Jugendliche informieren sich über Stiftung Liebenau

Lesedauer: 4 Min
„Wenn die Hände nicht so wollen wie ich will.“ Mit beiden Händen in dicken Fäustlingen bemühten sich die Teilnehmerinnen von „wi
„Wenn die Hände nicht so wollen wie ich will.“ Mit beiden Händen in dicken Fäustlingen bemühten sich die Teilnehmerinnen von „wissen was geht!“, eine Nähseide einzufädeln. (Foto: stiftung liebenau)
Schwäbische Zeitung

Die Ferienaktion „wissen was geht“ der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis hat sieben junge Menschen in die Stiftung Liebenau geführt. Die Stiftung bietet Ausbildungen in sozialen Berufen, aber auch im grünen Sektor oder im kaufmännischen Bereich, aber auch ein Duales Studium an. Die Schülerinnen waren von der Vielfalt der Ausbildungsberufe innerhalb der Stiftung Liebenau beeindruckt, wie die Stiftung in einer Pressemitteilung schreibt.

Viele der jungen Teilnehmerinnen kannten die Stiftung Liebenau. Einige haben sich schon im Berufsorientierungspraktikum in der Verwaltung, in der Heilerziehungspflege oder im Liebenauer Landleben umgeschaut. Der Umgang mit Menschen, die einen besonderen Unterstützungsbedarf haben, ist ihnen nicht fremd. Zwei Schülerinnen der Realschule wissen jetzt schon, dass sie Jugend- und Heimerzieher werden wollen. Andere sind noch unentschlossen. Sie sehen den Aktionstag als ihre Chance, mehr über die Ausbildungsberufe der Stiftung Liebenau zu erfahren.

Im Jahr 2018 machen rund 350 junge Menschen ihre Ausbildung in der Stiftung Liebenau. Die einen haben im sozialen Sektor mit einem freiwilligen sozialen Jahr begonnen, andere schauten im Praktikum Mitarbeitern der Stiftung über die Schultern. „Unsere Aufgabe ist es, die Menschen zu befähigen, so selbstbestimmt wie möglich zu leben“, berichtete Laura Decker aus ihrer Arbeit in der St. Lukas-Klinik. Sie informierte auch über die verschiedenen Ausbildungsbereiche, von der Altenpflege über den Dienstleistungssektor wie Gartenbau und Forstwirtschaft bis zum Dualen Studium der Betriebswirtschaft.

Das Besondere aber waren die Begegnungen. Frauen und Männer, die von der Stiftung Liebenau begleitet werden, luden zum Kennenlernen in das Haus St. Otmar ein. Beim Wohnen und im Alltag werden sie von einem interdisziplinären Team unterstützt. „Was braucht es, damit es den Menschen gut geht?“ Die Heilerziehungspflegerin Frauke Hansen machte Mut: „Hier leben außergewöhnliche Persönlichkeiten. Sie wollen aktiv am Leben teilnehmen. Wir dürfen sie dabei begleiten.“

In andere Rollen schlüpfen

Laura Decker ermöglichte den Teilnehmern, die Welt mit den Augen von Menschen mit autistischen Zügen wahrzunehmen. Spiegelverkehrt ohne zu spicken den Kugelschreiber zu führen war für die allermeisten eine fast unlösbare Herausforderung wie das Einfädeln, die Hände in dicke Winterhandschuhe verpackt. Das Nadelöhr war für den Faden unerreichbar.

Am Ende waren sich die Teilnehmerinnen des Aktionstages einig: „Es war ein guter Tag. Wir waren nah dran, wir haben viel gesehen und wir haben viel gelernt.“ Einige planen nun ein Schnupperpraktikum, andere haben die Bewerbung schon in der Tasche.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen