Freies Wifi, Treffpunkte und ein Schwimmbad

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 Landeten mit der dritten Jugendkonferenz einen Treffer: (Von links nach rechts hintere Reihe stehend): Sarah Erath, Maike Dursk
Landeten mit der dritten Jugendkonferenz einen Treffer: (Von links nach rechts hintere Reihe stehend): Sarah Erath, Maike Durski, Tim Karstens, Manuel Gebhard; (vordere Reihe sitzend/liegend) Felix Hensel, Mamadou Diallo, Paul Ratzmann. (Foto: Karin Schütrumpf)
Karin Schütrumpf

Meckenbeuren - „Verändere deinen Ort!“ Mit diesem Motto hatte der Jugendrat am vergangenen Freitag zur dritten Jugendkonferenz eingeladen. Rund 30 Jugendliche vom Fünftklässler bis zum 21-jährigen Auszubildenden fanden sich schon am Nachmittag ein, um Verbesserungsvorschläge für Meckenbeuren zu machen. Ganz oben auf der Wunschliste standen Treffpunkte im Freien, besseres Internet, ein Schwimmbad und mehr Mini-Mecka.

Im Jugendrat sind neun Jugendliche, die auf der vergangenen Jugendkonferenz gewählt wurden. Sie haben seither schon einige Projekte in Angriff genommen. Eine Arbeitsgruppe entwickelt gerade eine Website für die Jugendlichen. Andere planen ein Ein-Tages-Festival in Brochenzell. Eine Dritte AG will die Radwege in und um Meckenbeuren sicherer machen. Doch es geht noch viel mehr, findet der Jugendrat. Also hieß es bald: Handy ausmachen und ran an die Gruppenarbeitstische.

„Schreibt erst mal auf, was ihr in Meckenbeuren richtig gut findet“, forderten Maike Durski und Tim Karstens auf, die als Mitglieder des Jugendrates durch die Kreativphase führten. Dann wurden die Plätze getauscht und die Gruppen neu gemischt. „Jetzt notiert jede Gruppe, was ihr in Meckenbeuren total blöd findet“, lautete der nächste Arbeitsauftrag. In der nächsten Gruppe sollten dann Verbesserungsvorschläge gemacht werden. Das Ergebnis: Eine bunte Mischung von Vorschlägen auf dem Flip Chart. Die einen wünschten sich bessere Busverbindungen und weniger überfüllte Schulbusse. Skate-Park, Escape-Room und ein Dirt-Park für Radsportler standen da ebenso wie ein Gymnasium und ein Schwimmbad. Schließlich durften alle zwei Wertungspunkte verteilen. „Was ist dir am wichtigsten“.

Spitzenreiter auf der Wunschliste der Jugendlichen war mit elf Punkten freies Wifi und eine bessere Internetverbindung (fünf Punkte). Den Jugendlichen fehlen aber auch Treffpunkte im Freien (sieben Punkte). Mini-Mecka soll es jedes Jahr geben (vier Punkte). Die Spielstadt soll ihre Pforten nicht nur für Jugendliche bis zwölf Jahren , sondern auch für Ältere öffnen.

Ebenfalls vier Punkte bekam das Schwimmbad, das nach Ansicht der Jugendlichen auf einer unbenutzten Wiese entstehen sollte. Es sollte ein Schwimmer- und ein Nichtschwimmerbecken, ein Babybecken, eine Liegewiesen, zwei große Rutschen und Sprungtürme haben, konkretisieren die Schwimmbadfans ihre Vorschläge. Treffpunkte im Freien könnten Grillplätze oder Grillhütten sein. Bei einem Treffpunkt an der Schussen, könnte eine Minibar in der Schussen angekettet werden. „Dann hätten wir auch gleich kühle Getränke“, schlugen einige vor. „Früher haben wir oft auf der Treppe am Jugendcafé gesessen. Aber da haben sich dann die Nachbarn beschwert“, erzählt ein Junge.

Ganz konkrete Vorschläge kommen auch von den sechs Jugendlichen, die sich für bessere Radwege einsetzen wollen: Die Schussenbrücke sollte bei der Sanierung breiter gemacht werden, damit Platz für Radfahrer entsteht. Und zwischen Brochenzell und Sammletshofen sollen Spiegel aufgestellt werden, wenn hohe Maisfelder die Übersicht behindern. Damit Autofahrer für Fußgänger oder die, die ihr Rad vorschriftsmäßig über den Zebrastreifen schieben, auch wirklich anhalten, forderten die Jugendlichen 3-D-Markierungen an den Fußgängerüberwegen.

Akribisch wurden alle Ideen gesammelt. Der Jugendrat bemüht sich jetzt darum, die erarbeiteten Vorschläge in den Gemeinderat zu tragen. Anschließend erwartete die Teilnehmer ein Buffet mit Kartoffelsalat, Leberkäse, Fleischspießen und Obst. Nach der intensiven Kreativphase durften Spiel und Spaß nicht zu kurz kommen. Einige malten ein Bild, das im Jugendcafé aufgehängt wird, andere begeisterten sich für einen Rap-Workshop oder machen beim Werwolf-Spiel, einem Kommunikationsspiel mit verteilten Rollen, mit. Außerdem konnten die Teilnehmer Basketball spielen, oder ihr Geschick, am Tischkicker oder beim Billard spielen erproben.

Ab 20.30 Uhr sammelten sich dann alle wieder im Kulturschuppen. Der Jugendrat hatte Felix Feuerstein als DJ engagiert „Der hat toll aufgelegt, und darf gern wiederkommen“, findet Nils Kaeding, der beim Jugendreferat der Gemeinde für die Kinder- und Jugendbeteiligung zuständig ist. „Um 22 Uhr haben alle zusammen aufgeräumt“, lobt Kaeding die Teilnehmer der dritten Jugendkonferenz. Wer sich über aktuelle Projekte informieren will findet den Jugendrat Meckenbeuren auch auf Instagram.

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