Graphic Novels zeigen Weltliteratur in modernem Gewand

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 Von vielen im Herbst neugierig erwartet - der Fredericktag, der vielerorts eine Frederickwoche ist.
Von vielen im Herbst neugierig erwartet - der Fredericktag, der vielerorts eine Frederickwoche ist. (Foto: RPT)

Graphic Novel ist eine Anfang der 80er Jahre aufgekommene Bezeichnung für Comics im Buchformat, die sich aufgrund ihrer erzählerischen Komplexität meist an eine erwachsene Zielgruppe richten. Der Begriff geht unter anderem zurück auf Zeichner Will Eisner, der 1978 sein Buch „A Contract with God“ mit dem Zusatz „A Graphic Novel by Will Eisner“ versah, um herauszustellen, dass sein Werk als Literatur zu verstehen ist.

Weltliteratur als Graphic Novel: Wie dies gelingen kann, zeigt eine 41 Werke starke Ausstellung, die ab nächster Woche in der Gemeindebücherei einzusehen ist. Damit setzt sie fast zeitgleich mit den Fredericktagen ein, dauert aber wesentlich länger, nämlich vom 16. Oktober bis 9. November zu den üblichen Öffnungszeiten der Bücherei im Rathaus.

„Graphic Novels erfreuen sich zurzeit großer Beliebtheit“, heißt es im Pressetext aus dem Regierungspräsidium Tübingen, dessen Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen die Ausstellung auf die Reise schickt. Speziell in den Bearbeitungen von Klassikern der Weltliteratur zeige sich, wie Bilderwelten und Literatur eine sich hervorragend ergänzende Symbiose eingehen können, heißt es.

Die 41 Adaptionen nehmen sich bekannter Werke der Weltliteratur an – von Bertolt Brecht (“Geschichten von Herrn Keuner“) über Goethe, Hemingway, Poe bis zu Stefan Zweigs „Schachnovelle“. „Mal schwarz-weiß, mal knallig bunt, mal zart, mal expressiv: Die Künstler verleihen ihren jeweiligen Werken eine ganz eigene Note und eröffnen so eine neue Sicht auf Anna Seghers ,Das siebte Kreuz’, Melvilles ,Moby Dick’ oder Camus’ ,Der Fremde’“, sind sich die Tübinger Ausstellungsmacher sicher.

Denn: In den Illustrationen von Flix, Isabell Kreitz, Christophe Regnault, Richard Corben und Co. spiegle sich die ganze Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksformen und Möglichkeiten, die das Genre biete.

Über den künstlerischen Impuls hinaus erheben die Graphic Novels zugleich den Anspruch, Geschichte zu einem lebendigen Erlebnis werden zu lassen. Wovon sich Leser beispielsweise beim „Tagebuch der Anne Frank“ oder auch bei Remarques „Im Westen nichts Neues“ ein eigenes Bild machen können.

Im Sommer hatte die Ausstellung bereits in Ravensburgs Stadtbücherei Station gemacht. Von Öpfingen aus kommt sie nach Meckenbeuren und reist dann im Oktober weiter nach Dettingen.

BLICK:

Wie gewohnt mit geschlossenen Veranstaltungen für Schulklassen und öffentlichen Terminen sind die Fredericktage verknüpft. Zu letzteren zählen Barbara Horneffers Klanggeschichten am Montag, 22. Oktober, 15 Uhr. Die Musikpädagogin und -therapeutin lässt die Kinder das „Märchen vom Trommler“ mit allen Sinnen erleben und hat dazu Materialien ausgewählt. Sind hier Drei- bis Vierjährige die Zielgruppe, so wendet Barbara Horneffer sich ab 16.30 Uhr mit der Veranstaltung an Kids ab fünf Jahren.

Auch für Donnerstag, 25.Oktober, ist Anmeldung erbeten: Ab 15.30 Uhr ist „Geschichten vorlesen und kreatives Basteln“ angesagt.

Die Reihe der geschlossenen Veranstaltungen eröffnet heute die Lesung mit Tino, die Schüler aus Klasse 5 anspricht. Die Autorenlesung mit Anja Janotta („Der Theoretikerclub“) am Dienstag, 16. Oktober, richtet sich an Sechstklässler. Buben und Mädchen der Klassen 3 und 4 sind zu Gast bei der Autorenlesung mit Uticha Marmon („Mein Freund Salim“) am Mittwoch, 17. Oktober. Zweimal werden die Klassen 1 und 2 bedacht: am Donnerstag, 18. Oktober, mit Tom Lehles musikalischer Lesung übers „Land der Träume“ und bei der Autorenlesung mit Suza Kolb aus „Pferdinand“ am Freitag, 19. Oktober. Am selben Tag zeigt das Figurentheater Pantaleon bei Kultur am Gleis 1 wie es ist, „Wenn Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen“.

Graphic Novel ist eine Anfang der 80er Jahre aufgekommene Bezeichnung für Comics im Buchformat, die sich aufgrund ihrer erzählerischen Komplexität meist an eine erwachsene Zielgruppe richten. Der Begriff geht unter anderem zurück auf Zeichner Will Eisner, der 1978 sein Buch „A Contract with God“ mit dem Zusatz „A Graphic Novel by Will Eisner“ versah, um herauszustellen, dass sein Werk als Literatur zu verstehen ist.

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