“Geheimer Akkord Davids“ auf dem Akkordeon

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Immer eine Bereicherung fürs Akkordeonorchester: Regina Holzhofer singt „Halleluja“.
Immer eine Bereicherung fürs Akkordeonorchester: Regina Holzhofer singt „Halleluja“. (Foto: wie)
Schwäbische Zeitung
Helga Wiechert

Mit einem bunten und beschwingten Programm haben die Musiker vom Akkordeonorchester Meckenbeuren den Frühling eingeläutet und ihre Gäste begeistert, die sie natürlich nicht ohne Zugaben von der Bühne ließen.

Imposant eröffnete die 30-köpfige Crew vom Akkordeonorchester mit „Armageddon“ von Trevor Rabin ihr Konzert und machte sich „auf den Weg, die Welt zu retten“ oder wie Moderatorin Sonja Nägele es treffend formulierte: „die Gäste zu erobern“, die in großer Zahl in den Kulturschuppen gekommen sind. Mit den „Spirits of London“ erzählten sie von der britischen Metropole. Von den Nebelschwaden, die sich dort bis in die hintersten Ecken setzen, und vom geschäftigen Treiben der Menschen. Musikalisch bestens in Szene gesetzt und präzise gespielt waren die Stücke, die schon zu Beginn viel Applaus ernteten. Mit dem Tango „La Cumparsita“ machten sie argentinische Lebensweisen bekannt. Ehrfurcht gebietet der „geheime Akkord, den David einst spielte – was Gott gefiel“ – dem „Halleluja“, das Regina Holzhofer so herrlich sang.

Erst kurze Zeit vor dem Frühjahrskonzert hat sich das Orchester neu formiert, und Vorsitzender Michael Höss begrüßte die neuen Musiker und Musikerinnen auf der Meckenbeurer Bühne und hoffte, „dass sie alle musikalisch hier eine neue Heimat finden werden“. Das dürfte schon geschehen sein, blickt man aufs Gehörte vom Samstag, das mit Leidenschaft, Präzision und viel Harmonie die Gäste begeisterte. Bei „Welcome to Venice“ etwa, das sie im Besonderen forderte, mit Sprüngen in den Tonarten, die ihnen bestens gelangen. Stolz zeigte sich Höss auch auf die Zusammenarbeit mit der Musikschule und die Ausbildung der Musiker dort durch Priska Vogler. Das Posaunenquartett „Zugluft“ der Musikschule hatten sie sich eingeladen, mit Musikschulleiter Jörg Scheide, Patrick Sauter, Louis Schmid und Felizian Stocker. Junge brillante Musiker, die sich auch den Tänzen dieser Welt verschrieben hatten. Dem Swing im „Lazy Basie“, der „Pop Suite No. 3“ und den weltbekannten Melodien der „West Side Story“. Auch den Charleston ließen sie gekonnt erklingen, den die Frauen einst revolutionär einzusetzen wussten im Kampf gegen die Prohibition.

Und beim Finale – nach dem Classic-Samba des Hauptorchesters, nach den unvergesslichen Melodien von Udo Jürgens und dem „Viva la Vida“ von Goldplay, das Solist Jonathan Möser mit dem Saxophon krönte – formierten sich alle Musiker noch einmal zum fetzigen „African Beat“.

Ein herrliches Konzert hat das Akkordeonorchester unter der Leitung von Sabine Hörmann geliefert und dafür verdient großen Applaus geerntet: Für den schönen Strauß der Melodien, die große Vielfalt und ihr gekonntes Spiel.

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