Kirche Sankt Verena wird zum Ausstellungsraum

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 Für einen Monat werden in der Kirche Sankt Verena kirchliche Bauten der 1960er- und 1970er-Jahre gezeigt. Ausstellungsende ist
Für einen Monat werden in der Kirche Sankt Verena kirchliche Bauten der 1960er- und 1970er-Jahre gezeigt. Ausstellungsende ist am Neujahrstag 2020 (Foto: Regierungspräsidium Stuttgart)
Schwäbische Zeitung

Kirchenbauten der Nachkriegsmoderne werden oft wenig schmeichelhaft als „Gebetsabschussrampe“ oder „Vater-Unser-Garage“ bezeichnet, heißt es in einer Pressemitteilung des Regierungspräsidium Stuttgart. Dabei sind viele dieser Bauwerke der 1960er und 1970er-Jahre virtuose Raumschöpfungen aus raffinierten Formen und geschickt eingesetzten Materialien. Die Sankt Verena Kirche in Kehlen ist die sechste Station der großen Wanderausstellung „Zwölf – Kirchenbauten der Nachkriegsmoderne in Baden-Württemberg“ des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium (RP) Stuttgart. Zwölf Vertreter für diese theologische wie architekturgeschichtliche Umbruchzeit werden hier gezeigt.

Die Ausstellung ist von Dienstag, 3. Dezember, bis Mittwoch, 1. Januar 2020, zu besichtigen. Die Kirche und die Ausstellung sind täglich von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Eröffnet wird die Station Sankt Verena in Kehlen am Freitag, 6. Dezember, ab 18 Uhr. Begleitet von Orgelstücken können sich die Besucher auf Grußworte von Pfarrer Josef Scherer und Bürgermeisterin Elisabeth Kugler freuen. Im Anschluss folgt ein Blick in die Chronik der Kirchengemeinde, bevor Jörg Widmaier vom Landesamt für Denkmalpflege einen einführenden Vortrag in die Architektur von Sankt Verena und den Kirchenbau der Nachkriegsmoderne hält.

Mit der Ausstellung Zwölf will das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart Vorbehalten begegnen und für Bauwerke von erstaunlicher Qualität und Vielfalt werben: „Die Besucherinnen und Besucher erwarten keine Mauerblümchen, sondern ein opulentes Bouquet aus Zwölf beispielhaften Blüten einer reichen architektonischen Flora. Nirgends können die Überlegungen der Erbauer und die realisierten Lösungen besser erfahren werden als vor Ort. Daher dienen Zwölf ausgewählte Sakralbauten nicht nur als Objekte, sondern auch als Orte der Wanderausstellung“, erklärt Projektleiter Martin Hahn die Idee der Sonderschau.

Am Samstag, 7. Dezember, gestaltet Tamara Engert vom Landesamt für Denkmalpflege ab 10 Uhr einen Kinder- und Jugendtag für Kinder ab dem Grundschulalter mit Basteleien und VR-Brillen, die eine vollkommen neue Sicht auf die Sankt Verena Kirche ermöglichen.

Am Sonntag, 15. Dezember, bietet Alfred Speckle im Anschluss an den Gottesdienst um 9 Uhr eine Führung in der Sankt Verena Kirche an. Der Kirchenchor der Gemeinde lädt zum Abschluss des Vormittags zu einem Frühstück ins Gemeindehaus.

Musikalisch geht es am Samstag, 21. Dezember, ab 17 Uhr, weiter, wenn die Gemeinde zum offenen Singen adventlicher Lieder lädt.

Den Abschluss feiert die Ausstellung Zwölf in Kehlen am Neujahrstag. Am Mittwoch, 1. Januar 2020, blickt die Gemeinde ab 10 Uhr im Neujahrgottesdienst noch einmal auf den Ausstellungszeitraum zurück.

Je eine Kirche stellt sich einen Monat lang mit all ihren Facetten und einem Rahmenprogramm vor: Führungen, Vorträge, Konzerte, Kinderprogramm – für jede Altersgruppe und jede Interessenslage wird etwas geboten, erklärt das RP. Eine Kirche ist jeweils im Original als „Exponat“ zu bestaunen, die anderen elf zeigen sich in einer mobilen Präsentation. Die Besucher begeben sich auf eine Zeitreise in die Epoche der 1960er/1970er-Jahre, heißt es weiter.

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