Junge Percussion-Künstler haben Rhythmus im Blut

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Mehr als 30 Percussion Musiker auf und vor der Bühne begeistern das Publikum mit exakten Einsätzen und perfektem Zusammenspiel.
Mehr als 30 Percussion Musiker auf und vor der Bühne begeistern das Publikum mit exakten Einsätzen und perfektem Zusammenspiel. (Foto: scht)
Karin Schütrumpf

Im Kulturschuppen haben junge Schlagzeuger der Meckenbeurer Musikschule ihr Können unter Beweis gestellt. „Habt ihr was hören können“, fragt Claus Furchtner die Zuschauer nach dem ersten Stück der Tsching Bum Cebrelation lachend. Mit dem „Colonial Drummer“ lieferten die Schlagzeuger zusammen mit Furchtner einen gewaltigen Auftakt und ließen musikalisch eine ganze Armee im Gleichschritt am Gleis 1 marschieren.

Es ging spannend und abwechslungsreich weiter. Elia Pröschel und Claus Furchtner erfreuten mit einer gekonnt präsentierten „Marimbala“. Das mit vier Klöppeln gespielte Stück mit seinen frisch dahinfließenden Melodien hatte der junge Künstler auch beim Landeswettbewerb im Programm.

Der volle Klang von vier Kesselpauken erfüllte bei der von Elia Probst gespielten Paukita den Kulturschuppen. Blitzschnell ließ er die Trommelstöcke von Pauke zu Pauke wirbeln. Das Stück hat Furchtner für seine Schüler komponiert.

Beim Schlagzeugsolo von Moritz Krzemjen hat Furchtner seinem Schüler beim Komponieren geholfen. Hinter dem Schlagzeug verschwindet der kleine Künstler noch fast. Souverän kündigte er die Musik selbst an. „Ich spiele „Stix und Stones“. Der Titel ist Papa eingefallen“, erzählt er. Und dann lässt Moritz die Stöcke fliegen.

„Zugabe, Zugabe“ tobte der Saal bei der Ensemble-Bearbeitung von „Zirkus Renz“. Mit „Rocking Renz“ rissen die jungen Künstler die Zuschauer mit. Das war Musik zum Mitklatschen. Langsame Passagen wechselten mit flotten und atemberaubend schnellen Wirbeln. Furchtner gab mit dem Schlagzeug den Takt vor. Elf Percussion-Künstler zeigten, dass sie den Rhythmus im Blut haben und folgten den raschen Tempowechseln mit Begeisterung.

Finn Spinnenbein zeigte bei „Yellow After The Rain“ eine sichere Beherrschung der Vier-Schlegel-Technik auf der Marimba. Eine eindrucksvolle Leistung, die ihm auch den ersten Preis beim Landeswettbewerb eingebracht hatte. Dass auch Erwachsene noch ein Instrument neu erlernen und gut werden können, bewies Muthe Stoyke mit „Inventio Nummer acht“ von Johann Sebastian Bach, das sie zusammen mit Claus Furchtner zwei Marimbas vortrug.

Das Schlagzeug ist „cool“

Höhepunkt vor der Pause war das „Tuno per Dieci“ bei dem fast alle – mehr als 30 – Musikschüler vor und auf der Bühne mitspielten. Obwohl die Kleinsten teilweise erst seit April dabei sind und nur sieben Proben möglich waren, bei denen aber nie alle zusammenkamen, begeisterte das Riesenensemble mit einer taktsicheren Darbietung und exakten Einsätzen. „Wie ist Schlagzeug spielen?“, fragte Furtner den kleinen Leander. „Cool“, antwortete der mit Überzeugung.

Nach der Pause erlebten die Zuschauer professionelle Percussion-Präsentationen mit sehr anspruchsvollen und teils experimentellen Stücken. Normalerweise spielen Hanna Abt und Moritz Nussbaumer „4th of July“ einzeln. Als Duo boten sie eine perfekt synchronisierte Darbietung.

Konzentriert und hochprofessionell spielte Moritz Nussbaumer den „Topftanz“, ein Stück mit überraschenden Akzenten von Eckhard Kopetzki. Dabei kommen tatsächlich drei umgekehrte Kochtöpfe zum Einsatz. Nussbaumer entete anhaltenden Applaus für das Stück, mit der er auch beim Bundeswettbewerb antritt. Ebenfalls zum Bundeswettbewerb fährt Hanna Abt, die mit dem temperamentvollen Stück „Gitano“, in die Welt der Zingaro-Musik entführt. Tim Vögele wagte sich mit Erfolg an „Water And Fire“ ein komplexes Stück, von dem die meisten Musiker nur den Teil „Fire“ spielen.

Marius Jonasson bewies enormes Können beim „Dance On The Shattered Mirror“ von Eckhard Kopetzki und mit einem Paukensolo, bei dem er kreuz und quer durch verschiedene Taktarten brillierte.

Siegfried Fink begeisterte mit irrsinnig schnellen, tollen Wirbeln auf der kleinen Trommel. Moritz Nussbaumer brachte mit Katamia auch melancholische Akzente ins Programm.

Zu guter Letzt bewies Hanna Abt, dass eine Percussion-Performance auch auf Blechdosen und mit einem Geigenbogen an der Pauke gespielt, tolle Musik ist.

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