Gott hat mich ein Leben lang begleitet

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 Auch an die Kranken und die Nachkommen dachten die Wanderer die „unterwegs im Glauben“ waren: „Mögen auch sie diese geistigen T
Auch an die Kranken und die Nachkommen dachten die Wanderer die „unterwegs im Glauben“ waren: „Mögen auch sie diese geistigen Tankstellen erkennen und zu nutzen wissen“. (Foto: wie)
Helga Wiechert

„Unterwegs im Glauben“ ist die Seelsorgeeinheit Mecken-beuren in diesem Jahr, mit einem Glaubenskurs in der Fastenzeit und nun beim Emmausgang, mit dem Blick auf und hinter die Kreuze die hier am Wegesrand stehen. Dieser Spaziergang durch Gottes Natur hat alle bewegt die dabei waren, Jung und Alt.

Los ging es am Dienstagabend an der Moosstraße in Reute, am Wegkreuz der Hofstelle Geßler. Es stand einst an der Ecke Ziegelstraße und es war der Herzenswunsch von „Tante Rese“, das Kleinod zu erhalten für Gottes Segen. So weiß es Wiltrud Lehle noch und grub in den Erinnerungen. Sie ist Josef Hummel sehr dankbar, der 66 Wegkreuze und Kapellchen in der Gemeinde zusammengefasst hat, für die Gruppe „S’ischs wert“, die auf Nachhaltigkeit setzt, auf den Erhalt der Traditionen und des Glaubens. Der Bildstock in der Pfingstweider Straße bei der Familie Fuchsloch war zweiter Anlaufpunkt und zeigte das Gnadenbild der Schönstattbewegung. „Für die Familien steht diese Muttergottes, die Mut machen soll und Kraft und Hoffnung schenken.“ „So segne Gott uns, dieses Haus und diese Familie“ sprach Schwester Francesca Trautner den Segen über alle aus und mit dem schönen Marienlied ging es weiter zum Kreuz am Funkenweg, von dem man nicht genau weiß, warum es einst aufgestellt wurde.

Ruhe und Geborgenheit suchen

Beim Haus Blum musste es einer Garage weichen, stand kurzzeitig an der Cunzostraße, bis Ortsvorsteher Franz Maier es am Funkenweg platzierte. Seither steht es für Zuversicht und Gottvertrauen und als zweite Station in der jährlichen Öschprozession. „Wir können froh, sein, dass wir auf Gott vertrauen dürfen, bei der derzeitigen Lage in der Welt und der Politik“, kam es da spontan aus der Runde und das Gebet galt dann dem „Herrn, der treu ist in all seinen Worten und voller Huld in seinen Taten“. An den „Marien-Sepp“ erinnerte das Kreuz an der Lourdes-Grotte, das ein Knecht vom Hof Lehle in Buch aus Dankbarkeit hier errichten ließ, weil er bei Lehles eine Heimat fand. Noch heute lockt es die Menschen an, die Ruhe und Geborgenheit suchen und gerne beten an einem solch schönen Ort. Für den Motorradfahrer, der einst sein Leben am Kreuz in Sibratshaus verlor, betete die Gruppe am neuen Wegkreuz an der Südumfahrung.

Nach Sibratshaus stand es in Siglishofen, bis Thomas Assfalg ihm nun diesen neuen Standplatz gab, samt einer Sitzbank, die die Wanderer im Glauben gerne in Anspruch nahmen. „Und wer genau hinschaut“, verriet er, „kann im richtigen Licht des Tages die Inschrift darauf erkennen“. Das nächste Kreuz an der Hirschlatter Straße war allen gut bekannt. Es ist in jedem Jahr der Treffpunkt am Palmsonntag. Dieses Kreuz, von „Onkel“ Franz Müller hat Thomas Assfalg auf die andere Straßenseite verpflanzt, so wie die beiden es einst planten. „Bitten wir Gott für alle Menschen auf den Straßen, dass sie vor Schaden bewahrt werden“, bat die Gruppe und grub, wie schon zuvor in der Erinnerung. „Wann, wo, warum, wie lange und wieso stehen all die Kreuze an unseren Straßen?“ So manche Freude aber auch Leid kam da zur Sprache und viele Erinnerungen wurden wach. „Fest soll mein Taufbund immer stehen“, sangen alle zum Schluss in der Kirche St. Verena und Schwester Francesca dankte Wiltrud Lehle für die Organisation und die schönen Stunden, die dann bewegt und ergriffen vom Erlebten ein Glaubenszeugnis gab: „Der liebe Gott hat mich ein Leben lang begleitet. Mit ihm ist mein Weg immer besser geworden. Er bedeutet mir so viel und beschützt mich alle Zeit“.

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