Frenetischer Beifall ist der Lohn beim Bandfestival der Musikwerkstatt Tettnang

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Musik als Brückenbauer: ein Dutzend Musiker aus drei Nationen und drei Generationen (zugleich nur eine von 25 Bands des Festival (Foto: Detlev Kuschel)
Schwäbische Zeitung

Das Team um Thomas Lorenz hat am Wochenende beim sechsten Bandfestival der Musikwerkstatt Tettnang keine Berge versetzt, aber es hat vor vollbesetzten Rängen im Kulturschuppen eigentlich Unmögliches möglich gemacht.

Die Besucher konnten am Freitag und Samstag erleben, was passiert, wenn fast 100 Menschen in 25 Bands ein gemeinsames Ziel verfolgen. Wenn es keine Rolle spielt, ob jung oder alt, groß oder klein, Anfänger oder Fortgeschrittener, Männlein oder Weiblein, In- oder Ausländer. Thomas Lorenz und Team ist es mit viel Einsatz und Herzblut gelungen, Brücken zu bauen und in kürzester Zeit aus einzelnen Musikern 25 Einheiten zu formen.

Dafür wurden schon Monate im Voraus die Stücke ausgesucht, vom Supertramp-Klassiker „Logical Song“ bis zum aktuellen „Jar of Hearts“ oder dem James-Bond-Hit „Skyfall“. Für diese Stücke wurden von den Lehrern der Musikwerkstatt die Arrangements geschrieben, die Bandmitglieder gefunden (oft die, die den Song selber vorgeschlagen hatten). Danach wurden einzelne Parts im Unterricht erarbeitet – um dann, in nur zwei bis drei Gesamtproben, eine Band zu formen, die als Einheit funktioniert. Eigentlich, laut Lorenz, ein unmögliches Vorhaben – wenn da nicht engagierte Lehrer und begeisterte Schüler wären. Leuchtende Augen und vor Aufregung rot gefärbten Wangen waren äußerliche Kennzeichen der positiven Anspannung aller Beteiligten. Es hat – bei jedem Song – geklappt: Auf erstaunlich hohem Niveau wurden die Stücke präsentiert, mit einem Enthusiasmus der das Publikum mitriss, Szenenaplaus und frenetischer Beifall inklusive.

Das professionelle Licht von Chris Baltes tat sein Übriges, um Musiker und Besucher für ein paar Stunden in eine andere Welt zu zaubern. Den schwierigsten Job hatte allerdings der Mann am Mischpult: Markus Aschenbrenner. Ihm ist es gelungen, die Tonsignale von fast 100 Musikern, jeder mit eigener Intensität und Klangfarbe, per Mikrophon oder Kabel abzunehmen und daraus ein harmonisches Ganzes mixen.

Wie ist so ein großes Event möglich? Lorenz erzählt es während einer der vielen erstaunlich kurzen Umbaupausen: „Vor Jahren ist mir einmal zu Ohren gekommen, jemand hätte über unsere Musikschule geäußert, sie sei ja ‚keine seriöse Musikschule, sondern nur ein Spaß-Musikschule‘. Im ersten Moment“, so Lorenz, „war ich leicht entrüstet um dann im zweiten Moment das Kompliment zu erkennen: Was ist die beste und nachhaltigste Motivation – in der Musik wie im ganzen Leben? Spaß! Wenn ich an einer Sache wirklich Spaß habe, kann ich extrem gut darin werden und – Berge versetzen…“ Konsequenterweise ist jetzt die Musikwerkstatt im Internet auch unter www.spasswerkstatt.info zu erreichen.

Bleibt die Ankündigung von Thomas Lorenz fürs nächste Bandfestival im Frühjahr 2014: „Es wird noch besser!“

Mehr Bilder auf www.musikwerkstatt.info und www.dets-fotowelten.de

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