Marlies Grötzinger begeistert Kehlener Senioren mit Mundart

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Das Gemeindehaus St. Verena in Kehlen ist voll besetzt.
Das Gemeindehaus St. Verena in Kehlen ist voll besetzt. (Foto: Seniorenkreis)
Schwäbische Zeitung

Zur ersten Veranstaltung nach der Sommerpause hatte der Seniorenkreis Kehlen die bekannte und vielfach ausgezeichnete Mundartkünstlerin Marlies Grötzinger aus Burgrieden als Gast eingeladen und damit einen absoluten Glücksgriff gemacht. Das Gemeindehaus St. Verena in Kehlen war mit mehr als 100 Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt. Dem Seniorenteam um Ingrid Aggeler und Günter Marquardt gelang es aber, für alle Gäste einen Platz zu finden, heißt es in einem Schreiben des Seniorenkreises.

Mit ihren Gedichten, Geschichten und Glossen in ihrer oberschwäbischen Muttersprache zog Grötzinger schon mit ihren ersten Beiträgen die erwartungsfrohen Zuhörer in ihren Bann. Da ging es um die „Herbstkatza“ oder um ihren gut gefüllten Schuhschrank mit dem Schlusswort „mir brauchet eba so viel Schuahwerk, basta!“.

Grötzinger erklärte auch Redensarten und beleuchtete die Eigenschaften der Schwaben kritisch: „Seiner Lebdag lang hot er gschaffet, alleweil bloß gewualet ond gschaffet“. Zusammen mit Pfarrer Josef Scherer als Herrgott war Grötzinger als oberschwäbischer Adam im Paradies: Adam isst den Apfel nicht, er macht Moscht draus. Für große Heiterkeit und langen Applaus sorgte die oberschwäbische Litanei, die mit „Vergelt’s Gott, du moisch’s alleweil so guet mit eis, Herr“ beginnt und mit „ hau Mitleid und lass om Gottes Willa is it aussterba – Amen“ endet. Natürlich fanden auch die häufig benutzten Titulierungen „Dackel“ und „Halbdackel“ ihrer Erklärung, heißt es weiter in dem Schreiben.

In den Pausen kamen die Gäste der Einladung von Rita Biegger-Klettner und Franz Pohl zum Mitsingen alter und bekannter Volkslieder nach. Begleitet von Akkordeon und Gitarre war der gemischte Seniorenchor mit „auf der schwäbsche Eisebahne“ sicher über den Kirchplatz hinaus zu hören.

Langer Beifall belohnte Marlies Grötzinger und die fleißigen Musikanten. Der Nachmittag schloss mit einer Vesper und alle machten sich nach einem unterhaltsamen Nachmittag auf den Heimweg. Das Seniorenkreisteam bedankt sich ganz herzlich bei Willi König, der mit unserer EMMA freundlicherweise den Fahrdienst übernommen hat und einige unserer Gäste problemlos und zuverlässig abgeholt und wieder nach Hause gebracht hat.

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