitung des Musikvereins Meckenbeuren übernommen hatte, wird das Jugendorchester nun von der jungen Carina Wielath aus Ettenkirch dirigiert, die dieser Tätigkeit gekonnt und mit viel Dynamik gerecht wurde. Durch das Programm des Jugendorchesters führten Julia Abt und Ellen Diemers.

Diese starke Truppe von jungen musikalischen Talenten sorgte dann auch für einen fulminanten Auftakt des Abends. Flott moderiert von der neuen Dirigentin boten die jugendlichem Musiker ihren Zuhörern drei gekonnt dargebrachte Stücke. Zu Beginn die kraftvoll gespielte „Appalachian Overture“ von James Brown, einem der beliebtesten und bekanntesten Blasorchester-Kompositionen der vergangenen Jahre. Danach wurde mit Steven Reinekes „Where Eagles Soar“ die Schönheit, Weite und Freiheit des US-Staates Main musikalisch dargestellt. Anschließend wurde das Publikum mir „Saxpack“ von Otto M. Schwarz nach Wien entführt.

Nach einer kurzen Umbauphase betrat das Orchester des Musikvereins Meckenbeuren die Bühne und die Vorsitzende Andrea Smigoc stellte kurz die neu hinzugekommenen Musiker und Musikerinnen vor, für die dieser Abend der erste Konzertauftritt war. Dann begann das Orchester den zweiten Teil des Abends mit einer der bekanntesten Kompositionen Antonín Dvořáks, dem „Slawischen Tanz Nr. 8“ (op.46 und op.72). Anschließend ließen die Musiker mit François Adrien Boieldieus „Der Kalif aus Bagdad“ einfühlsam den Kalifen Harun al-Raschid sich unters Volk mischen, um die Stimmung zu erkunden. Beide Stücke wurden unter Leitung von Michael Jung auf bekannt hohem Niveau dargeboten.

Bevor es in die Pause ging, gab es noch vier Personen für ihre langjährig Aktivität und Treue zum Verein zu ehren. Zu diesem Zweck war der Bezirksvorsitzende des Blasmusikerverbandes Herbert Gessler anwesend. Geehrt wurde Severin Straub, der seit 20 Jahren auf der Posaune spielt, und für jeweils 30 Jahre Bertram Erb, Tenorhorn und Tuba, sowie Wolfgang Barth, Tenorhorn. Für die längste Zugehörigkeit konnte eine Musikantin geehrt werden: Edith Franke-Lämmerhirt spielt seit 40 Jahren im Musikverein Klarinette und Querflöte. Alle Jubilaren haben in diesen Jahren nicht nur gespielt, sondern den Verein auch aktiv durch Mitarbeit unterstützt und organisatorische Aufgaben übernommen.

Nach einer kurzen Pause boten die Musiker mit Johan de Meijs „Klezmer Classics“ jiddische Musik, wie sie ab dem 16. Jahrhundert auf jüdischen Festen, wie Hochzeiten gespielt wird. Danach wurde das Publikum auf die „Arche Noah“ entführt, Bert Appermonts Komposition, basierend auf der biblischen Geschichte der Rettung vor der Sintflut. Von der Rettung der Tiere vor der Sintflut ging es dann zu einem anderen Tier, der Löwin Simba in Elton Johns Welterfolg „Der König der Löwen“. Ein Highlight der Filmmusik, das auch an diesem Abend das Publikum begeisterte. Das letzte Stück war dann nach den Dankesworten der Vorsitzenden und vor der Zugabe „El Cumbanchero“ von Rafael Hernandez, der Welterfolg eines der größten Komponisten Puerto Ricos. Auch diese anspruchsvolle Arrangement wurde vom Orchester ausgezeichnet dargeboten. Alles in allen ein sehr gelungener Abend für Musikliebhaber, heißt es im Bericht abschließend.

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