Meditativer Abend hilft auf dem Weg zum Frieden

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Künstlerisch und inhaltlich arbeiten die Teilnehmerinnen an dem Thema Frieden.
Künstlerisch und inhaltlich arbeiten die Teilnehmerinnen an dem Thema Frieden. (Foto: Sarah Rist)
Sarah Rist

Im Rahmen der „Frauenstärken“ hat im evangelischen Stephanus-Gemeindehaus am Freitag ein meditativer Abend zum Thema „Innerer Frieden“ mit Impulsgeberin Birgit Mangold stattgefunden. „Ich würde gerne mit einem Moment der Stille beginnen“, eröffnet Mangold den Abend und lässt ihre Klangschale ertönen. Die Lindauerin ist von Beruf Diplom-Sozialarbeiterin und Coach. Sie beschreibt sich selbst als Begleiterin, Gestalterin und Schreibende.

In ihrem Gedicht „Ich hisse eine Fahne des Friedens“ hat sie den Frieden mit sich selbst und den eigenen Unzulänglichkeiten und Schwächen thematisiert. Christine Würth, Mitglied im Organisationsteam der „Frauenstärken“, hatte dieses Gedicht gelesen und daraufhin Birgit Mangold zu diesem Abend eingeladen. „Es ist mir ein großes Anliegen, dass wir und auch kommende Generationen in Frieden auf dieser Erde leben können. Denn solange nicht Frieden in uns ist, kann auch in unseren Familien, Freundeskreisen, Partnerschaften, Teams, Kirchengemeinden, Städten und Ländern kein Frieden sein“, so Mangold.

In einer geleiteten Meditation wandern die Teilnehmerinnen geistig durch den eigenen Körper und die eigene Gedanken- und Gefühlswelt. „Wenn du an deinen Körper denkst, was an ihm bewertest du? Was an ihm verurteilst du? Was an ihm lehnst du ab?“, fragt Sozialarbeiterin Birgit Mangold die Anwesenden. Mit den Worten „Wenn Frieden auf der Welt bedeutet, den Frieden in dir selbst zu mehren, wo gilt es noch, den Krieg zu beenden in dir?“, konfrontiert sie die Teilnehmerinnen dabei auch mit ungeliebten persönlichen Eigenarten und Gewohnheiten, Gefühlen, Körperstellen und Geschehnissen.

Raum für Selbstbetrachtung

Zum Ende der Meditation bekommen die Frauen einen Spiegel, um sich eine Weile still darin zu betrachten. „Sieh dich an und erinnere dich, erinnere dich, wer du wirklich bist“, spricht Birgit Mangold den Teilnehmerinnen zu und betont dabei, dass Frieden keine einmalige Handlung, sondern vielmehr ein Lebensstil sei.

Im Anschluss gibt es Raum für einen persönlichen Austausch zu zweit. Das Gespräch wird durch konkrete Fragen von Mediatorin Mangold angeleitet: „Wo kämpfst du noch gegen dich? Was würde passieren, wenn du aufhören würdest, gegen dich zu kämpfen? Mit was möchtest du Frieden schließen? Was könnte ein erster Schritt in Richtung Frieden sein?“

Nach diesen herausfordernden und bereichernden Zwiegesprächen sind die Frauen eingeladen, eine Friedensfahne als Erinnerung für sich zu gestalten. „Ich selbst habe vor Jahren auch eine solche Fahne gestaltet. Sie hing lange Zeit bei mir auf der Terrasse. So war das Thema eine Weile sehr präsent“, erzählt die Lindauerin.

Den Abschluss der gemeinsamen Zeit bildet die „Ernterunde“, bei der jede Frau berichten kann, was für sie an diesem Abend besonders wichtig gewesen ist. Einige präsentieren dabei auch ihre kunstvollen Fahnen. Es ist ein tiefgründiger, friedvoller Abend, der laut Christine Würth „sicherlich noch eine Weile in den Köpfen nachklingen wird“.

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