Langfingern die Arbeit erschweren

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Roland Merz (links, ADFC) erklärt Renate Pinkes (rechts), wie die verschlüsselte Buchstaben-Zahlenkombination zu lesen ist. Hint
Roland Merz (links, ADFC) erklärt Renate Pinkes (rechts), wie die verschlüsselte Buchstaben-Zahlenkombination zu lesen ist. Hinten Mitte: Markus Hirschauer vom Fahrrad-Reparaturtreff Meckenbeuren. (Foto: Kerstin Schwier)
Kerstin Schwier

Ruckzuck ist es passiert. Nur mal schnell mit dem Fahrrad Brötchen holen, vergessen abzuschließen und dann die böse Überraschung: Das Rad ist weg. Geklaut. Wer sein Fahrrad zuvor hat codieren lassen, ist nun eindeutig im Vorteil. Denn falls der Drahtesel an anderer Stelle wieder auftauchen sollte oder der Dieb versucht, das Rad zu verkaufen, kann es anhand der eingravierten Nummer dem rechtmäßigen Eigentümer eindeutig zugeordnet werden.

„Um die Gravur zu entfernen, braucht man richtig grobes Werkzeug. Das fällt dann schon auf. Aber trotzdem gilt: immer abschließen“, rät Markus Hirschauer vom Fahrrad-Reparaturtreff Meckenbeuren allen Fahrradbesitzern. Zusammen mit seinen Kollegen des neu formierten Reparaturtreff-Teams hat er in Zusammenarbeit mit dem ADFC Bodenseekreis eine Codierungsaktion in den Lebensräumen für Jung und Alt organisiert.

Knapp 20 Radler nutzten am Samstagvormittag die Gelegenheit und ließen sich von Roland Merz (ADFC) den alphanumerischen Code, hinter dem sich die Eigentümeradresse in verschlüsselter Form verbirgt, in das Sattelrohr eingravieren. Einige genossen auch zur Überbrückung der Wartezeit das angebotene Radlerfrühstück. Renate Pinkes ist zusammen mit ihrem Sohn Julian vorbeigekommen, um ihre beiden Pedelecs codieren zu lassen. Die Räder haben zusammen einen Wert von mehreren Tausend Euro. „Ich finde das ist eine richtig gute Sache. Mein Sohn ist schwer behindert und arbeitet in der Stiftung Liebenau. Er fährt jeden Morgen mit dem Rad zur Arbeit. Manchmal ist er ein bisschen schusselig und vergisst, sein Rad abzuschließen. Ich hoffe, der Code schreckt Diebe ab“, berichtet Renate Pinkes.

Auch Madita Keicher, die sich mit ihrer Mutter Anja spontan zu der Codierungsaktion entschlossen hat, setzt auf die abschreckende Wirkung der Gravur. „Ich habe keine Fahrradversicherung und möchte was gegen Diebstahl tun“, erklärt die junge Meckenbeurerin. Doch bevor sie und Familie Pinkes ihre jeweiligen Codes erhalten, müssen sie erst die rechtmäßige Eigentümerschaft beweisen. Dazu genügt die Vorlage des Kaufvertrages und des Personalausweises. Erst danach dürfen sie zwischen einem silbernen, orangen oder blauen Aufkleber auswählen und Georg Rütz vom Reparaturtreff bestückt die Schablone mit Zahlen und Buchstaben.

Das neue Team des Fahrrad-Reparaturtreffs zeigte sich nicht nur von der Codierungsaktion rundum zufrieden. Auch die nach dem Tod von Wolfgang Karcher wieder aufgenommenen monatlichen Reparaturtreff-Termine in den Lebensräumen für Jung und Alt laufen gut an, wie Ralf Dreibholz und Werner Hirscher berichten. „Wir haben die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt. Es funktioniert richtig gut. So hatte ich es mir vorgestellt“, freut sich Ralf Dreibholz.

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