Mit der Mondkanone zum bösen Mondmann

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Auch die Naturgeister haben mitgeholfen und freuen sich, dass Herr Sumsemann (Mitte Lars Koch) wieder sein sechstes Beinchen bek
Auch die Naturgeister haben mitgeholfen und freuen sich, dass Herr Sumsemann (Mitte Lars Koch) wieder sein sechstes Beinchen bekommen hat. Neben ihm Peterchen (Romy Butz) und Anneliese (Sophia Kühnle), rechts der Sandmann (im Rollstuhl Luca Oriccio). (Foto: Helmut Voith)

Quicklebendige Engelkinder und ungestüme und sanfte Naturgeister haben am Wochenende die Bühne des Kulturschuppens am Gleis 1 bevölkert, als die Jugendgruppe der Laienspielgruppe Meckenbeuren zu „Sumsemanns Mondfahrt“ eingeladen hat. Die Spieler und ihre Regisseurinnen Kathrin Rueß und Conny Holzwarth durften sich freuen, denn alle drei Vorstellungen waren bestens verkauft und Groß und Klein hatten ihre Freude am farbigen Spiel.

Zwei liebe Kinder, die noch keinem Tier etwas zuleide getan haben, braucht der fünfbeinige Maikäfer Sumsemann, um sein sechstes Beinchen vom Mond zurückzuholen, mit Peterchen und Anneliese gelingt das gefährliche Abenteuer. So ist es nur richtig, wenn hier Gerdt von Bassewitz‘ altbekanntes Märchen von „Peterchens Mondfahrt“ kurzerhand in „Sumsemanns Mondfahrt“ umgetauft wurde, denn wo bliebe sonst Peterchens braves Schwesterchen? Artige Kinder sind es, die anfangs in ihren weißen Betten liegen und den auf dem Rücken zappelnden Herrn Sumsemann entdecken. Mitleidig hören sie seiner Geschichte zu und sind gern bereit, ihm zu helfen. Mit dem Fliegenlernen kann das Abenteuer beginnen. Und auch die Zuschauer dürfen dabei sein.

Für Kinder aufbereitet

Mit einem vielstimmigen „Summ, summ, summ“ unterstützen sie die Flugversuche, auch später dürfen sie immer wieder mithelfen, wenn es etwa gilt, den hasenfüßigen Sumsemann, der sich aus Angst vor der Mondkanone versteckt hat, zu finden. Denn auf den Mond muss er, wie sollte er sonst sein Beinchen herunterholen? Köstlich, wie er immer wieder in Ohnmacht fällt oder sich tot stellt, wenn es wieder mal brenzlig wird, wenn der Donnermann gar zu laut auf seiner Trommel donnert oder der Mondmann keineswegs gewillt ist, das Beinchen rauszurücken. Kindgerecht haben Kathrin Rueß und Conny Holzwarth das Märchen umgesetzt, sodass ihre kleinen Zuschauer der Geschichte leicht folgen konnten. Auch wer noch zu klein zum Verstehen war, der bekam viel zu gucken, ob beim Bühnenbild, das vom Kinderzimmer auf die Sternenwiese führte, über der goldene Sterne und Schönwetterwolken hingen, und weiter zur kahlen Mondlandschaft. Imposant war der Schlitten, mit dem der große Bär die drei Erdenbewohner samt dem Sandmann zum Himmelsfest der Nachtfee zog, ebenso die mächtige Kanone, die die drei auf den Mond schoss. Eine wahre Augenweide waren die phantasievollen Kostüme, so verrieten die Naturgeister genau, ob sie nun für Blitz, Donner, Regen oder für Polareis zuständig waren.

Es war gewiss keine Kleinigkeit, dreißig Kinder so gut zu führen, dass sie sich lebendig auf der Bühne bewegten und munter ihre Texte vorbrachten. Bewundernswert haben die Hauptpersonen durchs Stück geführt: Lars Koch als bald stolzer, bald gar zu angstvoller Herr Sumsemann, Romy Butz als artiges Peterchen und Sophia Kühnle als sein verständiges Schwesterchen, dazu Luca Oriccio, der als Sandmann wohl den längsten Text zu bewältigen hatte. Alle haben wieder zu drei gelungenen Aufführungen beigetragen: die Spieler wie die Regie und die vielen Helfer hinter der Theaterbühne.

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