Herz-Schmerz-Musiker spielen so gut wie nie

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Helga Wiechert

Eine Meisterleistung bescheinigt Eugen Schmidberger seinen Herz-Schmerz-Musikanten, die mit ihm am Wochenende nach Langburkersdorf und Neustadt gereist sind. Schon mit dem ersten Ton haben sie sich in die Herzen der Gastgeber gespielt – und Dankeschön gesagt, für den herzlichen Empfang vom Förder- und Heimatverein Schloss Langburkersdorf und Neustadts Bürgermeister Peter Mühle.

Lang war die Anfahrt und spannend der Blick aus dem Fenster vom Bus. Besonders bei denen, die schon vor knapp 30 Jahren einmal hier waren, zu Beginn der Partnerschaft mit der kleinen Gemeinde Langburkersdorf, im damals noch fremden Osten des Landes. „Es hat sich wahnsinnig viel getan“, waren sich alle einig und staunten nicht schlecht, bei der Bustour mit Bürgermeister Peter Mühle, der mit viel Stolz seine Heimat präsentierte. Das kleinste Schigebiet Europas bekamen die Gäste aus Meckenbeuren in Rugiswalde zu sehen, genauso wie Capron, den größten Arbeitgeber am Ort. „Nach Westen“ schickte Mühle hierfür ein großes Dankeschön. Denn dieser Arbeitgeber kommt mit Hymer aus Bad Waldsee und Detlefs aus Isny.

Durch all die Teilorte und die Altstadt Neustadts führte die Tour, die mit dem Kopfsteinpflaster alter Zeiten und stilvollen Sanierungen ein herrliches Bild bot. Beeindruckend auch Schloss Langburkersdorf mit seinem überaus aktiven Förder- und Heimatverein und stolzen 130 Mitgliedern.

Und mittendrin, in der herrlichen Kulturscheune waren es am Wochenende die Kehlener Herz-Schmerz-Musikanten von Eugen Schmidberger, die beim Erntefest noch einmal Dankeschön sagten. Danke, für einen tollen Empfang und ein herrliches Programm, das der Verein und Petra Rodig für sie organisierten, wie es Adelheid Baier auf Kehlens Seite tat. Danke, an Kurt Erbert für die tolle Führung durch Dresden.

Danke auch für den geselligen Abend, bei dem das Quartett der Gastgeber musikalisch für Furore sorgte, genauso wie die Jubiläumskapelle aus Kehlen unter der Leitung von Herbert Gessler. Für den schönen Gottesdienst in der Scheune, den die Herz-Schmerz-Musikanten musikalisch gestalten durften und für das Konzert auf Langburkersdorfs Kulturbühne. Walzer und Marsch hatten sie mitgebracht, in herrlichen Variationen. Die „Herz-Schmerz-Polka“, die Vogelwiese, den Flieger- oder Castaldo-Marsch, Preußens Gloria und die Böhmische Liebe. Und beim „Glück auf“, da stachen die Gäste selbst Walter Amann aus und sangen voller Inbrunst mit.

Amann war der perfekte Sänger und Moderator, war er doch selbst vor 25 Jahren schon einmal hier und zog Parallelen: „Was sich hier getan hat ist einfach genial. Bei jedem Wort spürt man die Verbundenheit und ganz viel Leidenschaft und Stolz auf das Erreichte. Die Menschen sind viel offener geworden und es ist heute ein Leichtes, Kontakte zu knüpfen.“ Das bescheinigten ihm auch die Blicke der Zuhörer, die mit einem Strahlen in den Augen bis zur letzten Minute voll dabei waren. Er erinnerte an Bürgermeister a.D. Roland Weiß, der damals schon wusste, dass: „eine Gemeinde nur so aktiv ist, wie ihre Bürger“.

Neustadts Bürgermeister lobte die Partnerschaft, die nur durch solche Besuche lebe, und der Vorsitzende vom Förderverein, fasste es so zusammen: „Man muss was tun, um nicht einzurosten. Vor 30 Jahren bei der Wende ist viel passiert. Es war gefährlich, auf die Straße zu gehen. Aber dadurch ist die Mauer gefallen und wir sitzen nun hier und feiern.“

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