Jürgen Jakob will Harmonia ein bisschen umkrempeln

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Jürgen Jakob will Harmonia ein bisschen umkrempeln
Jürgen Jakob will Harmonia ein bisschen umkrempeln (Foto: pr)
Angelika Banzhaf

Er sprudelt nur so vor Ideen, will möglichst viele Leute für Musik animieren und weiß, was er will: Der neue Chorleiter des Männergesangvereins Harmonia, Jürgen Jakob, ist ein Mann der Tat. Sein Debüt am 14. Juni im Hof der Albrecht-Dürer-Schule beim offenen Singen war so erfolgversprechend, dass Jakob es auch in Zukunft beibehalten will.

„Mit gefällt es bei Harmonia sehr gut“,betont Jakob im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung. „Die Arbeit mit dem Männergesangsverein gibt mir das Gefühl, dass ich wertgeschätzt werde.“ Was für ihn wichtig sei, denn gegenseitige Wertschätzung sei das Fundament, auf das es ankomme, hebt der studierte Klavierlehrer hervor. Sein Bestreben ist, möglichst viele Leute über die Musik für die Musik zu begeistern – und das hat er sich auch für Harmonia vorgenommen. Wobei er nicht verhehlt, dass er von den Sängern persönlichen Einsatz fordere. „Ich bin jemand, der in die Leistungsrichtung geht“, gibt er zu. „Was nicht bedeutet, dass ich zu viel fordern, ich alles umkrempeln will“, sagt Jakob. „Das liegt mir fern. Ich möchte, dass die Menschen Spaß am Gesang haben. Aber ich will auch, dass die Qualität stimmt.“

Seine Arbeit bei dem Meckenbeurer Chor sieht er in erster Linie darin, diesen zu erhalten. „Fakt ist, dass die Mitglieder ein hohes Durchschnittsalter haben“. Mit dieser Altersstruktur stehe der Verein jedoch nicht alleine da. „Vielen anderen Liederkränzen Kirchen- und Männerchören geht es ebenso“, ergänzt Jakob. Wobei der Pianist die jetzige Situation durchaus als Chance versteht. Ihn reize es, mit Harmonia neue Wege zu gehen.

Umsetzung soll behutsam sein

Um jüngere Leute zu finden, sie für den Chor zu begeistern und ihn attraktiver zu machen, will der Chorleiter das Repertoire von Harmonia teilweise in eine andere Richtung lenken. „Mir schwebt Pop-Musik vor, die modern und zeitgemäß ist“, sagt Jürgen Jakob. Dabei wolle er jedoch nicht überfordern. „Bei der Umsetzung werde ich behutsam vorgehen“, verspricht der Klavierlehrer, denn ihm sei bewusst, dass bei Harmonia auch heute noch Liedgut gesungen werde, das aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts stamme. „Und das durchaus auch heute noch seine Berechtigung hat.“

Am 10. und 11. Oktober will er einen musikalischen Versuchsballon starten. „Wir arbeiten auf ein Konzert im Gleis 1 hin, das Harmonia im ersten Teil mit Liedern klassischer Komponisten wie Schubert, Schumann und Brahms bestückt.“ Im zweiten Teil werde es dann moderner, zeitgemäßer und peppiger. „Mit Liedern aus James-Bond-Filmen, die jeder kennt“, kündigt der Musiklehrer an. An zwei oder drei Bond-Titel denkt Jakob und an einen Auftritt einer Sängerin, die hierfür eigens arrangiert werde. Mit dabei wird auch der DaCapo-Chor aus Achberg sein. „Im Vordergrund steht jedoch Harmonia. Es wird ein tolles Konzert“, ist sich Jürgen Jakob schon jetzt sicher.

Projektsänger für den 10./11.Oktober, auch nur für den modernen Teil des Programms, sind gerne willkommen. Noch stehen bis zum Konzert gut zehn reguläre Proben (Donnerstags um 20 Uhr in der Musikschule Meckenbeuren) und ein Probenwochenende (26./27. September) an.

Neben seiner Chorleiter-Tätigkeit bei Harmonia und DaCapo unterrichtet Jürgen Jakob an der Städtischen Musikschule Tettnang das Fach Klavier. Bei der Produktion „Anatevka“ im März 2015 war er zudem musikalischer Leiter des Musiktheaters Friedrichshafen. Jakob hat bei Professor Sontraud Speidel, Leonid Brumberg und Oleg Maisenberg an den Musikhochschulen Karlsruhe, Stuttgart, Trossingen und Wien Klavier studiert und zahlreiche Preise gewonnen. Seit 1989 lebt Jakob am Bodensee.

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