Gelungenes Verenafest zum 50. Weihetag der Kehlener Kirche

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Sie standen auch vor 50 Jahren hier, die Fahnenabordnungen, Vereine, Musikkapelle und am Sonntag wieder, zum Geleit für all die
Sie standen auch vor 50 Jahren hier, die Fahnenabordnungen, Vereine, Musikkapelle und am Sonntag wieder, zum Geleit für all die Gäste und Geistlichen von links Pater Richard Zehrer, Hans Hänßler und Josef Scherer (Foto: Helga Wiechert)
Helga Wiechert

Seit 50 Jahren steht die neue Kirche St. Verena in Kehlen und ist mit Kindergarten und Pfarrhaus zum kirchlichen Zentrum geworden. Das hat die Kirchengemeinde am Sonntag beim Verenafest groß gefeiert, mit Pater Richard Zehrer als Festprediger. Der weinte der alten Zeit keine Träne nach, schaute voraus, rief zum Glauben auf und zu Veränderungen in der Kirche.

„Wir feiern heute den 50. Weihetag unserer Kirche“, grüßte Pfarrer Josef Scherer den Pater und die vielen Gläubigen, die Vereinsvertreter mit ihren Fahnenabordnungen, den Projektchor der Kirchengemeinde, die Musikanten aus Kehlen, die Kirchen- und Gemeinderäte und Bürgermeisterin Elisabeth Kugel. Er freute sich über den Besuch von Pfarrer Hans Hänßler, der selbst 25 Jahre lang in Kehlens Kirche predigte und wirkte und machte gerne den Ambo frei für Pater Richard Zehrer und dessen Festpredigt.

„In Gott’s Name’“, scherzte dieser, habe er „alter Mann“ das übernommen und schaute zurück. Auf den Abriss der alten St. Verena Kirche vor 51 Jahren. Auf den Neubau, der nicht leicht gefallen sei. Auf den die Gemeinde heute aber sehr stolz sei. Noch mehr aber bewegten den Pater die Neuerungen in der Kirche nach dem Vatikanischen Konzil: Die Neugestaltung der Gottesdienste etwa, bei denen fortan Laien zugelassen waren. „Ja, auch Frauen.“ Die Sprache des Volkes, die eingeführt wurde, und die neue Art der Liturgie. „Die Vereine und die Musikkapelle gehörten in Kehlen schon immer dazu“, freute er sich über das Wiedersehen mit ihnen.

Ansonsten weinte er der „alten Zeit keine Träne nach“. Wenngleich die Kirchen voll gewesen seien, was oftmals nur dem guten Ton geschuldet gewesen sei. „Scharenweise laufen uns die Menschen heute davon. Die Zahl der Priester und Ordensleute hat sich in den vergangenen 50 Jahren halbiert.“ „Brauchen wir den Herrgott heute überhaupt noch, wo wir doch selbst so tüchtig sind?“, fragte er eindringlich weiter und antwortete mit einem sehr deutlichen und hoffnungsvollen „Ja“. Denn vielerorts sieht er die Jugend sich treffen zum Gebet. Sieht die Laien, die sich aktiv in der Kirche engagieren, die mitarbeiten und Zukunft sind. Zehrer rief die Kirche auf, sich dafür mehr zu öffnen, und versprach: „Wenn Christus in unserer Mitte ist, dann wird die Hölle uns niemals bezwingen“.

„Jesus ist die Brücke zu uns“, sang dazu der Projektchor unter der Leitung von Herbert Weiss, den Pfarrer Scherer für seine 50-jährige Arbeit ehrte, und die Combo unter der Leitung von Brigitte und Wolfgang Götz spielte dazu.

Mit den Fahnenabordnungen sind die Pfarrer zum Festgelände gezogen, wo Kommandant Josef Sonntag sie alle zum fröhlichen Beisammensein abtreten ließ. Marsch und Polka gab es dazu von der Musikkapelle Kehlen unter der Leitung von Wolfgang Schuler, beste Unterhaltungsmusik und so manchen hervorragenden Solisten.

Schon nach dem Mittagessen vom Kirchengemeinderat lud Rektor a.D. Alfred Speckle zur Kirchenführung der ganz besonderen Art ein.

„Kommen Sie hierher, wenn sie es einmal schwer haben“, rief er den 50 Zuhörern zu, „verweilen Sie bei den 14 Kreuzen, die für die Apostel stehen, und gehen sie am Schluss gestärkt wieder hinaus in das Leben.“ Mit Herzblut schaute Alfred Speckle auf die ganz besonderen Kunstwerke in St. Verena, „die kein Gemälde sind und kein Schnitzwerk“. Die von Architekt und Künstler gemeinsam eingebaut wurden als Teil dieser Kirche. „Schauen Sie einmal von draußen durch die vielen Fenster herein, die uns so viel Licht bringen. Wir haben nichts zu verbergern“.

„Tauchen sie ein in die Kunstwerke. Malen sie sich ihr eigenes Bild. Träumen Sie und schöpfen sie Kraft für das Leben an diesem geschützten Ort“. Auch Speckle galt zum Schluss das große Dankeschön von Pfarrer Josef Scherer und all den Helfern und Gestaltern in St. Verena.

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