Grundschüler reisen durch den menschlichen Körper

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„Wann klopft ein Herz ganz schnell?“: Sibylle Mottl-Link vermittelt den Grundschülern unter anderem ein Gefühl für den Herzmuske
„Wann klopft ein Herz ganz schnell?“: Sibylle Mottl-Link vermittelt den Grundschülern unter anderem ein Gefühl für den Herzmuskel. (Foto: wie)

Zur ersten Autorenlesung im Rahmen des Jubiläums „20 Jahre Frederick-Tage“ hat die Büchereileiterin Judith Tinnacher am Dienstag Sibylle Mottl-Link in der Gemeindebücherei begrüßt. Als Zuhörer waren die Buben und Mädchen der zweiten Klasse der Eugen-Bolz-Schule Brochenzell und der Wilhelm-Schussen-Schule Kehlen mit ihren Lehrerinnen in die Gemeindebücherei gekommen.

„Wann klopft ein Herz ganz schnell“?, fragt die Autorin, nachdem sie sich und ihre Werke vorgestellt hatte, und bittet die Kinder, auf der Stelle zu rennen. „Nun legt Eure Hand auf das Herz und spürt, wie es pocht“, vermittelt sie den Buben und Mädchen ein Gefühl für den Rhythmus des Herzmuskels. Mit Bildern aus ihrem Buch „In meinem Körper ist was los“ geht Sibylle Mottl-Link mit dem Publikum anschließend auf Erkundungstour durch den menschlichen Körper.

Das Kinderbuch „In meinem Körper ist was los“ bietet Einblick und eine aufregende Reise durch mehr oder weniger unattraktive Innenräume des menschlichen Körpers. Begonnen wird mit dem Mund und der dortigen Nahrungsaufnahme. Die ersten Bakterien und Verdauungshelfer, Zähne und Spucke, werden vorgestellt. Kindgerecht erklärt die Autorin und Ärztin, wie es zu Halsschmerzen kommt, und was man dagegen tun kann. Die Mandeln als Wachmänner sind blau dargestellt und tragen einen Helm, die bösen Bakterien und Viren sind grün mit unverkennbar bösartigem Blick.

Nichts für schwache Nerven

Weiter geht es dann mit der Atmung durch die Nase. Sibylle Mottl-Link erklärt Nasenschleim und Schnupfen, und auch hier versuchen die tapferen blauen Mandeln das Eindringen von Bakterien und Viren zu verhindern. Anschließend führt der Weg zur Lunge, wo die Lungenbläschen und Lymphknoten auf den Bildern dargestellt sind. Danach wird es fast ein bisschen eklig, denn Magensäure und der Verdauungsprozess lassen sich nicht unbedingt ansehnlich darstellen. „Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven“, sagt Sibylle Mottl-Link bei ihrer Lesung a und fährt mit ihren Erklärungen fort.

Vom Magen aus gelangen die anverdauten Essensreste in den Darm. Die Kinder erfahren warum man pupsen muss und sehen auf den Bildern überaus amüsant die Darstellung von Durchfall. Mit im Gepäck von Sibylle Mottl-Link ist bei der Lesung auch ihre Handpuppe, das Erklärbakterium Coli. Auf der Suche nach seinen Eltern geht das freundliche rote Bakterium gemeinsam mit den Zuhörern und der Autorin Seite für Seite den Weg durch den menschlichen Körper und erklärt, worum es geht und wie der menschliche Organismus funktioniert.

Dr. Sibylle Mottl-Link wurde 1971 in Heilbronn geboren. Anders als andere Autoren wollte sie niemals Bücher schreiben, und so wurde sie erst einmal Ärztin. Doch ihre Leidenschaft für das Geschichten erzählen setzte sich durch, und ihre kleinen Patienten beruhigte sie beim Blutabnehmen mit abenteuerlichen Erzählungen. Und so lag es schließlich irgendwann nahe, das eine mit dem anderen zu verbinden.

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