Herrmann kennt Apotheken-Umschau auswendig

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Begeistert mit seinen Ideen: Martin Herrmann.
(Foto: wie)

„Warum i und nicht du, das liegt nur am IQ.“ Tja, er hat es ihnen allen gezeigt, den Frauen vom Land und denen aus der Stadt und ihren Humor herausgefordert, mit deftigen Sprüchen und herrlichen Liedern. Die Rede ist vom Frauenflüsterer Martin Herrmann, der im Kulturschuppen auch mal den Macho herausgelassen hat und die Damenwelt dafür sogleich mit einem verschmitzten Lächeln versöhnte. Dreimal holten sie ihn für Zugaben auf die Bühne.

„Gefahrlos ist er in Meckenbeuren angekommen, weil ohne Zug und ohne Verspätung“ und war bestens informiert über wirklich alles, was der Damenwelt und auch den Herren so alles passieren kann. Vom schwangerschaftbedingten Streik der Lehrerinnen wusste er zu berichten und nutzte die Apotheken-Umschau als Informationsbroschüre in allen Lebenslagen. Er verschonte weder Einstein noch Nobel und schon gar nicht den Mann am Hobel: „Warum die und nicht du, das liegt nur am IQ.“ „Ihr dagegen sitzt jetzt locker eine Stunde auf dem Hocker“, nahm er sich auch die Gäste vor, „ich darf singen, aber du? Das liegt nur am …“.

Vielfach ausgezeichnet ist der „Frauenflüsterer und Anti-Liedermacher“ Martin Herrmann, der in Augsburg geboren wurde, in Freiburg zur Schule ging und nach der Tätigkeit als Lehrer für Sport und Biologie in München–Pasing zum Kabarett wechselte.

Sieben Programme hat er bereits erfolgreich aufgelegt und singt und plappert sich in die Herzen seiner Gäste. So auch am Samstag am Gleis 1, wo er ohne Hemmungen 16 Bestandteile nach der Operation im Patienten zurückließ unter dem Motto: „Gebt dem Körper, was er braucht, und er hilft sich selbst“. Auch für den verliebten, Nieren spendenden Chirurgen gab’s kein Pardon, wohlwissend, dass es das erste Mal war, dass die „Patientin den Spender abstößt und nicht das Organ“.

„Keine Frau sucht Bauer“, dieses Thema griff er immer wieder auf, schlüpfte in Karohemd und Seppelhut und frohlockte über die „doppelte Maskulinität der Männer“ von der Kulturbühne. Vom „HerrMann“, der nur im Stehen in die Windel machte und sich Mutters Brust einfach selber nahm. Vom Heiligen Martin, der den Mantel mit einem Bettler teilte, und danach mit ihm zusammen erfror. Oder vom Übermann, der die stolpernden Frauen in Pumps auffängt, bevor er sie dann weiterreicht.

Dazu zog er sich das „Stringkopftuch“ über und machte das Zölibat zum „Mein Eid“, den jeder Pfarrer schwöre. Denn auch die Glaubensfrage spalte Stadt und Land, und da war man dann wieder angekommen beim großen Thema seiner Show: „Keine Frau sucht Bauer“. Mit großem Applaus dankten es ihm die Gäste und ließen ihn erst nach der dritten Zugabe ziehen.

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