„Nur Hexen die Böses hexen, sind gute Hexen“ – diesen Leitspruch der Oberhexe (links, Emily Adler) will die kleine Hexe (rechts,
„Nur Hexen die Böses hexen, sind gute Hexen“ – diesen Leitspruch der Oberhexe (links, Emily Adler) will die kleine Hexe (rechts, Aurelie Belard) nicht befolgen.
Kerstin Schwier

Einmal mit den anderen Hexen zusammen in der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg herumfliegen, das ist ihr allergrößter Traum. Doch die kleine Hexe ist definitiv zu jung. Schließlich sind 127 Jahre noch kein Alter für eine gestandene Hexe. Wer kennt sie nicht, die Geschichte von der „kleinen Hexe“, die den Mut hat, eine gute Hexe zu sein. Die Jugendgruppe der Laienspieler Meckenbeuren bringt den weltberühmten Kinderbuchklassiker von Otfried Preußler am ersten Adventswochenende auf die Bühne des Kulturschuppens.

Generationen von Kindern haben schon mit der liebenswerten kleinen Junghexe mitgefiebert. Haben mit ihr gelitten, wenn die bösen alten Hexen sie vom Blocksberg verbannen und aus der Gemeinschaft ausstoßen. „Die kleine Hexe ist einfach ein Klassiker, den jeder gelesen und gesehen haben muss. Es ist ein schönes Stück, das lustig ist. Das ist mir immer ganz wichtig, dass es was zu lachen gibt“, berichtet Regisseurin Kathrin Rueß bei einem Besuch während des Probenwochenendes im Kulturschuppen. Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit im vergan genen Jahr („Peterchens Mondfahrt“) hat Rueß wieder Conny Holzwarth mit ins Boot geholt. „Conny und ich haben selber mal in früheren Jahren bei der kleinen Hexe mitgespielt“, erläutert Kathrin Rueß, die mittlerweile zum 13. Mal Regie führt.

Doch von Routine keine Spur, höchstens in positiver Hinsicht: So lässt sie sich von Texthängern einiger Akteure, falscher Beleuchtung oder verpasster Musikeinsätze nicht aus der Ruhe bringen, sondern schafft es mühelos, alle immer wieder aufs Neue zu motivieren. Schließlich können die Stunden an so einem Probenwochenende ganz schön lang werden, vor allem für die jüngsten Schauspieler im zarten Alter von drei Jahren. Seit dem Ende der Sommerferien proben die 30 Kinder im Alter von drei bis 15 Jahren zweimal die Woche und haben auch schon einen Workshop absolviert. Nun spielen sie zum ersten Mal in ihren phantasievollen Kostümen, prächtig geschminkt vom bewährten Helferteam hinter den Kulissen.

Auch das von Stefan Holzwarth und seinem Team schön gestaltete Bühnenbild lässt den Besucher gleich in die Welt der Hexen eintauchen. Und Hexen gibt es viele in dem Stück. Knusper-, Sumpf-, Wetter-, Wind-, Berg-, Wald- und Kräuterhexe tummeln sich dort auf der Bühne. Angeführt werden sie von der mächtigen Oberhexe (Emily Adler), die sich von der intriganten Muhme Rumpumpel (herrlich bösartig Maria Heine) beeinflussen lässt. Da hat die kleine Hexe (wunderbar gespielt von Aurelie Belard) keine Chance zu entkommen. An ihrer Seite ist stets ihr treuer Freund, der Rabe Abraxas (Miriam Enzmann). Er unterstützt seine kleine Freundin dabei, eine gute, seriöse Hexe zu werden. Bis zur kommenden Walpurgisnacht hat sie dafür Zeit. Ob es ihr gelingt, die Oberhexe von ihrer Hexenkunst zu überzeugen und ob die kleine Hexe endlich auf dem Blocksberg fliegen darf, erfahren die Besucher am ersten Adventswochenende.

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